Patricia Shaw: Die Feuerbucht

B008BDH5DIPatricia Shaw: Feuerbucht

Originaltitel: Orchid Bay (1999)
übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Seitenanzahl: 670 Seiten
ISBN-10: 3404146409
ISBN-13: 978-3404146406
Dies ist der 1. Teil der Mal Willoughby-Reihe.

Inhaltsangabe:

Die Schwestern Ruth und Emilie Tissington reisen im Jahre 1868 aus London nach Brisbane in Australien, um dort als Gouvernanten zu arbeiten. Und tatsächlich können sie Anstellungen bekommen – Ruth irgendwo im Landesinneren und Emilie in Maryborough.

Emilie Tissington ist zunächst verstört vom dem „Busch“ in Australien. Die Menschen sind so anders als sie es gewohnt ist und die ständige Hitze macht ihr schwer zu schaffen. Und als sie plötzlich den jungen, aber liebenswürdigen Mal Willoughby begegnet, ist sie sehr vereinsamt und schüchtern. Obwohl es gegen ihre Überzeugung spricht, fühlt sie sich zu Mal magisch hingezogen.

Doch Mal Willoughby wird eines schweren Verbrechens beschuldigt: Er soll einen Goldtransport beraubt und dabei drei Menschen getötet haben. Emilie ist sich von Anfang an sicher, das er unschuldig ist. Dennoch kann sie nichts für ihn tun und muss daher auf ein Wunder hoffen …

Mein Fazit:

Patricia Shaw hat eine sehr schöne Geschichte erzählt. Im Mittelpunkt des Geschehen steht Emilie Tissington, die zusammen mit ihrer Schwester nach Australien reist, um ihr Glück zu versuchen. Von ihrem zu Hause vertrieben und völlig verarmt bleibt den beiden jungen Frauen nichts anderes übrig als in der weiten Fremde ihr Glück zu versuchen. Und obwohl sie beide die gleiche Erziehung genossen haben, entwickeln sie sich so unterschiedlich. Ruth beharrt auf die Konventionen, die ihnen von Kindesbeinen an beigebracht wurden, während Emilie sich dem Leben durchaus anpasst und teilweise über sich hinaus wächst. Nicht so ganz unschuldig ist der Mal Willoughby dabei nicht. Völlig zu Unrecht wird er eines Verbrechen beschuldigt und sein einziger Ausweg ist die Flucht ins Buschland. Doch bevor er flieht, gibt er Emilie 400 Pfund, welches er auf den Goldfeldern erwirtschaftet hat. Obwohl sie es selten anrührt, verleiht ihr das Geld Flügel und Möglichkeiten, die sie im versnobten England niemals gewagt hätte zu ergreifen.

Es war eine spannende Erfahrung, die Entwicklung der Emilie zu lesen. Wie sie aufblühte und sich großer Beliebtheit unter den Menschen erfreute. Auch die Liebe zu Mal ließ sie aufblühen, auch wenn sie sich stets an die Konventionen hielt. Die Schwester hingegen wurde mir immer unsympathischer und irgendwie geschah ihr das Alles, was ihr passierte, auch nur Recht. Und da war natürlich noch das ungeheuerliche Verbrechen, das im Busch verübt wurde. Auch hier wurde beim Lesen deutlich, welche widrigen Umstände die Kolonialisierung so mitsich brachte. Die Autorin hat dabei auch mit Beschreibungen der Landschaften und der Menschen zur damaligen Zeit nicht gespart. Aber ob es tatsächlich so war, vermag ich nun nicht so ganz beurteilen.

Insgesamt gesehen empfinde ich es als sehr erfrischend und ich habe die Geschichte um Emilie und Mal sehr genossen, daher gibt es von mir vier glänzende Sterne von mir.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 30.08.15!

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