Aimée & Jaguar

germanyAimée und Jaguar (1999)

Regie: Max Färberböck
Drehbuch: Max Färberböck, Rona Munro
Produktion: Hanno Huth, Feliks Pastusiak, Günter Rohrbach
Musik: Jan A.P. Kaczmarek
Kamera: Tony Imi
Darsteller: Maria Schrader, Juliane Köhler, Johanna Wokalek, Heike Makatsch, Elisabeth Degen, Detlev Buck, u.v.a.
Dauer: 125 Minuten
Romanvorlage: „Aimée und Jaguar“ von Erica Fischer

B00004U421Inhaltsangabe:

Berlin 1943: Lilly Wust (Juliane Köhler) ist eine eher gelangweilte Soldatenfrau, die neben ihren vier kleinen Kindern noch einige eher lieblose Affären unterhält. Durch ihre Haushaltshilfe Ilse (Johanna Wokalek) lernt sie die geheimnsivolle und charmante Felice Schragenheim (Maria Schrader) kennen.

Felice ist jüdischer Abstammung, arbeitet jedoch mit fremden Papieren in einer Redaktion der NS-Zeitung. Nebenbei schanzt sie dem Widerstand noch wichtige Informationen zu. Felice steht auf Frauen und kennt wenig Scham, ist wild und unbelehrbar. Sie verliebt sich sofort in die blonde Schönheit und beginnt um sie zu werben.

Lilly weiß von Felice’s Abstammung nichts und fühlt sich wohl mit ihren neuen Freundinnen. Sie feiern ausgiebige Partys. Und bei einer dieser Partys kommen sie sich näher. Anfangs noch unsicher mit den neuen Erfahrungen blüht Lilly doch mit der Zeit auf, sie hat sich ebenfalls in Felice verliebt und kann ihr Glück kaum fassen.

Doch Felice muss eine Entscheidung treffen: Noch hat sie die Chance, mit falschen Papieren Deutschland zu verlassen. Ihre Freundinnen tun es, aber sie entscheidet sich für die Liebe. Nur muss noch Lilly eingeweiht werden …

Mein Fazit:

Ich habe vor Jahren das Buch gelesen und auch schon den Film gesehen. Nun – nach gut zehn Jahren – habe ich mir den Film noch einmal angesehen und ich bin schlichtweg begeistert, was bei deutschen Filmen selten passiert.

Maria Schrader und Juliane Köhler wurden mehrfach für diese Rollen ausgezeichnet – und meines Erachtens nach zu Recht. Maria Schrader als die attraktive, wilde Jüdin, die kaum Angst kennt bzw. sehr viele Risiken für ihre Überzeugungen eingeht. Nur ihre Großmutter konnte sie bislang zähmen.
Es wird erstmals ein innerer Konflikt sichtbar, als Lilly sich offen zur lesbischen Liebe bekennt und Felice sich gleichzeitig entscheiden muss, ob sie fliehen oder bei Lilly bleiben soll. Sie konnte jederzeit entdeckt werden und Lilly hatte keine Ahnung davon. Um sie zu schützen, hatte Felice nichts gesagt. Toll gespielt – nicht nur in diesen Szenen. Auch die ersten Erfahrungen, die Lilly in der lesbischen Liebe machte, wurden toll dargestellt und es ist eine Glanzleistung, so etwas überzeugend zu spielen.

Das Thema ist natürlich alt, aber hier kommt noch das Tabu-Thema Homosexualität hinzu, was damals noch ganz anders gehandhabt wurde wie heutzutage. Auch das wird deutlich in den Szenen, mit den Eltern, mit den Nachbarn etc.

Der Film bietet nicht nur eine wahre Geschichte, sondern auch Schauspielkunst auf höchstem Niveau. Ich habe ihn beim zweiten Anschauen sogar besser empfunden als beim ersten Mal. Für mich ist dieser Film 95% wert und absolut zu empfehlen.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 12.09.2010.

Veröffentlicht am 28.09.15!

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