Dave Pelzer: Sie nannten mich „Es“

B00BPF0SJWDave Pelzer: Sie nannten mich „Es“

Untertitel: Der Mut eines Kindes zu überleben
Originaltitel: A Child called „It“ (1995)
übersetzt von Ulrike Ziegra-Gorissen
Seitenanzahl: 160 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-10: 3442150558
ISBN-13: 978-3442150557
Dies ist der 1. Teil der Dave Pelzer-Reihe

Inhaltsangabe:

von amazon.de: Das Trauma einer Kindheit: Dave wird von der eigenen Mutter gequält und mißhandelt. Von blauen Flecken übersät und halb verhungert, fällt der Junge auf, weil er Mitschülern das Pausenbrot stiehlt. Bis seine Lehrer es wagen, gegen die Mutter einzuschreiten, vergehen Jahre. Es gelingt ihm, sich aus der Hölle zu befreien. Ein erschütternder Bericht, geschildert aus der Perspektive des kleinen Jungen, der uns alle mit der Frage konfrontiert, wie lange man die Augen vor elterlicher Gewalt verschließen darf.

Mein Fazit:

Daly City, in der Nähe von San Franzisco, 1973. Ein Junge namens Dave, der schon seit Jahren in der Schule auffällig ist, wird nach einigem hin und her aus der Familie genommen. Warum? Seit acht Jahren macht er bei seiner Mutter ein Martyrium durch. Er muss in der kalten Garage schlafen, ohne Decke, ohne menschliche Nähe. Seine Wäsche muss er selbst waschen und ist zudem zerschlissen, denn er hat schon lange keine neue Kleidung mehr bekommen. Sein zarter und ausgehungerter Körper ist übersät mit diversen Verletzungen, selbst ein Messer hat er mal in die Brust bekommen und seine Mutter verweigerte ihm medizinische Hilfe. Immer wieder zwingt die Mutter ihn, hochätzende Reinigungsmittel zu schlucken oder deren Dämpfe einzuatmen. Er wird geprügelt, verbrannt und zu Sklavenarbeit im Haushalt verdonnert, wo niemand ihm zur Hilfe eilt, selbst sein Vater nicht.

Was der Junge damals durchlitt, ist für den Leser schwer zu ertragen. Es ist kaum vorstellbar, das eine Mutter wirklich zu so etwas fähig ist, zumal Dave in diesem Buch auch beschreibt, das sie nicht immer so war. Obwohl er in ihren Augen noch nicht mal mehr Dreck ist, liebt er sie noch immer und wartet sehnsüchtig darauf, das seine „Mami“ wieder zum Vorschein kommt. Doch sie scheint für immer verschwunden.

Oft genug musste ich schwer schlucken, wie er die Situationen auf seine Art meisterte, wie er versuchte, sich von den Verletzungen und Demütigungen abzugrenzen und sich in eine Fantasiewelt floh, die ihm offenbar das Leben rettete. Mich hat es zutiefst beeindruckt, wie der kleine Junge es überleben konnte.

Und manchmal fragte ich mich auch, ob es tatsächlich so eine Mutter gibt. Aber diese gibt es, das weiß ich inzwischen. Gott sei Dank hat sich seit dem viel getan. Auch wenn es noch immer schlimme Kindesmisshandlungen gibt, so ist die Gesellschaft sensibler geworden. Trotzdem schauen immer noch viele weg, mischen sich nicht ein, rufen nicht die Polizei oder ergreifen selbst nicht die Initiative.

Ein Buch, das man lesen sollte, wenn man sich mit diesem Thema intensiv beschäftigt. Ist allerdings nichts für schwache Nerven.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 23.09.14!

Einen Penny für Ihre Gedanken ...