Freedom Writers

usa Freedom Writers (2007)

Regie: Richard LaGravenese
Drehbuch: Richard LaGravenese
Produktion: Danny DeVito, Michael Shamberg, Stacey Sher
Musik: Mark Isham
Kamera: Jim Denault
Darsteller: Hilary Swank, Patrick Dempsey, Scott Glenn, Imelda Staunton, April L. Hernandez, Mario, u.v.a.
Dauer: 123 Minuten
Romanvorlage: „Freedom Writers“ von Erin Gruwell

B000QXDI2IInhaltsangabe:

Erin Gruwell (Hilary Swank) hat in den 90er Jahren die Rassenunruhen in Los Angelos erlebt und daher beschlossen, die Welt damit zu verbessern, um als Lehrerin bei den Unterpreviligierten zu arbeiten. Und so findet sie auch eine Anstellung an der Wilson Classical High School.

Dort erlebt sie die Schüler der 9.ten Klasse desillusioniert und voller Hass gegen alles, was nicht ihrer ehtnischen Gruppe zugehört. Die meisten haben den dringendsten Wunsch, lediglich einfach nur 18 Jahre alt zu werden. Gewalt, Bandenkriege, Verrat und fast täglich Schießereien auf den Straßen gehören zu ihrem Alltag.

Doch Erin, gestützt von ihrem Mann Scott Casey (Patrick Dempsey) gibt nicht auf. Als einiges Tages eine Karikatur in der Klasse auftaucht, beginnt ihre eigentliche Arbeit: Denn sie erzählt den Schülern was vom Holocaust und der Juden-Verfolgung. Sie nimmt mehrere Jobs an, um den Schülern Schreibhefte kaufen zu können und Ausflüge mit ihnen zu unternehmen. Entgegen aller Konventionen und dem Lehrplan liest sie mit den Schülern das Buch „Das Tagebuch der Anne Frank“ und lässt sie selbst jeden Tag ein Tagebuch führen.

Die Schüler können sich mit Anne Frank identifizieren, finden Parallelen zu ihrem eigenen Leben und beginnen allmählich, ihre Haltung zu überdenken und erkennen langsam, was richtig und was falsch ist. Erin schafft das, was vorher kein Lehrer geschafft hat: Sie kommen gerne zur Schule und sind bereit, hart an sich zu arbeiten, um doch noch eine Lebensperspektive zu bekommen.

Mein Fazit:

Wow, was für ein berührender Film. Selten hat mich ein Film so ergriffen wie dieser. Und er beruht auch noch auf Tatsachen.

Mich haben die Schicksale der Schüler erschüttert. Einige sind schon früh mit dem Gesetz in Konflikt geraten, die meisten erlebten schon in frühester Kindheit Gewalt und Tod. Der Bandenkrieg herrscht allgegegenwärtig. Besonders Eva (April L. Hernandez) ist eine starke Persönlichkeit in diesem Film. Neben der grandiosen schauspielerischen Darstellung ist auch die Geschichte der Eva sehr berührend. Ihr Vater sitzt unschuldig im Gefängnis und sie ist mitten im Bandenkrieg drin. Als sie Zeugin eines Mordes wird, soll sie erst für „ihre Familie“ aussagen. Im Zeugenstand jedoch sagt sie die Wahrheit und riskiert somit ihr eigenes Leben. Toll gespielt.

Ebenso toll gespielt hat auch Hillary Swank als Lehrerin, die sich unermüdlich für ihre „Kinder“ einsetzt, weil sie weiß, das sie Hilfe brauchen. Sie arbeitet sogar so viel, das sie darüber ihre Ehe zu Scott vernachlässigt. Und von ihrem Vater, gespielt von Scott Glenn, bekommt sie die Anerkennung, die sie seit Jahren schon von ihm hören will. Hillary Swank schafft es, mit ihrer Gestik und ihrer offenen, aber auch ruhigen Art zu überzeugen. Was diese Frau alles so spielen kann. Sie kann einfach in jede Rolle schlüpfen.

Die Jugendlichen werden von vielen unbekannten Darstellern dargestellt, aber die mangelnde Berühmtheit ist hier nicht entscheidend. Meines Erachtens nach macht es genau den Charme aus. Sie bringen glaubhaft und ehrlich ihre Rollen rüber. Ich habe ihnen alles abgenommen, sowohl das Negative wie auch Positive.

Die Grund-Thematik ist zwar nicht neu, aber in diesem Film toll rübergebracht. Inwieweit sich der Film nun an die Buchvorlage hält, vermag ich in Moment noch nicht zu beurteilen. Fest steht allerdings, das es diesen Klassenraum, diese Personen und die Handlung tatsächlich gab bzw. gibt, das die Schüler Tagebuch geführt haben und somit allmählich eine neue Perspektive bekamen. Und somit hat Erin Grewell trotz aller Verstöße gegen die Konventionen wohl alles richtig gemacht. Am Ende des Films wird erzählt, was aus den Schülern geworden ist und das überzeugt auch den letzten Zweifler.

100% für eine tolle Geschichte, tolle Darsteller und einem Film, der ohne Kitsch unglaublich berührend ist.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 21.08.2009.

Neu veröffentlicht am 09.03.15!

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