Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

3492060226Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

Originaltitel: Station Eleven (2014)
übersetzt von Wibke Kuhn
Verlag: Piper Paperback
Seitenanzahl: 416 Seiten
ISBN-10: 3492060226
ISBN-13: 978-3492060226

Inhaltsangabe:

Nur ein Wimpernschlag und schon sind 99,99% der Menschheit ausgelöscht. Die Georgische Grippe verbreitet sich rasend schnell um die Welt und die Todesrate beträgt nahezu 100%. Innerhalb weniger Tage bricht das Gefüge der menschlichen Zivilisation auseinander und die Überlebenden beginnen mit dem Jahr 0 im neuen Zeitalter.

Doch kurz bevor die Pandemie ausbricht, spielt der berühmte 51jährige Schauspieler Arthur Leander in einem kleinen Theater in Toronto in Shakespeares „König Lear“. Er bricht jedoch auf der Bühne zusammen und stirbt an Herzversagen. Ein junger Mann namens Jeevan versucht ihm zu helfen, doch vergeblich. Das kleine Mädchen Kirsten spielt ebenfalls eine kleine Rolle in diesem Stück und wird kurz von Jeevan betreut, ehe Ensemble und Publikum das Theater verlassen und sich der größten Gefahr der Menschheit ausgesetzt sehen.

Arthur hinterlässt drei Ex-Frauen und einen Sohn und sein bester Freund Clark versucht die Beerdigung zu organisieren, während die Welt zusammen bricht.

20 Jahre später: Aus dem kleinen Mädchen Kirsten ist eine junge Frau geworden, die um ihr Überleben kämpft und sich der Wandergruppe Symphonie angeschlossen hat, die sowohl Musik spielt als auch Shakespeare-Stücke aufführt. Sie sind auf der Suche nach zwei früheren Gruppenmitgliedern und geraten dabei in gefährliche Situationen …

Mein Fazit:

Ich bin immer wieder über dieses Buch gestolpert und empfand die gelesenen Rezensionen als sehr interessant. Da ich Dystopie mag, entschloss ich mich, dieses Buch endlich zu lesen. Und was soll ich sagen? Ich bin restlos begeistert.

Das Buch beschreibt den Weg von einem apokalyptischen Endzeit-Szenario hin zu einer Dystopie. Die Welt ist nicht mehr das, was sie war. Elektrizität, Technik und Verwaltungs-Strukturen haben sich komplett aufgelöst. Es herrscht das Recht des Stärkeren. Wer die besten Waffen hat und am besten damit umgehen kann, kommt durch. Doch im Jahre 20 hat sich alles etwas beruhigt. Die Zivilisation versucht sich neu zu finden, es wird wieder eine Zeitung gedruckt, Gemeinschaften gebildet und allgemein versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Die Kinder kennen die Zeit vor dem Zusammenbruch nur aus den Erzählungen ihrer Eltern, dennoch sind überall Spuren des Untergangs erkennbar: Verrostete Autos, skelettierte Leichen, geplünderte Häuser und Mangel an Recourcen.

Die erste Hälfte des Buches wußte ich nicht so recht, wohin die Geschichte führt, denn es werden Abschnitte beschrieben, die auf dem ersten und auch auf den zweiten Blick so gar nichts mit der Symphonie zu tun haben. Doch  die Autorin hat sehr geschickt das eine oder andere kleine Detail mit eingearbeitet, so das es sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammen fügt. Es gibt auch große Abschnitte, die aus der Zeit vor dem Zusammenbruch erzählen, die im Nachhinein jedoch sehr wichtig sind oder mir als Leserin verdeutlichten: Egal, wie düster die Zukunft aussieht, es gibt immer ein Hoffnungsschimmer.

Alle Personen sind sehr liebevoll gezeichnet und haben Ecken und Kanten. Und manchmal musste man bei der einen oder anderen Erzählung schmunzeln. Ich habe die Geschichte um Kirsten und Arthur Leander sehr genossen und wer Dystopien mag, sollte sich dieses Buch keinesfalls entgehen lassen, also von mir gibt es eine klare Lese-Empfehlung.

Fünf Sterne und ein kleines Licht am Horizont 🙂

Veröffentlicht am 13.12.15!

Ein Gedanke zu „Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

  1. Hey 🙂

    Dieses Buch subbt bei mir seit der Buchmesse herum, wo ich es in einer Goodie Bag geschenkt bekommen habe :). Klingt sehr danach, als ob es schwer zu beschreiben wäre, aber das macht mich auch neugierig, deswegen habe ich es behalten und nicht weitergeschenkt.

    Liebe Grüße
    Ascari

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