Nicholas Evans: Der Pferdeflüsterer

3442457491Nicholas Evans: Der Pferdeflüsterer

Originaltitel: The Horse Whisperer (1995)
übersetzt von Bernhard Robben
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 413 Seiten
ISBN-10: 3442457491
ISBN-13: 978-3442457496
Hier ist der Film dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

Annie Maclean, in ihrem Job als Chefredakteurin auch Annie Graves (Ihr Mädchenname) genannt, ist knall in ihrem Job und auch privat. Ihre Tochter Grace, gerade mal 13 Jahre alt, spornt sie stets zu Höchstleistungen an. Da ist es nicht verwunderlich, das Grace sich dem Vater Robert Maclean, einem angesehenen New Yorker Rechtsanwalt, eher anvertraut als Annie.

Doch als Grace mit ihrem Pferd Pilgrim einen folgenschweren Unfall hat, müssen Robert und Annie am gleichen Strang ziehen. Grace hat nicht nur ihre beste Freundin Judith bei dem Unfall verloren, auch ihr rechtes Bein musste amputiert werden. Pilgrim hat auch offensichtlich große Verletzungen erlitten, denn eigentlich hätte er den Unfall gar nicht überlegen dürfen und die Tierärzte möchten ihn mit einem Gnadenschuß erlösen. Doch Annie lehnt es ab. Der Hengst rebelliert und läßt niemanden an sich heran. Auch die Heilung der tiefen Wunden ist daher schwierig.

Nach dem Unfall findet Annie keinen Zugang mehr zu Grace und sie spürt auch, das mit Pilgrim zu tun hat. Daher macht sie sich auf die Suche nach einem Pferdeflüsterer und findet ihn auch in Tom Booker, einem Rancher in Montana. Da er ihr jedoch offensichtlich nicht helfen will, setzt Annie sich mit Grace und Pilgrim ins Auto und macht sich auf die lange Reise nach Montana. Sie stößt bei Grace auf wenig Gegenliebe und erntet Schweigen.

In Montana angekommen kann sie schließlich Tom Booker dazu bringen, sich Pilgrim anzunehmen. Aber er will Grace‘ Hilfe dabei haben, denn er spürt den großen Konflikt zwischen Mutter und Tochter. Doch Tom Booker, in sich selbst ruhend und stets zu einem kleinen Scherz aufgelegt, hat sich in Annie verguckt. Auch Annie ist dem nicht abgeneigt, doch in erster Linie stehen für beide Grace und Pilgrim. Aber die Liebe wächst und bahnt sich ihren Weg. Allerdings sind nicht alle in ihrer näheren Umgebung besonders glücklich über diese Entwicklung.

Mein Fazit:

Ich habe das Buch nun gelesen und die letzte Stunde von dem Film noch einmal gesehen. Und ich sage es erneut (obwohl es ja allen bekannt sein dürfte), die Bücher sind immer besser als die Verfilmungen. Allerdings muss ich dem Autor und auch dem Drehbuchautoren eine Kritik erteilen: Bei beidem ist das Ende nicht gelungen. Ich meine, ich muss nicht immer ein Happy End im Buch haben. Aber DAS Ende hat mich so schockiert, das ich es fast schon nicht mehr empfehlen kann. Es ist auch irgendwo unwirklich, unglaubwürdig. Da stellt man den Rancher Tom Booker als erfahrenen und weisen Mann hin, der auf alle Lebenslagen scheinbar eine Antwort weiß und dann begibt er sich auf soo törichte Art und Weise in Gefahr. Das paßt nicht zusammen. Auch die Reaktion von Annie und Grace danach sind für mich absolut unverständlich. Das Ende hat der Autor nicht glücklich getroffen. Wenn man vom Ende absieht, ist es sehr schön geschrieben, flüssig und ohne große Umschweife. Man kann sich in die Charaktere jetzt noch besser hinein versetzen als durch den Film. Und es ist auch tatsächlich so, das Nicholas Evans das Buch eher um Annie aufgebaut hat und nicht um Grace oder Pilgrim. Daher muss man die Geschichte auch als eine sehr große Liebesgeschichte betrachten.

Anmerkung: Die Rezension stammt aus Dezember 2005!

Neu veröffentlicht am 13.01.15!

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