Cecelia Ahern: Vermiss mein nicht

3596167353Cecelia Ahern: Vermiss mein nicht

Originaltitel: A place called here (2006)
übersetzt von Christine Strüh
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Seitenanzahl: 440 Seiten
ISBN-10: 3596167353
ISBN-13: 978-3596167357

Inhaltsangabe:

Im Alter von zehn Jahren machte Sandy Shortt die Erfahrung, das Menschen einfach verschwinden. Damals war es Jenny-May Butler, die als Kind plötzlich einfach vom Erdboden verschluckt war. Seither ist Sandy ständig auf der Suche, nach ihrem Lieblings-Teddy, Zahnbürste oder einzelnen Socken. Sie suchte stets so obszessiv, das ihre Eltern sie irgendwann zu Dr. Gregory Burton schickten.

Selbst die Berufswahl diente ihrem zwanghaften Suchen: Sie wurde Polizistin und suchte in ihrer Freizeit vermisste Menschen. Später eröffnete sie eine eigene Agentur und im Rahmen dieser Tätigkeit sollte sie sich auf die Suche nach Donal Ruttle machen. Jack Ruttle, Donal’s Bruder, beauftragt Sandy mit der Suche nach seinem Bruder. Schon ein knappes Jahr ist er verschwunden und die Polizei hat die Suche bereits aufgegeben.

Sandy joggt gerade, als sie sich plötzlich in einer anderen Welt befindet. Sie erkennt sehr schnell, sie ist im Land der verschwundenen Dinge – und Menschen. Es wird von den Menschen „hier“ genannt und doch hat Sandy das Gefühl, als gehöre sie dort nicht hin. Während Sandy im „hier“ ist, versucht Jack Ruttle nicht nur Donal zu finden, sondern auch Sandy. Denn er ist sich sicher, das ihr plötzliches Verschwinden nicht ihre freie Entscheidung war – trotz aller Behauptungen, die Sandy seit Jahren kennen.

Mein Fazit:

Was für ein Thema! Cecelia Ahern hat eine sehr schöne mystische Geschichte erzählt und dabei das Bild einer Frau gezeichnet, dessen Leben von ihrer Zwangsstörung geprägt ist. Sandy Shortt muss eigentlich immer suchen. Sobald sie etwas nicht finden kann, stellt sie alles auf den Kopf, um den vermissten Gegenstand zu finden. Obszessiv geht sie dem nach – ohne dabei Rücksicht auf die Gefühle anderer zu nehmen. Dr. Gregory Burton begleitet sie von ihrer Jugend bis in die Gegenwart und obwohl er Psychiater ist, kommt er mit damit schwer zurecht. Sie haben einander Gefühle investiert und doch können sie nicht ferner voneinander sein.

Auch die Unfähigkeit, Beziehungen aufzubauen oder gar kreativ zu gestalten gehören zu diesem Bild dazu. Die Abneigung gegen Kinder runden das Bild ab. Und dann landet sie plötzlich in dem „hier“. Sie ist verwirrt, denn plötzlich wird sie mit der anderen Seite konfrontiert – der Seite hinter dem Suchen – nämlich dem Finden. Sie findet fast alle Menschen, die sie suchte. Sie muss sich mit Dingen auseinandersetzen, die sie vorher kategorisch abgelehnt hat. Doch dann passieren auch im „hier“ plötzlich seltsame Dinge: Es verschwinden Dinge aus dem „hier“. Die Gemeinde ist in großer Aufruhr. Jack Ruttle spielt dabei keine unwesentliche Rolle, denn er glaubt nicht an den Menschen, der ihm von Verwandten und Freunden über Sandy gezeichnet wird. Ich als Leserin konnte Sandy Shortt auch nicht unbedingt immer verstehen oder ihre Handlungen nachvollziehen, aber sehr schnell akzeptierte ich sie als Heldin, denn sie hat wahrlich ihre guten Seiten – das sie trotz aller Unkenrufe eben nicht so schnell aufgibt.

Cecelia Ahern hat einen wunderbaren Roman geschaffen über das Suchen und Finden, über das Erkranken und Heilen und über die unergründliche Wege, wie ein Mensch zu sich selbst finden kann. Eine sehr vielschichtige Geschichte mit kleinen Längen zwischdurch, insgesamt ist der Roman aber glänzende vier Sterne wert.

Veröffentlicht am 16.08.15!

Einen Penny für Ihre Gedanken ...