Mein Tag auf der Leipziger Buchmesse 2016

Hallo liebe Freunde,

wie einige von Euch ja wissen, habe ich vergangenes Wochenende einen Tag auf der Leipziger Buchmesse verbracht. Das dies mein erster Messe-Besuch als Erwachsene war und ich große Menschen-Ansammlungen eigentlich strikt meide, war ich Samstag früh ziemlich aufgeregt. Denn ich reiste allein, ohne Familie oder Freunde.

Mit dem Zug bin ich pünktlich in Leipzig angekommen, habe meine Reisetasche im Schließfach verstaut und konnte gleich direkt daneben mit der S-Bahn zur Messe fahren. Erste Feuerprobe: In der S-Bahn war es voll wie in einer der japanischen Züge – nur das von Außen nicht gedrückt werden musste. Leicht verschwitzt und außer Atem dann auf dem Gelände der Messe angekommen erstmal Jacke an der Garderobe abgegeben und dann punkt 10 Uhr eingecheckt (war alles leicht zu finden – musste nur der Menge folgen 🙂 )

Natürlich hatte ich Plan, Katalog und Programm vorher studiert und mir etwas notiert, aber nichts bereitet einen auf das vor, was ich dort wirklich fand: Eine riesige Glaskuppel, wovon mehrere Gänge zu den verschiedenen Hallen abgingen. Oh je, worauf hatte ich mich bloß eingelassen? Ich schlenderte einfach drauf los und streifte durch die Gänge voller verschiedener Aussteller. Bücher über Kunst, sogar Kunst-Gegenstände, Bücher über Reisen, Regale voller antiquarischer Bücher, internationale Verlage, große und kleine Verlage, christliche, spirituelle und und und …

buchmesse_3Ich bin ja nun nicht unbedingt die Viel-Leserin und manchmal meide ich auch Bücher, deren Autoren ich noch nicht gelesen habe, um dann nicht dem Zwang zu verfallen, alle Bücher des Autors lesen zu müssen. Ihr könnt Euch also vorstellen, wie das alles auf mich wirkte. Nach einer Stunde war ich schon völlig überfordert und nix passte mehr rein in mein Köpfchen. Gott sei Dank fand ich dann auch die Stände der großen Verlage und konnte dann gleich ein paar Bücher abstauben! Und gerade Kate Morton’s „Das Seehaus“ wollte ich haben, weil ich wußte, sie kommt zu dem LB-Lesertreff (ich hoffte auf eine Signierung).

buchmesse_1Ich streifte dann also durch die Gänge und kam an unzähligen Lesungen vorbei, die mehr oder weniger gut besucht waren. Die Autoren waren mir größtenteils unbekannt. Aber dann kam ich an einer Lese-Insel vorbei und hörte Maite Kelly aus einem Kinderbuch vorlesen. Und sie gab auch (womöglich spontan?) eine kleine Gesangs-Einlage. Ich war ja noch nie ein Kelly-Fan (ich weiß, ein Frevel), aber die kleine Gesangs-Einlage hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es war für mich ein kleiner Höhepunkt 🙂

buchmesse_5Ehe ich dann nach einem kleinen Imbiß um die Mittags-Zeit auf die Fantasy-Leseinsel zusteuerte, um mich mit der lieben Conny zu treffen, wollte ich für meinen kleinen Prinzen noch ein schönes Buch mitbringen. Herje … was für eine Auswahl! Und wieder war ich heillos überfordert von den vielen tollen Geschichten. Was sollte ich ihm denn bloß mitbringen? Ich entschied mich dann für einen Sammelband von Bilderbüchern von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Das erste Buch mit Papier-Seiten und die Augsburger Puppenkiste kennen wir doch alle, oder?

