Danielle Steel: Big Girl

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Originaltitel: Big Girl (2010)
übersetzt von Silvia Kinkel
Verlag: Weltbild Verlag
Seitenanzahl: 367 Seiten
ISBN-10: 3863651030
ISBN-13: 978-3863651039

Inhaltsangabe:

Victoria Dawson wächst in L.A. auf. Obwohl von ihren Eltern durchaus gewünscht, hat sie sie ungewollt vom ersten Tag an enttäuscht. Ihr Vater nennt sie nach der Queen Victoria, weil sie ihr ähnlich sieht. Doch das meint er nicht unbedingt liebevoll. Ihre Nase ist komisch, sie hat lange Beine und kämpft ständig mit ihrem Gewicht. Einzig ihre Liebe zu ihrer Schwester Grace hält sie an zu Hause fest. Sie liebt ihre kleine Schwester abgöttisch, obwohl sie von Anfang anders behandelt wird als sie selbst.

Mit 18 Jahren zieht Victoria aus, um zu studieren. Auch da kann sie es ihren Eltern nicht recht machen. Lehrerin wäre kein echter Beruf und sie würde kaum was verdienen. Und intelligente Frauen würden eh keinen Mann finden. Mit diesem riesigen Päckchen an Gemeinheiten und Oberflächlichkeiten muss Victoria in ihrem Erwachsenenleben zurecht kommen und obwohl schon viele etliche Kilometer zwischen ihnen liegen, bestimmen sie noch immer ihr Leben.

Als sie in New York eine Stelle als Lehrerin an einer Privatschule findet, kann ihr Vater auch das nicht honorieren. Aber Victoria weiß, das sie ihren Weg gehen muss und sie kämpft sich weiter durch … Viele Hürden und Enttäuschungen muss sie überwinden, bis auch sie endlich versteht, das sie ein sehr liebenswerter und durchaus attraktiver Mensch ist, der es verdient hat, geliebt zu werden.

Mein Fazit:

Das war mal ganz was Anderes von der Autorin. Hach … was habe ich mit Victoria gelitten.

Victoria wird von klein auf eingeredet, das sie nichts wert ist, sie zu groß und zu dick ist und nur auf die Gunst ihrer Eltern angewiesen sein wird. Dem Vater ist der Schein wichtiger als Sein und die Mutter schwimmt in diesem Strom mit. So hat Victoria es sehr schwer, sich zu einer selbstbewußten Persönlichkeit zu entwickeln. Erst als sie auf dem College und somit weit weg von zu Hause ist, gewinnt sie etwas Abstand. Dennoch leidet sie unter den markigen Sprüchen ihres Vaters und dem ignoranten Verhalten der Mutter. Obwohl sie sich allmählich abnabelt und ihren eigenen Weg geht, kann sie sich nicht weiter stärken, denn die schlechten Erfahrungen, die sie macht, scheinen die Eltern nur zu bestätigen. Erst, als sie in New York eine Stelle als Lehrerin annimmt und sich dort ein neues Leben aufbaut, wird es langsam besser. Aber es ist immer wieder von Rückfällen in alte Verhaltensmuster geprägt, mit ihrer Fresssucht und der Unfähigkeit, sich selbst aus den Tiefs herauszuziehen.

Mir hat die Person Victoria Dawson sehr gefallen. Sie war von der ersten Seite an sympathisch und ihr Handeln nachvollziehbar. Einzig die Liebe zu ihrer Schwester fand ich ein bißchen übertrieben. In der Regel sieht die Realität da etwas anders aus. Aber gut, ist künstlerische Schaffensfreiheit und das tut der eigentlichen Geschichte ja auch keinen Abbruch. Da ich selbst eine nicht besonders glückliche Kindheit hatte, konnte ich Victoria sehr gut verstehen und das Verhalten der Eltern überhaupt nicht nachvollziehen. Ein nicht vorhandenes Selbstbewußtsein kann einem das Leben wirklich schwer machen und man tappst dann auch noch in Dinge rein, für die man eigentlich nichts kann. Sehr blöd so etwas.

Nach den vielen Romanen, die eher in der Oberschicht spielten, hat mir dieses Buch ausgesprochen gut gefallen, obwohl der Schreibstil der Autorin sich nach wie vor nicht weiter entwickelt hat. Victoria Dawson stammt nicht aus reichem Haus und hat sich vieles selbst erarbeitet. Ihr wurde nichts geschenkt, bis auf die Ausbildung. Einziger Kritikpunkt am Buch sind die ständige Erwähnungen des emotionalen Teufelskreislaufes bei der Fresssucht. Nach der Hälfte des Buches hatte ich als Leserin schon verstanden, warum sie immer wieder gegessen hat. Aber nun denn …

Von mir als Danielle Steel-Fan gibt es begeisterte fünf Sterne.

Veröffentlicht am 25.01.15!

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