Kass Morgen: Die 100

3453269497Kass Morgan: Die 100

Originaltitel: The 100 (2013)
übersetzt von Michael Pfingstl
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 318 Seiten
ISBN-10: 3453269497
ISBN-13: 978-3453269491
Dies ist der 1. Teil der Die 100-Reihe.
Hier ist die TV-Serie dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

300 Jahre nach Stunde Null: Die Menschheit musste sich damals auf zwei Raumschiffen retten, um der atomaren Katastrophe auf der Erde zu entgehen. Auf der Walden und der Phönix sind die letzten verbliebenen Menschen und sie leben unter strengen Regeln. Auf viele Vergehen steht die Todes-Strafe. Selbst jugendliche Straftäter sind nicht davor gefeit, allerdings werden sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr im Arrest untergebracht, ehe dann ihr Fall neu verhandelt wird – meist mit dem gleichen Ergebnis.

Die Lebensbedingungen auf den Schiffen werden immer schlechter. Nahrungsmittel sind knapp und der Sauerstoff wird immer dünner. Die Regierung sieht sich gezwungen, 100 jugendliche Straftäter auf die Erde zu schicken, um zu testen, ob die Strahlung noch tödlich ist oder ob inzwischen ein Leben dort wieder möglich ist. Unter diesen 100 Jugendlichen befinden sich auch Wells (der Sohn des Kanzlers), Clark und Bellamy. Mit ihren verschiedenen Fähigkeiten und Anlagen versuchen sie das Beste aus der Situation zu machen, doch sie alle sind Straftäter und bringen somit auch viele Altlasten mit.

Glass konnte vor dem Start des Transporters noch fliehen und erhielt auf wundersame Weise eine Begnadigung. Anstatt sich darüber zu freuen, erkennt sie, wie brenzlig die Lage auf den Schiffen wirklich ist.

Mein Fazit:

Ich habe schon einiges von dem Buch gehört und gelesen. Die Meinungen darüber sind durchaus zwiegespalten, wie ich festgestellt habe. Demnächst kommt die erste Staffel auf DVD heraus und ich wollte zumindest den ersten Teil der Reihe schon mal gelesen haben.

Die Grundstory ist wirklich sehr faszinierend. Die restliche Menschheit lebt im All auf zwei großen Raumschiffen. Sie mussten von der Erde fliehen, wo eine atomare Apokalypse statt fand. Selbst dreihundert Jahre später ist es für die Menschen kaum vorstellbar, das man dort wieder leben kann. Doch die Regierung will nichts riskieren. Sie schicken 100 jugendliche Straftäter hinunter, um zu testen, ob dort wieder Leben möglich ist. Die Jugendlichen sind teilweise wegen banaler Vergehen eingesperrt. Die eine hatte Medikamente gestohlen, eine andere eine nicht genehmigte Schwangerschaft ausgetragen. Allerdings haben die strengen Regeln durchaus ihren Sinn. Die Recourcen sind knapp, nicht jeder wird satt, Platz ist auch nicht unbegrenzt vorhanden. Damit die Menschheit überleben kann, müssen einzelne durchaus sterben, weshalb auch immer. Selbst eine Mutter, die ein zweites Kind bekommen hat, kann durchaus mit dem Tode bestraft werden.

In dieser Situation werden 100 jugendliche Straftäter zur Erde geschickt – als Versuchs-Kaninchen, nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Und ohne Kenntnisse darüber, wie man auf der Erde überhaupt überleben soll. Nur vereinzelte Jugendliche wissen, wie man sich zurecht finden kann. Drei Jugendliche stechen dabei besonders hervor: Wells, Clark und Bellamy. Jeder der drei kann für die Gemeinschaft ungeheuer nützlich sein, jedoch haben sie mit ihren eigenen Altlasten und mit den übrigen Staftätern zu kämpfen, denn nun gibt es keine Ordnung mehr – es herrscht das Gesetz des Stärkeren.

Soweit die Grundstory! Leider finde ich die Umsetzung der Geschichte nicht wirklich gut gelungen. Es war am Anfang für mich wirklich sehr anstrengend, den einzelnen Geschichten wirklich zu folgen. Denn es wechselte häufig in die Vergangenheit. Es gibt kaum erklärende Ansätze, sondern mehr Andeutungen, die sich zwar zum Teil zum Ende hin auflösten, mich aber zwischendurch frustriert zurückließen. Es wird auch nicht wirklich auf die neue Situation, die Landung auf der Erde, eingegangen. Und oft genug hatte ich das Gefühl, als gäbe es im Lager nur die drei Haupt-Personen und einen ominösen Graham, von dem man überhaupt nichts erfährt, der aber ziemlich rumstänkert. Die Situation auf dem Schiff wird da schon eher beschrieben und sie wurden mehr mit Leben gefüllt, die Abschnitte mit Glass und Luke haben mir gut gefallen. Ich konnte mir das beengende Lebensgefühl dort sehr gut vorstellen und die Handlungen von Glass und Luke gut nachvollziehen.

Ich bin ja guter Hoffnung, das die Autorin sich da vielleicht noch etwas weiter entwickelt. Weiterlesen will ich es auf jedenfalls, denn die Geschichte hat ungeheures Potenzial, auch wenn es unbefriedigend umgesetzt wurde. Dieser Teil bekommt von mir drei Sterne.

Veröffentlicht am 12.11.15!

Ein Gedanke zu „Kass Morgen: Die 100

Einen Penny für Ihre Gedanken ...