Stefanie Schankat: Bevor der Regen kam

B01DNRNC4CStefanie Schankat: Bevor der Regen kam

Erschienen 2016
Verlag: Forever
Seitenanzahl: 197 Seiten
ASIN: B01DNRNC4C (nur als eBook erhältlich)

Inhaltsangabe:

Julia erinnert sich zurück. Vor 20 Jahren hat sie in der Deutschen Botschaft in Malawi gearbeitet. Plötzlich taucht Richard auf und um ihr Herz ist es geschehen. Obwohl sie weiß, dass sie nur eine kurze Zeit miteinander verbringen werden, gibt sie sich dem geheimnisvollen Mann hin und trauert, als er wieder verschwindet.

Ein Jahr nach ihrer kurzen Affäre sehen sie sich zufällig in Paris wieder …

Mein Fazit:

„Was das Leben betrifft, verlasse ich mich für meinen Teil lieber auf das Element der Unsicherheit, die überraschende Wende, den nicht zu erwartenden Verlauf der Dinge.“ (ca. Seite 53 im eBook)

Richard ist Amerikaner, in Europa neu beheimatet, stets auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und immer ruhe- und rastlos. Als solchen hat Julia ihn unter der afrikanischen Sonne kennen gelernt. Ihre Affäre ist kurz, aber intensiv und für beide exzessiv. Doch er ist stets ein einsamer Wanderer mit vielen Talenten und Geheimnissen und das weiß Julia von Anfang an.

Julia arbeitet in der Deutschen Botschaft in Malawi. Obwohl sie als Ausländerin nicht immer das wahre Afrika sieht, so kommt sie doch mit einigen Menschen und Orten in Berührung, die das echte Gesicht des schwarzen Kontinents erahnen lassen: Hungernde Kinder, Slums und hohe Arbeitslosigkeit. Die Ausländer bleiben häufiger unter sich.

Die Autorin hat mit malerischen Worten dieses Afrika, was sie vermutlich selbst erlebt hat, beschrieben, ja nahezu gemalt. Ich konnte es mir sehr lebhaft vorstellen, unterstützt von einigen Dokus und Filmen, die ich bereits über Afrika gesehen habe. Einige Male kam mir beim Lesen die Geschichte zu „Jenseits von Afrika“ in den Sinn. Zwar unterscheiden sich die Geschichten erheblich, aber das gemeinsame Element, die unerfüllte Liebe zu einem ruhelosen Charakter, kommt in beiden ziemlich deutlich hervor.

Allerdings gibt es auch einige Dinge, die mir etwas fehlten. Das war zum einen die sehr sparsame Darstellung der Protagonisten. Da Julia aus ihrer Sicht die Geschichte schildert, liegt es nahe, dass Richard nicht sehr viel Profil bekommen hat. Aber über Julia selbst habe ich als Leserin eher wenig erfahren, was ich sehr schade finde. Fast nebenbei erfährt man von ihrer Familie und einem Bruder. Und dann war da die sehr sparsame Dosierung der Dialoge. Auch da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Das Buch liest sich fast wie ein Tagebuch, auch wenn es einen schon sehr berühren konnte. Doch mehr Dialoge hätten die Geschichte mehr abgerundet und aufgewertet.

Insgesamt ist mir das Debüt der Autorin jedoch vier Sterne wert, denn ihre Art die Dinge zu schildern finde ich schon sehr beeindruckend. Klare Lese-Empfehlung von mir.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 25.06.16!

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