Natascha Kampusch: 3096 Tage

3471350403Natascha Kampusch: 3096 Tage

erschienen 2010
Verlag: List Verlag
Seitenanzahl: 288 Seiten
ISBN-10: 3471350403
ISBN-13: 978-3471350409

Inhaltsangabe:

von amazon.de: Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen – 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben. Jetzt spricht Natascha Kampusch zum ersten Mal offen über die Entführung, die Zeit der Gefangenschaft, ihre Beziehung zum Täter und darüber, wie es ihr gelang, der Hölle zu entkommen.

Mein Fazit:

Man stelle sich vor, ein zehnjähriges Mädchen fühlt sich nicht wirklich geliebt und beachtet von den Eltern. Außerdem hat sie damals im Fernsehen von den vielen Fällen erfahren, wo Mädchen entführt, mißbraucht und oft auch getötet wurden. Sie ist einmal in ihrem Leben mutig und möchte allein zur Schule gehen und dann passiert es – sie wird entführt.

Natascha Kampusch ist genau das geschehen. Sie beschreibt in dem Buch „3096 Tage“ ihre Odyssee, die ihre Gefangenschaft bei Wolfgang Priklopil bedeuten. Eine Zeit, wo sie vom kleinen Mädchen zur Frau heranreift. Eine Zeit, wo sie sämtliche Gefühlslagen erfährt. Obwohl sie sich von ihrer Mutter nicht wirklich geliebt fühlt und der Vater sie manchmal als Vorzeige-Objekt behandelt hat, sehnt sie sich natürlich nach ihrer Familie. Nach der vertrauten Umgebung und der Freiheit.

Anfangs behandelt Wolfgang Priklopil sie noch „anständig“, wenn man es unter diesen Umständen noch so nennen kann. Aber es ändert sich, als Natascha in die Pupertät kommt. Und er fordert von ihr auch mehr ab. Sie muss putzen, mit ihm Wohnungen renovieren und schwere Arbeiten erledigen. Andere Demütigungen muss sie über sich ergehen lassen. Es lässt vermuten, das er sie auch mißbraucht hat, dazu hat Natascha sich aus Gründen der Privatsphäre jedoch ausgeschwiegen. Er hat Psychoterror betrieben und sie für Nichtigkeiten heftig bestraft. Ein Leben in der Hölle …

Beim Lesen dieser Lektüre musste ich immer wieder Pause machen. Es war oft schwer zu ertragen, was sie erlebt hat. Sie hat ihren Täter auch als Opfer seiner selbst gesehen. Sie hat es geschafft, sich nicht komplett dominieren zu lassen und eigene Wege gefunden, damit ihre Seele nicht zu sehr schaden nahm. Etwas, was man doch sehr bewundern kann.

Ein besonderes Zeitzeugniss, das einen nach Ende der Lektüre nicht so schnell loslässt. Starke Nerven muss man jedenfalls haben.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 07.12.14!

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