Dann erlebte ich spontan eine wunderbare Lesung von Bettina Belitz zu ihrem neuen Roman „Die Diamantenkrieger-Saga – Damirs Schwur“. Sie hat mir ausgesprochen gut gefallen und mir das Buch sehr schmackhaft gemacht. Ich werde es in den nächsten Tagen/ Wochen bestellen und hoffentlich bald lesen können. Gerne hätte ich mir eine Signierung geholt – wenn ich das Buch schon gehabt hätte. Nun denn … Conny traf dann auch ein und wir quatschen leise, um die Lesung von Ursula Poznanski nicht zu stören. Sie las aus „Layers“ vor, aber die Lesung konnte mich leider nicht so ganz fesseln.

buchmesse_6Conny und ich machten uns dann bereit für das LovelyBooks-LeserTreff und wir bekamen alle nach Vorlage der Einladung ein Goodie-Bag. Neben einem Brief und reichlich Lese-Zeichen waren dann diese zwei Bücher drin! Über den Laura Barnett „Drei mal wir“ habe ich mich sehr gefreut, aber ein ratloses Gesicht erfolgte, als ich das andere Buch sah. Ich lese keine englischen Bücher. Leider bin ich der Sprache nicht so gut mächtig, dass ich mir zutraue, die Bücher zu lesen. Schade!!!

buchmesse_2Nach einer kurzen Begrüßung durch das sehr nette Team erfolgte dann für mich der Höhepunkt schlechthin: Kate Morton kam zu einem Interview auf die Bühne. Und ich war schon richtig aufgeregt deswegen! Auch hier mein Problem – die englische Sprache. Natürlich habe ich das eine oder andere verstanden, aber nicht alles. Es wurde Gott sei Dank grob übersetzt und das war dann auch in Ordnung. Nach einer halben Stunde musste die Autorin allerdings zu einem anderen Termin und wer Autogramme buchmesse_4haben wollte, sollte sich ab 16 Uhr an einem anderen Stand einfinden. Mein Herz sank in die Hose. Bis Conny mich dann plötzlich anstubste und mir zeigte, dass Kate Morton doch an der Seite des Raumes vereinzelt Bücher signierte. Ich habe mir gleich meine Ausgabe geschnappt und tatsächlich hat sie einer kleinen Gruppe Fans schnell die Bücher signiert. Unter anderem auch meines 🙂 Oh, was war ich glücklich. Dafür hat sich all die Mühe des Tages gelohnt. Bislang habe ich ja ein Buch von der Autorin gelesen, aber ein weiteres steht noch in meinem SuB und dann habe ich noch das neue Buch, wo ich auch einiges gutes gehört habe. Schließlich gibt es noch Selfi mit der Autorin am Schluss, wo ich auch nach gründlicher Betrachtung tatsächlich zu sehen bin 🙂

Ein weiteres Highlight (leider jedoch nicht für mich) war die Autorin Kirsty Logan, die aus ihrem Buch „The Gracekeepers“ vorlas. Das Buch wurde in englisch vorgestellt und auch das Interview geführt. Da stieß ich wieder auf mein altes Problem – englisch!

Schließlich veranstaltete das Team noch eine kleine Rätsel-Runde und legte ein sehr großes Gästebuch in Form einer Rolle aus. Ich unterschrieb dann noch gerne, aber dann so gegen halb vier war für mich die Puste raus und die Füße qualmten. Ich spürte, das ich wirklich genug hatte und nur noch ins Hotel wollte. Und ich fand mein Hotel auch eine Stunde später – mit der S-Bahn, Tasche holen und dann mit dem Luxus eines Taxis. Was war ich froh, mein Essen bestellen zu können, Taschen auspacken und vor allen Dingen Schuhe ausziehen. Es war ein wirklich aufregender Tag, nächstes Jahr ist der Besuch der Frankfurter Buchmesse geplant und dieses Jahr im September die Unknown-Buchmesse in Essen. Ob es klappt, wird sich zeigen 🙂

Ich hoffe, alle Besucher hatten viel Spaß auf der Messe.

Den Sonntag habe ich dann ganz entspannt in Leipzig verbracht, aber das ist eine andere, vor allen Dingen private Geschichte 🙂

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