Patricia Shaw: Insel der glühenden Sonne

3426662043Patricia Shaw: Insel der glühenden Sonne

Originaltitel: Storm Bay (2005)
übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
Verlag: Knaur Verlag
Seitenanzahl: 637
ISBN-10: 3426662043
ISBN-13: 978-3426662045

Inhaltsangabe:

Van Diemen’s Land ist das spätere Tasmanien, wo englische Gefangene in der Mitte des 19.ten Jahrhunderts deportiert wurden, um den Siedlern beim Aufbau der australischen Kolonien zu helfen. Unter diesen Gefangenen waren auch Sean Shanahan, Angus McLeod, George Smith, Willem Rothery und Lester Harris. Auf Van Diemen’s Land war das berüchtigte sichere Gefängnis Porth Arthur! Eine Flucht war nahezu unmöglich.

Lester Harris war in England ein erfolgreicher Farmer, der sein Temperament nicht zügeln konnte. Seine Frau Josetta war ihm hörig und folgte ihm mit der kleinen Tochter Louise, um in Australien eine neue Farm aufzubauen.

Alle anderen Gefangenen hatten oftmals kleinere Vergehen begangen, sich gegen die industriellen Machthaber aufgelehnt oder sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in ihrem Heimatland eingesetzt. Sie alle (bis auf Lester Harrs) finden sich auf der Farm von Barnaby Warboy wieder.

Barnaby Warboy lebte einst auf Jamaica, wo er eine Plantage besaß. Als seine Frau verstarb und der gesamte Besitz auf seine Söhne Harold und Jubal übergehen sollte, räumte er die Konten leer und machte eine Weltreise, die schließlich bei Van Diemen’s Land endete. Mit Hilfe der Gefangenen baut er sich eine neue Existenz auf und findet seinen Platz in der Gesellschaft.

Allerdings beginnt sich alles zum Negativen zu verändern, als Jubal Warboy mit seiner Familie plötzlich auftaucht und Barnaby das Leben schwer macht. Jubal Warboy gibt sich als Gottesfürchtiger Mann aus, dabei berührt er die etwas naive und dümmliche Tochter Penn. Und Meredith Warboy ist eher mit einer Furie zu vergleichen als mit einer liebreizenden Gattin und Mutter.

Die Situation um die Gefangenen und Barnaby Warboy spitzt sich zu, als festgestellt wird, das Penn schwanger ist. Sie bezichtigt Angus McLeod angeblich der Vergewaltigung, doch dieser beteuert natürlich, das er sie nicht angerührt habe, trotz seiner glühenden Liebe zu dem Mädchen. Es tritt eine Situation ein, die das Leben aller Beteiligten grundlegend verändert.

Mein Fazit:

Das Buch hat über 637 Seiten. Im Nachhinein kommt es einem nicht so vor. Die Geschichte um die Flüchtlinge beginnt ziemlich holperig, weil viele Personen erwähnt werden, aber dann auch wieder in der Versenkung verschwinden. Es ist ziemlich lange unklar, wer eigentlich die Hauptfigur in diesem Roman ist. Am Ende weiß man es!

Lange Zeit dümpelt die Geschichte auch um diese Farm und ihre Gefangenen. Es erschien keinen Sinn zu ergeben und auch jetzt noch habe ich einige offene Fragen. Sie werden wohl nie beantwortet.

Allgemein betrachtet ist dies für mich kein Spitzenroman, aber es gibt auch schlechtere. Ich stehe dem eher mit gemischten Gefühlen gegenüber. Die Spannung baute sich sehr langsam aber stetig auf, ein großes Pluspunkt. Ein Minuspunkt hingegen sind die vielen vielen Zeitsprünge und die vielen Personen, die offenbar nur am Rande eine Rolle spielen, aber mehr Raum einnehmen, als sie eigentlich sollten (aus meiner Sicht zumindest). Ich nehme aus diesem Roman aber sehr viel Wissen mit, immerhin weiß ich nun, wie Tasmanien zu seinem Namen kam und wo es überhaupt ist. Der Leser lernt sehr viel Allgemeinwissen dazu. Schon allein deshalb ist es wert, gelesen zu werden.

Anmerkung: Die Rezension stammt aus November 2006.

Veröffentlicht am 08.01.15!

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