Tom Jones: Over the Top and Back

3453201124Tom Jones: Over the Top and Back

Originaltitel: Over the Top and Back
übersetzt von Johanna Wais und Lisa Kögeböhn
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 544 Seiten
ISBN-10: 3453201124
ISBN-13: 978-3453201125

Inhaltsangabe:

Thomas John Woodward, besser bekannt als Tom Jones, kam im Juni 1940 in Treforest in Südwales zur Welt. Obwohl seine Eltern Engländer waren, fühlte er sich von Anfang an als Waliser und benimmt sich entsprechend: rauhbeinig und trinkfreudig! Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf und lernte schon früh seine Ehefrau Linda kennen. Als er 16, sie 15 Jahre alt sind, mussten sie heiraten, da sich der gemeinsame Sohn Mark auf den Weg gemacht hatte.

Tom Jones ging bereits mit 15 Jahren von der Schule ab und arbeitete fortan für wenig Geld auf dem Bau, in einer Fabrik und als Staubsauger-Verkäufer, um irgendwie für seine Familie sorgen zu können. Abends und an den Wochenenden zog der mit „Jungs“ um die Häuser und irgendwann bot sich die Gelegenheit, vor einem Publikum zu singen. Da es offenbar gut ankam und Tom Jones sehr viel Spaß beim Singen hatte, baute er sich damit ein zweites Standbein auf. Doch über Wales hinaus kam er nicht, bis er eines Tages Gordon Mills kennen lernte. Gordon Mills, zu seiner Zeit Produzent und Manager, nahm „Tommy Scott and the Senators“ unter seine Fittiche, holte sie nach London und mit dem Hit „It’s Not Unusual“ starteten sie eine unvergleichliche Karriere.

Doch jede Karriere ist nicht nur von Höhenflügen begleitet, sondern auch mit Kompromissen und Tiefflügen – auch als Gleitflug getarnt – gespickt und so berichtet Sir Tom Jones von seiner Karriere als Sänger und zuweilen auch als Familienvater und treusorgender Ehemann.

Mein Fazit:

Zugegeben, ich bin 43 Jahre alt und daher kann ich jetzt nicht behaupten, dass ich mit diesem grandiosen Sänger und Entertainer aufgewachsen bin. Aber es gibt da eine sehr private – nicht ganz jugendfreie – Anekdote in meinem Leben, die unverbrüchlich mit diesem Namen und mit einem seiner Songs verbunden ist. Und als ich im März auf der Leipziger Buchmesse wandelte und das Buch im Regal stehen sah, wußte ich, dass ich dieses Buch unbedingt haben und lesen musste.

Und für mich hat sich dieser Kauf gelohnt. Tom Jones versteht es, Geschichten zu erzählen. Von seinen Großeltern, Eltern und seiner Schwester, seiner Schulzeit, die einmal für knapp zwei Jahre unterbrochen wurde, da er an Tuberkulose erkrankte. Ich bekam kleine Einblicke von seinem einfachen Leben in einem Örtchen Treforest oder Pontypridd, dass an Treforest angrenzt. Seine Schwärmerei für ein Mädchen namens Melinda Rose konnte ich ihm genauso abnehmen wie sein Kampf gegen die Lese-Schreibschwäche, die ihn durch die Schulzeit hindurch quälte.

Dann begann er eines Tages zu singen und er kämpfte für eine Gesangs-Karriere, um seiner Rolle als Versorger der Familie in irgendeiner Form gerecht zu werden. Er wollte es seiner Familie schön machen, sie sollten sorgenfrei ihr Leben verbringen, aber ehe er wirklich viel Geld verdiente, musste er durch einige tiefe Täler in den Straßen von London durchschreiten. Er war auch manchmal drauf und dran, aufzugeben!

Was danach folgte, ist hinlänglich bekannt: Er erzählte von der Anekdote, wie das mit den Schlüpfern begann (und es ihn zum Schluss anödete), wie er verschiedene große Stars traf, wie z. B. 1968 Elvis Presley in Las Vegas:

„Und dennoch war da diese Frage, die er mir einmal stellte, und die mich später vor dem Hintergrund dessen, was mit ihm passierte, immer wieder beschäftigte. ‚Was nimmst du, um nicht verrückt zu werden? Welche Droge hilft dir dabei?‘ Es überraschte ihn sichtlich, als ich sagte, ich würde nichts nehmen. Für ihn existierte diese Möglichkeit gar nicht.“ (Seite 353)

Er beschreibt da schon eine ziemlich harte Szene, eine gelegentlich kompromisslose Industrie und dass er oft auch nur machte, was sie wollten und nicht, was er sich für sich wünschte. Und es gab auch einige Jahren, in denen er durch das Land (USA) tingelte, um wenigstens noch etwas Musik zu machen, ohne einen wirklichen Hit zu landen. Und er stellt das eine oder andere Gerücht klar und berichtigt die umherschwirrenden Legenden!

Das einzige, was in seinen Erzählungen etwas zu kurz kommt, ist sein Privatleben. Aber das erklärt sich auch darin, dass seine Frau stets nur im Hintergrund blieb und seine Welt des Ruhms nicht teilte. Sein Sohn Mark wurde später sein Manager, aber auch das bleibt eher im Hintergrund, die familiäre Bindung ist eher oberflächlich beschrieben. Dafür gibt es widerum einige sehr interessante Fotos, die den einen oder anderen Karriere-Status beschreiben oder private Bilder mit seiner Familie.

Nun, nicht alle Personen oder Melodien sind mir bekannt, aber das ist nicht schlimm. Tom Jones erklärt es kurz und dann versteht es auch ein Leser, der mit der Musik-Industrie nicht so viel zu tun. Ich jedenfalls habe mich nicht einen Augenblick gelangweilt gefühlt und kann diese spannende Geschichte jedem empfehlen, der sich in irgendeiner Form mit ihm verbunden fühlt. Von mir gibt es fünf Sterne!

Veröffentlicht am 06.07.16!

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3 Gedanken zu „Tom Jones: Over the Top and Back

  1. Hallo Elke

    Welche Anekdote????? :-))))))
    Eine schöne Besprechung von dir. Ich kann dir Gottschalks Biografie ans Herz legen. Auch das Hörbuch. Wirklich klasse. Muss es endlich mal rezensieren.

    Liebe Grüße, Gisela

    • Guten Morgen liebe Gisela,
      die Anekdote werde ich ganz sicher nicht erzählen. Das Geheimnis kennt selbst mein Mann nicht und das wird auch so bleiben 🙂
      Thomas Gottschalk wäre ja auch mal was, mal schauen, wie ich es in die Lese-Planung unterbringen könnte. Wobei ich nur lese, keine Bücher höre. Ich habe es mal probiert und festgestellt, dass wir keine Verbindung zueinander haben!
      Liebe Grüße, Elke.

  2. Hallo Elke, hihi, das mit der Anekdote hatte ich mich auch schon gefragt ;-)) …. trotzdem sehr interessante Rezi! Giselas Gottschalkempfehlung klingt aber auch lesenswert.
    Und bei Hörbüchern geht es mir wie dir, Elke, da habe ich leider auch keine Verbindung zu. Ich komme meist mit dem Vorlesetempo und den Sprecherstimmen nicht zurecht. Netten (Fußball) Abend noch, liebe Grüße von Conny

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