Dave Pelzer: Der verlorene Sohn

3453873181Dave Pelzer: Der verlorene Sohn

Untertitel: Der Kampf eines Kindes um Liebe und Anerkennung
Originaltitel: The Lost Boy (1997)
übersetzt von Henning Thies
Seitenanzahl: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-10: 3453873181
ISBN-13: 978-3453873186
Dies ist der 2. Teil der Dave Pelzer-Reihe.

Inhaltsangabe:

von amazon.de: War Sie nannten mich ‚Es‘ noch aus der Perspektive eines Kindes geschrieben, so schildert Pelzer nun mit den Augen des Heranwachsenden die Jahre zwischen dem zwölften und achtzehnten Lebensjahr, die ihm nach einer Kindheit voller Entbehrungen und Quälereien durch eine grausame Mutter und einen alkoholabhängigen Vater in Gestalt der Sozialarbeiterin „Tante Mary“ eine neue Perspektive gaben. Aber er zeichnet auch nach, wie schwer es war, die Schatten einer schutzlosen Vergangenheit in der Gewalt überforderter Erziehungsberechtigter wieder loszuwerden.

Mein Fazit:

Nun ist es schon eine kleine Weile, das ich den zweiten Teil der Dave Pelzer-Trilogie gelesen habe. Der erste Teil war mir noch lebhaft in Erinnerung (auch jetzt noch, über ein halbes Jahr nach dem Lesen des Buches).

Der zweite Teil handelt davon, das David anfangs erst zu einer Pflegestelle kam, bis ein Gericht darüber entschied, wer nun das Sorgerecht für den kleinen Jungen bekam. 12 Jahre alt und im Grunde hilflos wie ein Baby. Natürlich konnte er die Tragfähigkeit dieser Entscheidung überhaupt nicht abschätzen. Obwohl er seine Mutter immer noch liebte und seine Brüder liebte, wollte er nicht mehr in diese Hölle zurück. Aber er schien regelrecht in der Pflegestelle aufzublühen, erfuhr so etwas wie Nähe und Zuneigung, liebevoller Umgang und ein bißchen Freiheit, Kind sein zu dürfen.

Beim Gericht versuchte die Mutter schließlich immer noch, Dave zu dominieren, was ihr nur deshalb nicht gelang, weil Dave Schutz vom Richter und von der Fürsorgestelle hatte. Er kam auch nicht mehr zu ihr zurück. Doch damit begann auch eine Odyssee. Da es kaum Pflegestellen gab, wurde er von einer zur anderen geschoben. Einige Pflegeeltern mochte er, einige waren ihm egal und irgendwann hatte er auch resigniert.

Und er suchte verzweifelt nach Anerkennung bei anderen Kindern und Jugendlichen. So sehr, das er natürlich Mist baute. Beim Lesen hätte man das Kind am liebsten geschüttelt, aber er war stets auf der Suche nach Liebe, Zuneigung und auch nach seinem Vater. Der Vater glänzte durch Abwesendheit, obwohl er schon von Davids Mutter lange getrennt war. Und wenn der Vater ihn einmal besuchte, vermittelte er dem Kind noch Schuldgefühle und machte schlimme Vorhaltungen.

Gott sei Dank gab es aber auch Menschen, die sich seiner annahmen, ihm alles beibrachten, was er wissen wollte und musste.

Als Leser versucht man sich in David reinzuversetzen, was natürlich nur bedingt möglich ist, weil man diese schlimmen Mißhandlungen und die Folgen daraus nicht erlebt habt, ich zumindest nicht. Und man versucht auch irgendwie, seine Handlungen nachzuvollziehen. Aber überwiegend konnte man er einem einfach nur Leid tun und hoffen, das er es doch noch irgendwie schafft.

Zwischendurch gab es kleine Hänger oder ich konnte es einfach nur nicht weiterlesen, weil es einem so schrecklich vorkam. Aber beim nächsten Anlauf klappte es dann wieder und ich hatte mir gleich den dritten und letzten Teil besorgt, als ich es ausgelesen hatte. Dieser Band ist schwere Kost, aber es lohnt sich. Mich hat die Geschichte jedenfalls sehr berührt.

Veröffentlicht am 28.10.14!

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