Wenn Liebe so einfach wäre

usaWenn Liebe so einfach wäre (2009)
Originaltitel: It’s complicated

Regie: Nancy Meyers
Drehbuch: Nancy Meyers
Produktion: Suzanne McNeill Farwell, Ilona Herzberg, Nancy Meyers
Musik: Heitor Pereira, Hans Zimmer
Kamera: John Toll
Darsteller: Meryl Streep, Steve Martin, Alec Baldwin, John Krasinski, Lake Bell, Mary Kay Place, u.v.a.
Dauer: 120 Minuten

B0037CJYXMInhaltsangabe:

Jane (Meryl Streep) ist seit über 10 Jahren geschieden, hat ein eigenes Frühstücks-Lokal drei bezaubernde Kinder, wovon das Jüngste inzwischen auch gerade auszieht. Für Jane ist es der ideale Zeitpunkt, um ihren Lebenstraum zu verwirklichen, ihr Haus umzubauen. Dafür engagiert sie Adam (Steve Martin), der auch gerade geschieden ist und sehr nett und liebenswürdig ist.

Zum College-Abschluss des stolzen Sohnes Luke (Hunter Parrish) reist Jane mit ihren Kindern nach New York, der Ex-Gatte Jake (Alec Baldwin) ebenso. Eigentlich sollte ihn seine wesentlich jüngere Frau begleiten, aber das Kind ist krank geworden. So entscheiden sie spontan, einen Abend bei Essen und Wein im Hotel zu verbringen und landen schließlich im Bett.

Für Jane beginnt das Chaos: Denn jetzt ist sie „die“ andere Frau, die sich in eine Ehe einmischt. Und nicht nur das. Es scheint jetzt irgendwie alles viel mehr Spaß zu machen als noch zu der Zeit, wo sie miteinander verheiratet waren. Während Jake sich wieder an all die schönen Zeiten erinnert, die sie gemeinsam erlebten, versucht Jane dem ganzen Einhalt zu gebieten. Aber kaum zu Hause angekommen, geht es weiter und es entwickelt sich eine Affäre.

Alles würde für Jake und Jane so glatt zu laufen, wäre da nicht noch der Architekt Adam, der an ihr plötzlich auch noch Gefallen findet und sie liebevoll und zärtlich umgarnt. Das paßt Jake natürlich überhaupt nicht und geht zum Gegenangriff.

Mein Fazit:

Selten wollte ich eine Komödie unbedingt so sehen wie diese. Das Making-Of im TV gesehen machte mich einfach neugierig und meine Sympathie für Meryl Streep machte die Sache dingfest: Wir gingen hinein! Und ich habe es nicht eine Sekunde bereut.

Schon in „Mamma Mia“ spielte Meryl Streep eine Frau in den reiferen Jahren, die ihren „Mann“ im Leben stehen muss. In diesem Film nimmt sie eine ähnliche Rolle ein. Jane, 57 Jahre alt, erfolgreich im Beruf, sieht nun das jüngste Kind ausziehen. Eigentlich ist sie ganz zufrieden mit ihrem Leben, doch etwas Entscheidendes fehlt: Ein Mann^^ Die Rolle der Jane Adler ist deshalb so sympathisch wie auch liebenswert, weil sie aus dem Leben gegriffen ist. Jede Frau kann sich mit ihr identifizieren, und viele Frauen können sogar nachfühlen, wie sie durchlitt und welche Gefühle nun durcheinander wirbeln. Dabei werden auch normale Themen aufgegriffen wie Schönheits-Ideal, Jugendwahn und die Ängste, die mit dem Älterwerden einher gehen. Obwohl Jane selbstbewußt und absolut taff ihr Leben meistert, hat sie doch Probleme, sich nackt ihrem Ex-Mann zu zeigen.

Jake, gespielt von Alec Baldwin, ist Anwalt, Vater der drei Kinder von Jane und ist nun mit der Agness (Lake Bell) verheiratet. Mit Agness hat Jake einst seine Frau betrogen und daher ist Jane nicht sonderlich gut zu sprechen auf sie. Agness ist jung, ebenso erfolgreich im Beruf und hat normale Wünsche wie ein größeres Haus, mehr Hilfe im Haushalt und natürlich ein Baby. Sie ist also genau das Gegenteil von dem, was Jane ist. Und für Jake ist das Leben unheimlich anstrengend, da Agness nicht sieht, was er sich für sein Leben wünscht.

Meryl Streep und Alec Baldwin geben ein tolles Schauspiel-Paar ab. Neben der Tatsache, das sie offensichtlich ihren Spaß beim Dreh hatten, haben sie das geschiedene Paar glaubhaft und authentisch dargestellt. Als Zuschauerin habe ich mir gewünscht, mehr über dieses Paar zu erfahren, das 19 Jahre miteinander teilte und irgendwo unterwegs die Verbindung zueinander verloren hat. Immer wieder erzählen sie einander, was sie früher gemeinsam erlebt haben.

Adam, gespielt von Steve Martin, war natürlich das Salz in der Suppe, gab dem Ganzen die richtige Würze, obwohl ich persönlich einen anderen Schauspieler dafür genommen hätte. Steve Martin ist für mich ein Komiker und passte nicht in die Rolle, die ihm in diesem Film zugedacht wurde. Denn eigentlich ist er sehr verletzlich, liebevoll und ruhig.

Der Film hat sehr viele komische Szenen (mir wurde teilweise richtig schlecht vor Lachen), aber auch sehr nachdenkliche und berührende Momente. Einige halten ihn für kurzweilig, ich denke noch immer über die eine oder andere Szene nach und würde den Film jederzeit wieder ansehen. Von mir bekommt er 90% und kann ihn voll und ganz empfehlen.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 25.01.2010!

Veröffentlicht am 21.08.16!

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