Boys don’t Cry

usaBoys don’t Cry (1999)

Regie: Kimberly Peirce
Drehbuch: Kimberly Peirce, Andy Bienen
Produktion: Christine Vachon, John Hart, Eva Kolodner
Musik: Nathan Larson
Kamera: Jim Denault
Darsteller: Peter Sarsgaard, Hilary Swank, Chloë Sevigny, Brendan Sexton III, Alison Folland, Alicia Goranson, u.v.a.
Dauer: 118 Minuten

B0000C4LZEInhaltsangabe:

Nebraska 1993: In Falls City lebt die 21jährige Teena Brandon (Hilary Swank). Schon von Geburt an fühlt sie sich im falschen Körper und kleidet und gibt sich wie ein junger Mann. Ständig bringt sich Teena in Schwierigkeiten, da sie mit den Mädchen flirtet und somit deren Freunde Hörner aufsetzt. Außerdem hat sie schon eine kriminelle Vergangenheit und wartet auf ein Gerichtsverfahren wegen Diebstahl.

Eines Tages lernt sie Lana (Chloë Sevigny) kennen und lieben. Lana ist in einer Gruppe junger Rowdies und Durchgeknallter. Doch Teena schafft es, sich mit dem Namen Brandon Vertrauen zu den Leuten zu erschleichen. Doch damit beginnen langsam die Schwierigkeiten. Lana verliebt sich ernsthaft in Brandon und sucht körperliche Nähe. Und Teena hat trotz aller Bemühungen Spuren der Weiblichkeit, die den anderen nicht verborgen bleiben.

Und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf, aus dem es keine Gewinner gibt.

Mein Fazit:

Dies ist ein sehr bewegendes Drama um einen Mensch, der nicht genau weiß, wohin er -oder besser gesagt sie- nicht hingehört. Hilary Swank hat für diese Rolle zurecht einen Oscar und einen Golden Globe bekommt, wo die Rolle nicht nur schwierig ist, sondern sicher große Probleme beim Dreh machte.

Hilary Swank wird mit dieser Rolle gezwungen, ihr Innerstes nach außen zu kehren. Sie küsst Frauen und liebt sie auch leidenschaft – mit einem Kunstpenis. Ebenso muss sie eine Vergewaltigung mitdrehen, die äußerst brutal wie auch demütigend ist. Und sie muss stets die innere Zerrissenheit demonstrieren, die die Figur schließlich empfindet. Denn Teena möchte ihre wahre Identität nicht verstecken, hat aber auch keine andere Möglichkeit, da sie aus sozial schwachen Verhältnissen kommt. So sieht sie sich gezwungen, ein verhändnisvolles Doppelleben zu führen mit fatalen Folgen.

Den Film zu verstehen ist nicht leicht, wo man doch von den eigenen Emotionen gefangen gehalten wird. Es kommt Abscheu, Ekel, aber auch Mitleid und Mitgefühl auf. Ich schüttelte sowohl über soviel Unverständnis wie auch Schock den Kopf. Das der Film auf einer wahren Begebenheit beruht, macht es für mich nicht besser. Und von Anfang an spürt man, das die Geschichte eigentlich nur in einer Katastrophe enden kann.

Hier wird auch das arme Amerika gezeigt, wo die Menschen nichts anderes können als sich zu betrinken oder ein Ding zu drehen. Die Hemmschwelle gegenüber anderen Menschen ist ziemlich weit unten und die Perspektivlosigkeit wird in vielen Szenen deutlich.

Der Film wird getragen von Hilary Swank und für die gnadenlose Veranschaulichung eines wahren Dramas bekommt der Film 95% von mir.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 19.07.2009.

Veröffentlicht am 30.01.15!

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