Die unbarmherzigen Schwestern

united_kingdomDie unbarmherzigen Schwestern (2002)
Originaltitel: The Magdalene Sisters

Regie: Peter Mullan
Drehbuch: Peter Mullan
Produktion: Frances Higson, Ed Guiney, Paddy Higson
Musik: Craig Armstrong
Kamera: Nigel Willoughby
Darsteller: Anne-Marie Duff, Dorothy Duffy, Geraldine McEwan, Nora-Jane Noone, Eileen Walsh, Mary Murray, u.v.a.
Dauer: 114 Minuten

B0000CAWB5Inhaltsangabe:

Irland in den 60er Jahren: Bernadette (Nora-Jane Noone), Rose (Dorothy Duffy)und Margaret (Anne-Marie Duff) werden von ihren Familien in ein Magdalenen-Kloster geschickt. Sie sind jung und dennoch haben sie nicht viel gemeinsam: Margaret wird von ihrem Cousin auf einer Hochzeit vergewaltigt und gewagt, es zur Sprache zu bringen. Bernadette ist kokett und flirtet gern mit Jungs. Rose, im Kloster fortan nur noch Patricia, hat ein uneheliches Kind geboren und wird von ihrem Vater und dem Prister dazu gezwungen, es zur Adoption frei zu geben.

Alle drei Mädchen sind von ihren Familien verstoßen und werden nun von den Nonnen gezwungen, in der Wäscherei zu arbeiten. Es ist ihnen strengenstens untersagt, während der Arbeit zu sprechen oder auch nur Widerworte zu geben. Fluchtversuche sind so gut wie aussichtslos und die Mädchen werden danach mit einer fast kahlköpfigen Frisur bestraft. Andere „Züchtigungs“-Methoden sind Rohrstock oder Lederriemen. Sie bekommen karges Essen, schlafen auf harten Pritschen und haben selbst auf der Toilette keine Intimsphäre. Die psychischen Folterungen sind noch schlimmer: Vergewaltigung durch den Prister, öffentliche Bloßstellungen der Nonnen sind nur einige Beispiele.

Aber den drei Mädchen gelingt nach jahrelangem Martyrium entweder die Flucht oder sie werden von einem Verwandten heraus geholt. Andere sterben, nach jahrzehntelanger Folter und Demütigung, im „Kloster der Barmherzigen Schwestern“ oder werden als „schwer gestört“ in die Psychiatrie gesteckt.

Mein Fazit:

Erschreckend glaubhaft.

Ich habe mal irgendwann vor langer Zeit von diesen Klöstern in Irland gehört. Allerdings hatte ich keine Ahnung, wie es dort wirklich zu ging. Ich kann getrost in der Vergangenheit sprechen, 1996 wurde das letzte Kloster dieser Art geschlossen. Es ist unvorstellbar, das es so etwas noch gab, wo es in den 70er Jahren weltweit die Blumenkinder und die sexuelle Revulotion gab.

Dieser Film zeigt sicher nicht die wirkliche Härte, die in diesen Klöstern herrschte. Aber das, was gezeigt wurde, genügt einfach, damit sich einem die Nackenhaare aufstellen. Da fragt man sich doch, wo die Herren der Schöpfung ihre Bestrafung bekamen, wenn sie vor der Ehe bereits Sex hatten. Nein, die Jungs und Männer wurden nicht bestraft, sie wurden für ihre „Helden-Tat“ noch gelobt und das alles im Namen der Kirche. Die Doppel-Moral war mir schon immer ein Dorn im Auge und in die Film zeigt sie sich ganz besonders. Ich bin erschrocken, das es so etwas mitten in Europa gab. Um so erleichterter bin ich, das diese Klöster wohl abgeschafft wurden.

Ich kann diesen Film uneingeschränkt empfehlen. Die Mädchen wirken glaubhaft und authentisch, die Geschichten sind absolut aus dem Leben erzählt, da gibt es nichts, was in irgendeinander Weise unrealistisch wirkt. 95% für einen Film, den man ganz sicher nicht vergißt und der für viel Stoff für Diskussionen sorgt.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 22.09.2008.

Veröffentlicht am 05.05.16!

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