Carolin Kippels: Gegen das Zwielicht

B0185UQCYYCarolin Kippels: Gegen das Zwielicht

erschienen 2015
Verlag: Forever
Seitenanzahl: 361 Seiten
ASIN: B0185UQCYY (nur als eBook erhältlich)

Inhaltsangabe:

Nach einer atomaren Katastrophe hat sich eine neue Zivilisation gebildet. Die Stadt wird von einem Regenten regiert und ist in verschiedene Bezirke unterteilt, die auch die Standesunterschiede klar darstellen. In den Wäldern leben die Wilden und die freien Dorfgemeinschaften, die jegliche Form der Gewalt ablehnen. Die freien Dorfgemeinschaften werden jedoch immer wieder Opfer von barbarischen Überfällen seitens der Wilden, die blutrünstig sind und sogar Menschenfleisch essen.

Ascher, Klara und Blaire sind die drei jugendlichen Kinder des derzeitigen Regenten. Ascher als Erstgeborener wird die Stellung des Vaters erben, doch bis dahin genießt er das freizügige Leben mit Partys, Drogen und zahlreichen Affären. Klara und Blaire bleibt da nur die Hoffnung auf eine gute Verheiratung, denn die Frauen sind in der Regel für die Nachkommen verantwortlich.

Klara wohnt mit ihrem Vater einer Rats-Sitzung bei, als Sichem in ihr Leben tritt. Sichem stammt aus dem armen 7.ten Bezirk und hatte eine offensichtliche Rauferei mit den Wächtern. Nur knapp Klara die Todesstrafe von Sichem abwenden und ermöglicht ihm durch ihre Einmischung eine Ausbildung beim Militär. Sichem ist dankbar für diese Gelegenheit und kann seine Ausbildung erfolgreich beenden.

Doch der Regent kann die Unruhe im Volk nicht unterdrücken bzw. befrieden. Als Klara von Rebellen entführt und der Regent einem Attentat zum Opfer fällt, erkennt Sichem viel zu spät, wie die Welt der Politik und der Machtkämpfe wirklich funktioniert und kann das Unvermeidliche nicht mehr aufhalten.

Mein Fazit:

Erstmal möchte ich mich bei der Autorin für das kostenlose Lese-Exemplar bedanken. Ich habe sehr gerne bei der Leserunde bei LovelyBooks mitgelesen. Das Buch wird auch dem Genre „Dystopie“ zugeordnet, aber es ist ein bißchen anders als die Dystopien, die ich bislang gelesen habe.

Das mag zum einen daran liegen, das es nicht – wie bei vielen Dystopien beliebt – in der Ich-Form geschrieben wurde. In den einzelnen kurzen Kapiteln wurde aus der Sicht einer Person die Situation geschildert, was für mich durchaus interessant war. Die Geschichte spielt über mehrere Jahre, so dass das Leben in der Stadt, die namentlich nicht genannt wird, eher oberflächlich beschrieben wird. Allerdings bekommt man schon einen kleinen Eindruck, wie die Menschen ihr Leben in den verschiedenen Bezirken meistern müssen. An dieser Stelle hätte ich mir aber mehr Tiefgang gewünscht.

Die Kinder des Regenten sind noch jugendlich und befinden sich noch in der Ausbildung. Sie benehmen sich typisch und können bei mir als geneigte Leserin nicht immer Pluspunkte sammeln. Die Figur des Sichem war mir sehr sympathisch, denn er stammt aus einem armen Bezirk und musste immer ums nackte Überleben kämpfen. Die Chance, die er dank Klaras beherzten Eingreifens erhalten hat, weiß er durchaus zu schätzen. Doch er ist stets von Unsicherheit und Angst geplagt, wieder zurück in seinen Bezirk geschickt zu werden und begeht daher folgenschwere Fehler.

Es gibt da noch eine Figur, der Pyromane Louis, der außerhalb der Stadt wohnt und an einer Sonnenallergie leidet. Aufgrund eines Brandes verlor er seine Eltern und lebt seither einsam und zurückgezogen in der Nähe des Waldes und der Bezirke. Seine Leidenschaft für das Feuer nutzt er aus, um neue Waffen und andere Kriegsmaterialien zu erschaffen. Die Autorin hat ihm immer wieder Platz in dem Roman eingeräumt und er bekommt auch eine gewisse wichtige Funktion, aber ansonsten bleibt er dem Leser als Sonderling in Erinnerung, der am Ende die eine oder andere Weisheit parat hat.

Die Dialoge wirken zuweilen etwas aufgesetzt. Und auch die moderne Aussprache -teils vulgär- kam bei mir nicht so ganz authentisch rüber. Allerdings setzt die Autorin die eine oder ander gesellschaftliche Konvention in Frage und baute dies in die Handlung ein. Zum Nachdenken regt es schon an.

Insgesamt hätte ich mir mehr Tiefgang bei den Protagonisten gewünscht und mehr Hintergründe über das Leben in der Stadt. Für einen Debüt-Roman empfinde ich ihn jedoch als sehr ermutigend. Er ist mir drei Sterne wert.

Veröffentlicht am 22.12.15!

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