Roberta Gregorio: Signora Pia und das Lächeln des Meeres

3404173783Roberta Gregorio: Signora Pia und das Lächeln des Meeres

erschienen 2016
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 304 Seiten
ISBN-10: 3404173783
ISBN-13: 978-3404173785

Inhaltsangabe:

Signora Pia ist tagein tagaus für ihre Familie da. Die jüngste von drei Kindern verlässt nun auch endgültig das Haus, um in Neapel zu studieren. Ihr Mann Pasquale scheint immer nur an sein Hobby, die Heimwerkerei, zu denken und zu allem Überfluss setzt ihr der bösartige Schwager Ermanno noch zu. Außerdem fehlt ihr nun, da alle Kinder aus dem Haus sind, eine sinnvolle Aufgabe.

Als Nonno Mario plötzlich verstirbt und die Schwiegermutter mit gepackten Koffern vor der Tür steht, ist es um Pia geschehen. Sie flüchtet und landet über Umwege in Rom, wo sie der geheimnisvolle Marcello durch die Stadt führt – sein Rom, welches die Touristen kaum zu Gesicht bekommen. Pia bemerkt, dass sie langsam gesundet. Doch wo nur bleibt Pasquale?

Mein Fazit:

Als allerstes möchte ich mich bei der Autorin bedanken, dass ich dieses Rezie-Exemplar von ihr bekam. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Im Urlaub hatte ich schon „Sommer, Sonne und Amore“ von der Autorin gelesen und war von den drei Kurz-Geschichten ganz angetan. Sie vermittelten doch genau das, was das Leben heiter und auch mal leichter macht. Daher hatte ich an dieses Buch auch gewisse Erwartungen gesetzt.

Der Schreibstil ist auch in diesem Buch sehr flüssig und leicht. Eine gehörige Prise Humor und der feine Sinn für skurile Situationen prägt die Geschichte um Pia, die immer für alle da ist, nur nicht für sich selbst. Die Jüngste von dreien geht nun aus dem Haus in die weite Welt und alles ist in heller Aufregung, auch Pia. Aber es fällt ihr auch schwer, sie loszulassen, da Pia sich erst wieder neu erfinden muss. Da gefällt mir folgendes Zitat besonders gut (Seiten 115):

Miriana schlang die Arme um ihre Eltern. Und einige Sekunden lang waren sie sich so nah wie schon lange nicht mehr. Ein Mikroorganismus aus Liebe, Vertrautheit und gemeinsamer Vergangenheit. Dann ließ Miriana von ihnen ab und verschwand im Bauch des Zuges. Die Kälte, die sie dabei zurückließ, war lähmend.

Auf Pia wird selten Rücksicht genommen; sie hat alles zu verstehen, zu machen, alles hinzunehmen und wenn sie mal aufmuckt, wird sie gleich als das personifizierte Böse angesehen (selbst der örtliche Priester Don Rosario lässt sich dazu hinreißen). Da ist es nicht verwunderlich, dass sie aus dem kleinen süditalienischen Küsten-Örtchen Camerota flieht und die gesamte Familie und den Priester erstmal sich selbst überlässt.

In Rom angekommen findet sie beim Hotelier Marcello kostenlosen Unterschlupf. Seine Erscheinung ist geheimnisvoll, aber er ist nicht weniger attraktiv und beschenkt sie mit kleinen Aufmerksamkeiten und interessanten Ausflügen. Natürlich hat Pia ihre Familie nicht vergessen und sie fragt sich immer mehr, warum ihr Mann denn nicht um sie kämpft?

Die Geschichte um Pia, ihre Familie und Marcello ist sehr erheiternd und berührend zugleich. Es wird zwar das eine oder andere kleine Klischee bedient, aber gut, es ist sehr nett verpackt und mit einer großen Liebe zu Menschen und Orten erzählt. Auch die Atmosphäre in Rom und alle anderen Orte wurden gut eingefangen und ich konnte es mir bildlich vorstellen, obwohl ich (auch) noch nie in Rom war.

Die Autorin hat Zeitsprünge angewendet. Ich habe damit ansonsten überhaupt keine Probleme, aber da es sich um lediglich ein paar Wochen Unterschied handelt, hätte ich persönlich es auch gut gefunden, wenn es chronologisch erzählt worden wäre. Der Spannung hätte es keinen Abbruch getan – meiner Ansicht nach.

Vor jedem Kapitel hat die Autorin eine kleine Szene beschrieben, die in irgendeiner Weise mit dem folgenden Kapitel zu tun hat, aber nicht unbedingt immer in der gleichen Zeit statt fand. Das hat mich manchmal verwirrt. Denn erst im folgenden Verlauf erkannte ich dann, worauf es Bezug nahm.

Insgesamt gesehen wurde ich sehr gut unterhalten, meine Erwartungen hat es allerdings nicht ganz erfüllt, daher bekommt es nur vier Sterne.

Veröffentlicht am 06.08.16!

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