Ein Abend mit Mario Adorf!

450px-Mario_Adorf_(Berlin_Film_Festival_2011)Letzten Sonntag sagte mein Mann am Frühstückstisch, das er am Bahnhof immer Werbung für eine Lesung mit Mario Adorf sehen würde. Zugegeben, ich habe noch nie ein Buch von ihm gelesen und deutsche Filme sind für mich irgendwie nicht so wirklich attraktiv, aber einige sehr bekannte Filme sind mir dann doch in Erinnerung geblieben. Auch wenn ich noch nicht wirklich oft im Theater war, so ist mir der Name Mario Adorf durchaus ein Begriff und ich bekam spontan Lust, zur Lesung zu gehen.

Zehn Minuten später hatte ich mir ein Ticket gebucht. Meine Recherche ergab, das Mario Adorf zwar einige Bücher geschrieben hat, aber zu dem genannten Titel der Lesung leider nicht. Ich war mächtig gespannt!

Das „Theater am Aegi“ sollte auch Kultur-Banausen in Hannover durchaus ein Begriff sein. Zweimal war ich schon dort gewesen, beides Male Musicals. Da mein Mann sich um den Kleinen kümmerte, zuckelte ich allein mit dem Bus los in die Stadt.

eintrittskarte

Ich hängte also meine Jacke in den Schrank, stärkte mich mit Brezel und Wasser und ging dann gegen 19.45 Uhr in den großen Saal. Ja, und ich muss zugeben, ich mit meinen knapp 42 Jahren fühlte ich mich plötzlich als Küken 🙂 Das Publikum bestand überwiegend aus der älteren Generation.

Um Punkt 20 Uhr wurde es im großen Saal dunkel und auf dem Bildschirm auf der Bühne erschien eine ganze Serie von Bildern von Mario Adorf. Und dann – fast im Schatten der Bühne – erschien Herr Adorf in einem schwarzen Anzug. Selbstverständlich wurde er frenetisch begrüßt.

bühneUnd der Künstler begann sofort von seinen Blättern zu lesen, erzählte von seiner Kindheit, seiner Jugend und von seiner Studentenzeit an der Universität Mainz und später Zürich. Es ging weiter zu den Münchner Kammerspielen und zu seinen Filmen. Er arbeitete mit Berühmtheiten wie Heinz Rühmann, Hans Albers und Heinrich George (dem Vater von Götz George) zusammen und vom damaligen Theater-Regisseur Fritz Kortner sprach er sehr respektvoll. Während seiner humorvollen Erzählung gab der dem Publikum immer wieder mal kleine Kostproben von seinem Können: Dem Gesang und kleine Theater-Darbietungen. Bei der Rezitation von Shylock aus „Der Kaufmann von Venedig“ (William Shakespeare) überkam mich eine Gänsehaut. Eindringlich und doch mit soviel Würde …

Trotz der Pause zwischendurch verging der Abend wie im Flug. Mit Standing Ovations wurde der Abend beendet und Mario Adorf gab noch mal eine sehr heitere Zugabe. Es war schon beeindruckend. Mario Adorf hat eine sehr starke Bühnenpresenz, kann schon allein durch sein Auftreten respekteinflössend wirken, obwohl er von der Art seiner Erzählung her ganz anders wirkt.

Leider saß ich ja weiter hinten und ich konnte mir nicht ein Herz fassen und den Künstler um ein Autogramm oder gar Foto bitten. Aber dennoch kann ich sagen, das Herr Adorf mich sehr unterhalten hat und ich nicht eine Sekunde bereue, seine Lesung besucht zu haben. Möge er dem Publikum noch lange so vital und fit erhalten bleiben.

Vielen Dank, Herr Adorf, für diesen wunderschönen Abend.

Copyright des Bildes von M. Adorf: Wikipedia.org

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