Elysium

usaElysium (2013)

Regie: Neill Blomkamp
Drehbuch: Neill Blomkamp
Produktion: Sue Baden-Powell, Bill Block, Ross Fanger, u.v.a.
Musik: Ryan Amon
Kamera: Trent Opaloch
Darsteller: Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley, Alice Braga, Diego Luna, Wagner Moura, u.v.a.
Dauer: 109 Minuten

B00EHGEM3EInhaltsangabe:

Es ist das Jahr 2159: Auf der Erde herrscht nur noch Chaos, Dreck und Verwahrlosung. Die Menschen sind krank und werden nur noch zu Produktions-Zwecken eingesetzt. Bildung, medizinische Versorgung und Wohlstand gibt es nur noch erheblich eingeschränkt und Roboter übernehmen die polizeiliche Arbeit.

Im Orbit schwebt die Raumstation Elysium. Dort leben die Previligierten, medizinische Versorgung ist selbstverständlich und jede Krankheit kann binnen weniger Sekunden geheilt werden. Elysium wird bewacht und verteidigt, angeführt von Verteidigungs-Ministerin Delacourt (Jodie Foster).

Max (Matt Damon) ist vorbestraft und hat nach einem schweren Arbeitsunfall nur noch fünf Tage zu leben. Um sein eigenes Leben zu retten, geht er einen zweifelhaften Deal ein: Wenn er es schafft, vom Waffen-Industriellen John Carlyle (William Fichtner) Daten aus seinem Kopf zu stellen, soll er auf Elysium eingeschleust und schließlich geheilt werden.

Voller Verzweiflung nimmt er den Deal an und er weiß nicht, ob er die Mission trotz aller Anstrengungen überleben wird.

Mein Fazit:

Was für ein beklemmender Film! So kann also die Zukunft der Menschheit aussehen. Grauselig bis menschenverachtend und der Spezies unwürdig. Das Grund-Thema ist jedoch aktueller denn je.

Auf der Raumstation Elysium ist das Leben wunderschön – man könnte fast sagen, die Menschen sind aufgrund des medizinischen Fortschritts fast unsterblich. Jede Krankheit kann in nahezu wenigen Sekunden geheilt werden, man muss sich dafür nur auf eine Liebe legen und den Rest erledigt das System. Vorausgesetzt, durch eine Kennung in dem Arm wird man als Bürger von Elysium identifziert. Ansonsten strahlt die Raumstation sehr viel Harmonie, Sauberkeit und Wohlstand aus. Die knallharte Verteidigungs-Ministerin Delacout (toll gespielt von Jodie Foster) lässt Schleuser-Schiffe gnadenlos abknallen, in denen kranke und alte Menschen sind, die eigentlich nur eines wollen: geheilt werden. Dafür haben sie viel Geld bezahlt. Die Erde hingegen ist nur noch verdreckt. Strukturen eines menschwürdigen Lebens sind kaum noch vorhanden, viele Menschen haben Drogen-Probleme und sind ansonsten recht desillusioniert. Wer krank ist, hat in der Regel Pech gehabt. Kann die Medizin nicht mehr helfen, wird man zum Sterben nach Hause geschickt.

Und dann ist da Max, ein Kleinkrimineller, der eigentlich nur noch eines will: Ein normales Leben führen und vielleicht seine große Liebe Frey (Alice Braga) heiraten. Doch sie hat ein Kind, das schwer erkrankt ist und dringend medizinischer Hilfe bedarf. Und durch einen folgenschweren Arbeitsunfall ist er selbst dem Tode näher als dem Leben und geht einen Pakt mit dem Teufel ein, der sich jedoch im Nachhinein als Segen für die Menschen auf der Erde herausstellen kann.

Die Atmosphäre ist beklemmend und doch wirkt sie auf dem Bildschirm real. Mit Faszination und gleichzeitiger Fassungslosigkeit über die Zustände habe ich gespannt die Geschichte um Max, Frey und Delacort verfolgt. Ist der Mensch tatsächlich zu so etwas fähig? Kann er seine eigene Spezies tatsächlich so behandeln? Die Antwort kommt mir nur schwer über die Lippen, aber ich halte es durchaus für möglich.

Der Film lässt nur wenige Fragen offen, ist reich an Tempo und Action. Aber auch leise Zwischentöne und menschlich berührende Augenblicke fehlen nicht und natürlich eine gehörige Portion Spannung. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und fieberte mit Max und Frey mit. Von mir bekommt er 90%.

Veröffentlicht am 20.12.15!

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