Pat Conroy: Der große Santini

3404117476Pat Conroy: Der große Santini

Originaltitel: The Great Santini (1976)
übersetzt von Till R. Lohmeyer und Gabriele Conrad
Verlag: Lübbe
Seitenanzahl: 476 Seiten
ISBN-10: 3404117476
ISBN-13: 978-3404117475

Inhaltsangabe:

Im Mittelpunkt diesen Romanes steht Bull Meecham, auch „Der große Santini“ genannt, und sein ältester Sohn Ben, der an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht.

Der große Santini kehrt aus Übersee zurück, um in Ravenel, South Carolina, eine eigene Fliegerstaffel zum großen Ruhm zu führen. Seine Frau Lillian und die vier Kinder folgen ihm treu, obgleich sie auch wissen, das es ein schweres Jahr wird, wenn der große Santini zu Hause ist.

Lillian, ihrem Mann treu ergeben, findet Trost und Zuversicht in ihrem Glauben, die Kinder finden andere Wege, um mit ihrer Unsicherheit fertig zu werden. Ben, der älteste in dem Quartett, spürt als erstes die Bedrohung von seinem Vater, obgleich er stets auf die feste Bande der Familie zählen kann. So hart und brutal der große Santini auch ist, seine Familie genießt stets auch Schutz.

Tatsächlich beginnt sich das Blatt entscheidend zu wenden, als ein junges Mädchen von einem dunkelhäutigen Mann brutal vergewaltigt wird. Alle Schwarzen in Ravenel stehen plötzlich auf dem Prüfstand und es ereignen sich Dramen, deren Ausgänge blutig und tödlich sind. Und auch Ben’s Basketball-Karriere bekommt auf bittere Weise eine andere Wendung und Benn glaubt nicht mehr an bedingungslosem Gehorsam. Aber er bekommt keine Gelegenheit mehr, sich von seinem Vater, dem großen Santini, dem größten Kampfpiloten, zu befreien.

Mein Fazit:

Ich gebe zu, das das Buch streckenweise nicht sehr unterhaltsam war. Manches hätte der Autor schlichtweg fallen lassen können.  Aber irgendwo hat es auch seinen Grund, das der Autor es mit in sein Werk nahm, und so setzen sich aus oft kleinen und unbedeutenden Episoden ein gesamtes Bild vom Süden und von den Menschen im Süden der USA zusammen. Es beschreibt außerdem die Stimmung in einer Zeit, vor dem Vietnam-Krieg und vor den Rassenunruhen, und wie sehr die Familie doch zusammen hielten.

Und so sehr Bull Meecham als Tyrann und Despot dargestellt wird, so zeigt es auch eine unverhofft liebevolle Seite, der seine Familie aufrichtig und ehrlich liebt. Ich bin gespannt, wann die Verfilmung dazu wieder mal ausgestrahlt wird. Es wird gemunkelt, das der Autor damit seine eigene Kindheit verarbeitet hat. Trotz der Schwachpunkte ein wunderbares Buch über den Süden!

Anmerkung: Die Rezension stammt aus Juli 2005.

Veröffentlicht am 23.07.15!

image_pdf

Einen Penny für Ihre Gedanken ...