Der unauffällige Mr. Crane

usaDer unauffällige Mr. Crane (2001)
Originaltitel: The Man Who Wasn’t There

Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen
Produktion: John Cameron, Ethan Coen, Tim Bevan
Musik: Carter Burwell
Kamera: Roger Deakins
Darsteller: Billy Bob Thornton, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Michael Badalucco, u.v.a.
Dauer: 116 Minuten

B000065AY8Inhaltsangabe:

Amerika, in den 50er Jahren: Mr. Crane (Billy Bob Thornton) ist Frisör, mit Doris (Frances McDormand) verheiratet und seine wöchentlichen Höhepunkte sind das Dienstags-Bingo und langweilige Parties von Bekannten und Freunden.

Eines Tages kommt ein Handelsreisender in den Frisörladen. Dieser erzählt ihm mißmutig von einem entgangenen Geschäft. Er bräuchte nur 10.000 Dollar, um seine Geschäftsidee umzusetzen, aber der Investor war abgesprungen. Mr. Crane sieht seine Chance gekommen und zeigt Interesse daran.

Um das Geld zu besorgen, erpresst er den Liebhaber seiner Frau, der auch noch zufällig ihr Chef Big Dave (James Gandolfini) ist. Dieser jedoch ist der Investor, der abgesprungen ist und glaubt, von dem Handelsreisenden erpresst zu werden. Gerade als Mr. Crane ihm das Geld gebracht hatte, taucht Big Dave im Hotel auf und ermordet den vermeintlichen Erpresser.

In einer schwachen Minute vertraut sich Big Dave Mr. Crane an und will ihm gerade verraten, wer der Erpresser wäre, als Mr. Crane ihn in einem Handgemenge ermordet. Schon am nächsten Tag erscheint die Polizei im Frisörladen und klärt ihn darüber auf, das Doris des Mordes verdächtigt wird, da sie für Big Dave die Bücher frisiert hat.

Das Schicksal nimmt seinen unbeirrbaren Lauf …

Mein Fazit:

Nur zufällig habe ich in der Zeitung diesen Film gesehen und war neugierig geworden. Und was soll ich sagen? Das ist für mein absoluter Geheimtipp.

Der Film wurde 2001 gedreht, aber um der Wirkung willen wurde er in schwarz-weiß gedreht. Und es wurde das typische Amerika der damaligen Zeit gezeigt – alle haben sie wie verrückt geraucht und getrunken.

Billy Bob Thornton spielt hier in grandioser Form den stillen Mr. Crane, der nur äußerlich mit seinem Leben zufrieden ist. Eigentlich sehnt er sich nach ein bißchen mehr Aufregung und Spannung, aber die Umstände lassen es nicht zu. Die Ehe mit Doris ist eigentlich auch nur noch mehr eine Zweckgemeinschaft. Er nimmt es ihr noch nicht einmal übel, das sie eine Affäre mit ihrem Chef hat. Seine Figur steht im Mittelpunkt und um ihn herum passieren die Dinge, die er angestoßen hat. Obwohl er die Erpressung und den Mord begangen hat, wird er nicht behelligt. Selbst, als er es dem Verteidiger seiner Frau sagt, glaubt man ihm nicht. Ironisch und voll schwarzen Humor bleibt dem Zuschauer nichts anderes übrig als fasziniert die Geschichte zu verfolgen, die Mr. Crane doch noch einholt, aber von einer völlig unerwarteten Seite.

Ein absoluter Geheimtipp – absolut sehenswert! Von mir bekommt er 95%.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 04.06.2012!

Veröffentlicht am 13.03.16!

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