Micaela Jary: Das Haus am Alsterufer

B00IHDLSASMicaela Jary: Das Haus am Alsterufer

erschienen: 2014
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 576 Seiten
ISBN-10: 3442480280
ISBN-13: 978-3442480289
Dies ist der 1. Teil der Alster-Saga.

Inhaltsangabe:

An der Havestehuder Straße Nr. 12 steht das herrschaftliche Haus der Reeder-Familie Dornhain Anfang des 20. Jahrhunderts, nahe am Ufer der Binnenalster. Der Elbtunnel ist gerade eingeweiht, als die Geschichte um die drei Töchter von Victor Dornhain beginnt.

Während die Älteste, Ellinor, sich ehrenamtlich engagiert, studiert die Mittlere, Nele, in München Kunst. Die Jüngste, Lavinia, hat nur die aktuellste Mode im Sinn und wie sie sich am Besten in den Mittelpunkt stellen kann. Entgegen jeder Erziehung wirft sich Lavinia dem Architekten Konrad Michaelis an den Hals und erzwingt so eine nicht ganz standesgemäße Heirat. Bevor Nele überhaupt erfahren kann, wer der Bräutigam ist, lernt sie Konrad kennen und verliebt sich in ihn.

Als Nele erkennt, wen ihre kleine Schwester ehelichen wird, flüchtet sie zurück nach München und studiert weiter. Doch auch Konrad sieht in Nele die Liebe seines Lebens. Jedoch kann er die Heirat nicht ohne einen Skandal absagen, damit wäre auch seine berufliche Zukunft vorbei. Nachdem Konrad sie einmal in München besucht hat, bricht sie körperlich zusammen und erkrankt schwer an Tuberkulose. Ihr kann es nur recht sein, braucht sie doch keine Entschuldigung mehr, der Hochzeit fernzubleiben. Zudem will sie die Familie nicht zerrütten mit einem handfesten Skandal.

Dann ist da noch Klara Thießen, die aus Glückstadt nach Hamburg kommt und sich als drittes Hausmädchen im Haushalt der Dornhains den Lebensunterhalt verdient. Ihre Einstellung ist ungewöhnlich, aber sie gibt sich sehr viel Mühe und kann sich durch Fleiß und Zuverlässigkeit etablieren.

Für einen handfesten Skandal sorgt Nele im Grunde selbst und als der Erste Weltkrieg ausbricht, ist auch für Nele die Welt nicht mehr so, wie sie eigentlich sein sollte.

Mein Fazit:

Eine Familien-Saga der besonderen Art. Die Autorin hat mit vielen Schilderungen und detailierten Beschreibungen die Atmosphäre der damaligen Zeit sehr gut eingefangen und widergegeben. Die Hansestadt vor 100 Jahren war so ganz anders, als man es sich heute vorstellen mag. Einige bekannte Plätze erwähnte sie, die auch einem Nicht-Hamburger bekannt sein dürften. Auch die gesellschaftlichen Konventionen wurden gut beschrieben und man konnte sich gut in die Figuren hineinversetzen.

Mir persönlich war die eine oder andere Beschreibung dann irgendwann dann doch zuviel des Guten. Es wurde zwischendurch etwas langatmig und gelegentlich fragte ich mich auch, wo die Geschichte hinführen soll. Am Ende wurde es dann etwas zu holprig bzw. ich hatte als Leserin das Gefühl, das die Autorin plötzlich irgendwie fertig werden wollte. Die Geschichten um Klara Thießen und um Ellinor wurden eher nicht unbedingt so vertieft. Ist allerdings auch nicht so sehr notwendig, ging es doch eher um die „Drei-Ecks-Geschichte“ zwischen Nele, Lavinia und Konrad. Insgesamt sind die Figuren sehr gut ausgearbeitet.

Das Ende ist ein wenig offen, das lässt auf einen Folge-Roman schließen. Trotz der zwischendurch langatmigen Stellen wäre ich nicht abgeneigt, den nächsten Teil – wenn er denn käme- auch noch zu lesen. Vier Sterne ist mir der Roman durchaus wert.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 09.11.14!

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