Rick Yancey: Die 5. Welle

3442313341Rick Yancey: Die 5. Welle

Originaltitel: The 5th Wave (2013)
übersetzt von Thomas Bauer
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 496 Seiten
ISBN-10: 3442313341
ISBN-13: 978-3442313341
Dies ist der 1. Teil der Die 5. Welle-Reihe.
Hier ist der Film dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

Cassie Sullivan fühlt sich als letzte Überlebende der Menschheit. Die bisherigen drei Wellen hat sie überlebt, die die Anderen ausgelöst haben. Die erste Welle war der elektromagnetische Impuls, der sämtliche Infrastruktur zum Zusammenbruch führte. Die zweite Welle waren gigantische Erdbeben und darauffolgende Tsunamis, die alle Küstenorte der Welt zerstörten. Die dritte Welle war eine Seuche, ausgelöst durch die modifizierte Vogelgrippe. Von über sieben Milliarden Menschen lebten schließlich nur noch ein paar 100.000 und dann kam die vierte Welle: Die Silencer! Die Anderen sind in menschliche Körper geschlüpft, um als Scharfschützen die wenigen Überlebenden aus dem Hinterhalt zu erschießen. Daher ist das oberste Gebot für sie: Vertraue absolut niemanden!

Cassie sucht ihren kleinen Bruder Sammy, der von der Armee nach Camp Haven gebracht worden war. Die beiden sind einzigen Überlebenden der Familie. Gerade will sie auf dem Highway weiter, als sie von einem Silencer angeschossen wird. Darauf hin wird sie vom Farmerjungen Evan Walker aufgelesen. Er behandelt ihre Schusswunde und gibt ihr Essen und Ruhe. Obwohl Cassie das oberste Gebot durchaus beherzigen will, kann sie sich seiner attraktiven und hilfsbereiten Erscheinung nicht entziehen. Ist ihr Misstrauen in ihn berechtigt?

Während Sammy in Camp Haven auf Cassie wartet, wird er zusammen mit Ben Parish zum Kindersoldaten ausgebildet. Ihnen wird eingetrichtert, sie wären die letzte Hoffnung der Menschheit und Ben – genannt Zombie – versucht seine eigenen inneren Dämonen zu bekämpfen. Doch dann kommt er der Wahrheit auf der Spur und muss eine einsame Entscheidung treffen.

Mein Fazit:

Ich hatte im Januar unlängst den Film gesehen und ihn für nicht sonderlich gut befunden. Nun ergab sich eine gemeinsame Leserunde zu dem Buch, aber die liebe Conny hatte den Film bislang noch nicht gesehen, damit war ich etwas im Vorteil.

Dennoch konnte mich das Buch einige Male überraschen. Die Geschichte wird abwechselnd aus Cassies und Bens Sicht erzählt, die eigentlich nur eines verbindet: Den gemeinsamen Besuch der Highschool. Ben ist schon lange Cassies heimlicher Schwarm, aber sie verlieren sich aus den Augen, sie glaubt sogar, Ben sei tod. Ihre Motivation, trotz aller Widerstände zu Camp Haven zu gelangen, und die Aussicht auf Erfolg tendiert gegen Null, liegt in ihrem kleinen Bruder begründet, dem sie das Versprechen gab, ihn zu finden. Sie haben die Eltern verloren und nur noch einander. Und obwohl Cassie erst 16 Jahre alt ist, hat sie schon teilweise recht erwachsene Gedanken. Die Situation erfordert von ihr höchste Konzentration und Entschlossenheit. Aber sie ist sich den Gefahren immer wieder bewusst und wägt ihre Optionen sorgfältig ab.

Als der Farmerjunge Evan Walker sie in seine Obhut nimmt, um sie gesund zu pflegen und aufzupäppeln, bemerkt sie den Tribut der letzten Monate – während der vergangenen Wellen. Und sie spürt auch sehr schnell, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmt. Aber sie ist auf ihn angewiesen und muss daher die Situation erstmal hinnehmen. Ihre aufkeimenden romantischen Gefühle verwirren sie dabei nur um so mehr.

Ben Parish hingegen ist in Camp Haven. Er wird auf dem Stützpunkt zum Soldaten ausgebildet, wie neben vielen anderen Kindern auch. Die Kinder, die zu schwach oder zu krank sind, werden praktisch „entsorgt“. Das war eine der wenigen Stellen, die mich wirklich unheimlich erschütterten. Denn die Rekruten mussten die Leichen entsprechend vorbereiten (Taschen entleeren usw.) und sie verrichteten diese Tätigkeit, als wäre es normal. Einige der Kinder wittern trotz der „Gehirnwäsche“ Unstimmigkeiten. Diese verschwinden ebenso, denn die Kommandozentrale will keine Unruhen. Wie Ben Parish bald erfährt aus gutem Grund. Camp Haven ist nämlich kein Ausbildungslager, sondern ein Vernichtungslager.

Trotz meiner Kenntnisse durch den Film empfand ich das Buch als sehr spannend und aufschlussreich. Die Perspektiv-Wechsel erwischten mich manchmal auf dem falschen Fuß. Cassie und Ben Parish sind gut gezeichnet und haben ihre Ecken und Kanten. Ich konnte mich als Leserin gut mit ihnen identifizieren.

Beim Showdown wurde es dann richtig rasant und spannend und da hatte ich mein eigenes Kopf-Kino. Ich konnte es bei den letzten 150 Seiten nur noch schwer aus der Hand legen und ich wollte wissen, was nun passierte. Es gab dann doch einen oder anderen Überraschungs-Effekt. Das Ende ist offen, es führt natürlich zum zweiten Teil der Serie, den ich hoffentlich bald lesen werde. Einzig die Einordnung ist Dystopie ist für mich nicht treffend, es ist eher in der Kategorie Science Fiction angesiedelt.

Der erste Teil bekommt volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.05.16!

image_pdf

Einen Penny für Ihre Gedanken ...