The Company You Keep – Die Akte Grant

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The Company You Keep – Die Akte Grant (2012)
Originaltitel: The Company You Keep

B00E0D1XWCRegie: Robert Redford
Drehbuch: Lem Dobbs
Produktion: Bill Holderman, Shawn Williamson, Robert Redford
Musik: Cliff Martinez
Kamera: Adriano Goldman
Darsteller: Shia LaBeouf, Robert Redford, Julie Christie, Susan Sarandon, Sam Elliott, Brendan Gleeson, u.v.a.
Dauer: 125 Minuten
Romanvorlage: „The Company you keep“ Neil Gordon

Inhaltsangabe:

Alles beginnt damit, das sich Sharon Solarz (Susan Sarandon) stellen will und auf dem Weg dorthin vom FBI verhaftet wird. Warum? Vor dreißig Jahren gehörte sie einer militanten Gruppe an, den Weathermen. Sie haben Bombenanschläge und Bank-Überfälle verübt als Ausdruck dafür, das sie gegen das politische Establishment sind und den Vietnam-Krieg verurteilen. Bei einem dieser Bank-Überfälle wurde ein Wachmann getötet, seither standen die Mitglieder dieser Gruppe beim FBI auf der Fahndungsliste.

Doch niemand wurde bislang gefasst, alle Mitglieder konnten untertauchen und sich mit einer falschen Identität eine neue Existenz aufbauen. So auch Jim Grant (Robert Redford). Als sich Solarz Jim als Anwalt zur Verteidigung wünscht, lehnt er dankend ab. Seit dem Unfall-Tod seiner Frau vor einem Jahr zieht er seine Tochter Isabel (Jackie Evancho) allein groß. Doch die Sorge um die trauernde Tochter ist nur vorgeschoben und der Reporter Benjamin Schulberg (Shia LaBeouf) wittert eine große Story. Sehr schnell erfasst er, das Jim Grant eigentlich Nick Sloan heißt und selbst auf der Fahndungsliste steht.

Jim bringt seine Tochter bei seinem Bruder Daniel (Chris Cooper) unter und flieht in Richtung Mittleren Westen. Er ist auf der Suche nach Mimi Lurie (Julie Christie), denn nur sie kann seine Unschuld beweisen. Benjamin und das FBI sind Jim jedoch fest auf den Fersen …

Mein Fazit:

Dies ist ein ganz typischer Robert Redford-Film. Wer seine Regie-Arbeiten kennt, weiß, das seine Filme stets eine große Ruhe ausstrahlen und die insich erzählenden Geschichten viel Tiefgang haben. Und bei diesem ist es nicht anders. Wer einen mitreißenden und temporeichen Action-Reißer erwartet, wird sicher enttäuscht. Mir hingegen hat der Film vor allen Dingen auf der menschlichen Ebene sehr gefallen.

Robert Redford hat hier die Hauptrolle des Jim Grant bzw. Nick Sloan übernommen. Er ist Witwer und alleinerziehender Vater. Seine Frau verstarb bei einem Auto-Unfall und seither sorgt er für seine erst elfjährige Tochter allein. Er hat offensichtlich eine sehr innige Beziehung zu ihr, dessen Liebe sich durch seine Vergangenheit jedoch noch verstärkt. Denn er war bei der Terror-Gruppe The Weathermen und war dort mit seiner großen Liebe Mimi Luri (Julie Christie) zusammen. Trotz der Auflösung der Gruppe hatte Jim noch eine Weile auf sie gewartet, in der Hoffnung, noch ein gemeinsames Leben mit ihr verbringen zu können. Wie sich dann am Ende heraus stellt, blieb sie ihrer Linie jedoch bis zur Gegenwart treu. Mir als Zuschauerin stockte da schon der Atem, wie hoch ihr Preis für ihre Ideologie war. Das wird im Dialog deutlich (ich möchte nicht spoilern, daher nur die vage Andeutung). Daher wird hier auch deutlich, warum Jim Grant so spät noch einmal Vater geworden ist, weil er lange auf Mimi gewartet hat und erst sehr spät seine Frau kennen lernte.

Benjam Schulberg, ein kleiner Reporter, der auf der Abschluss-Liste des Chef-Redakteurs (Stanley Tucci) steht, erkennt ziemlich scharf die Zusammenhänge und obwohl er sehr hartnäckig recherchiert, erkennt auch er am Ende die ganze Tragik der Geschichte. Und es geht über seinen moralischen Codex hinaus und er riskiert dafür seinen Job.

Diese tiefgreifende Geschichte hat mich sehr beschäftigt. Wie weit geht einem die Ideologie? Ist man bereit, für seine Überzeugung jeden Preis zu bezahlen, sowohl menschlich als auch gesellschaftlich? Wie groß muss die Liebe sein, um sich von dem Gegenteil überzeugen zu lassen? Teilweise denke ich auch jetzt noch, ein paar Tage nach dem Film, darüber nach.

Die Schauspieler haben großartige Arbeit geleistet, es gibt da keine Ausnahme. Robert Redford hat einige hochkarätige Alt-Stars zusammen getrommelt und sie können dem Film sehr viel Glaubwürdigkeit verleihen. Einzig die Tatsache, das sich das FBI an einen Reporter dranhängen musste, um Jim Grant zu finden, fand ich ein bißchen daneben. Und über die Bemerkung mit dem Datenschutz möchte ich jetzt mal nicht sinnieren … dank NSA wissen wir ja nun, das es mehr Schein als Sein ist.

Alles in allem hat mir der Film sehr gut gefallen und ich vergebe sehr nachdenkliche 90%.

Veröffentlicht am 17.11.15!

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