Ricki – Wie Familie so ist

usaRicki – Wie Familie so ist (2015)
Originaltitel: Ricki and the Flash

B014U1XINKRegie: Jonathan Demme
Drehbuch: Diablo Cody
Produktion: Mason Novick, Marc Platt, Ronald M. Bozman
Kamera: Declan Quinn
Darsteller: Meryl Streep, Kevin Kline, Mamie Gummer, Sebastian Stan, Ben Platt, Rick Springfield, u.v.a.
Dauer: 101 Minuten

Inhaltsangabe:

Ricki (Meryl Streep) ist eine alternde Rock-Lady, die es jedoch leider nicht so ganz zum großen Ruhm geschafft hat. An den Wochenenden spielt sie mit ihrer Band in einem Club und tagsüber arbeitet sie im Supermarkt. Plötzlich erhält sie einen Anruf von ihrem Ex-Mann Pete (Kevin Kline). Tochter Julie (Mamie Gummer) ist in ernsten Schwierigkeiten. Sie wurde gerade von ihrem Mann verlassen und ist höchst depressiv.

Mit ihrem letzten Geld reist Ricki von Los Angeles nach Indianapolis, um ihrer Tochter aus ihrer Krise zu helfen. Doch Julie hat anfangs nur Hass für sie übrig, war Ricki doch die letzten Jahre für ihre drei Kinder gar nicht da. Pete hatte inzwischen neu geheiratet und seine Frau Maureen (Audra McDonald) hat an Rickis Stelle die Kinder groß gezogen.

Sich dieser Tatsache bewußt, wird sie auch nicht von ihren Kindern verschont. Es hagelt spitze Bemerkungen und offene Vorwürfe. Dennoch gibt sie sich Mühe. Als es Juli wieder besser geht und Maureen auch wieder zu Hause ist, reist sie nach Los Angeles ab. Dennoch hadert sie mit sich, denn sie empfindet es als eine schreiende Ungerechtigkeit. Während Männer stets ungeschoren ihren Karriere-Zielen nachgehen können, wird sie als Mutter dafür gesteinigt.

Doch dann erhält sie eine Einladung zur Hochzeit ihres Sohnes Josh (Sebastian Stan).

Mein Fazit:

Ich mag Meryl Streep sehr, sie hat bisher immer tolle Rollen gehabt und diese in der Regel auch mit Leben gefüllt. Und das sie auch singen kann, wissen wir ja unlängst seit „Mamma Mia“.

In dieser Rolle war Meryl Streep für mich leider nicht ganz so überzeugend. Ich glaube, die Rolle hat ihr nicht so ganz gepaßt. Zwar hat sie in den Konflikten mit ihren Kindern durchaus geglänzt, aber insgesamt gesehen war es nicht ihre Rolle. Vielleicht lag es auch daran, das ihre reale Tochter Mamie Gummer die Film-Tochter war. Es fehlte einfach das letzte bißchen, was Meryl Streep sonst zu einer grandiosen Schauspielerin macht. Mamie Gummer empfand ich als sehr erfrischend ehrlich. Ihre Miene war schon gut anzusehen bei den ganzen hitzigen Debatten. Ich glaube, man wird noch das eine oder andere von ihr sehen.

Der Film wird gefüllt von der Musik, die Ricki so sehr liebt, dir ihr aber nie den gewünschten Ruhm erbrachte. Dennoch singt und spielt sie weiter abends auf der Bühne und wird von den Menschen geliebt. Band-Leader Greg (ein kaum wieder zu erkennender Rick Springfield) liebt sie ebenfalls. Auch er hat seine Narben in der Seele, kann ihre innere Zerrissenheit durchaus nachempfinden. Kaum jedoch ist Ricki in ihrem Apartment, wird ihr nur allzu deutlich bewußt, das sie einsam ist. Sie liebt ihre Kinder durchaus, doch das sichere Leben, wie sie es gewohnt sind, konnte sie ihnen nie bieten.

Das Ende möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber ich möchte dennoch anmerken, das ich es durchaus sympathisch finde. Und noch eines möchte ich kurz bemerken: Kevin Cline war einmal so fürchterlich geschminkt, das der Ansatz an den Haaren zu erkennen war. Ich finde, das darf in einer solchen Produktion einfach nicht passieren.

Insgesamt gesehen ist es ein recht unterhaltsamer und kurzweiliger Film, den man an einem verregneten Sonntag durchaus sehen kann. Aber ein Blockbuster ist es meiner Meinung nach eher nicht. Von mir bekommt er nur 75%.

Veröffentlicht am 16.09.15!

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