Sabine Eva Rädisch: Brot und Bitterschokolade

3866467648Sabine Eva Rädisch: Brot und Bitterschokolade

erschienen 2016
Verlag: Battenberg Gietl Verlag / SüdOst Verlag
Seitenanzahl: 240 Seiten
ISBN-10: 3866467648
ISBN-13: 978-3866467644

Inhaltsangabe:

Bislang lief alles gut, doch plötzlich nicht mehr! Gina erkrankt und wird von ihrer Partnerin aus der Sprachschule gedrängt. Notgedrungen lässt sie sich von ihrer Nachbarin helfen, aber das auch nur gerade, wie es nötig ist. Und der attraktive Mann auf der Brücke mit dem schokobraunen Labrador bringt sie vollends aus dem Konzept.

Eigentlich hat Gina der Liebe schon längst abgeschworen, doch Marvin hat etwas in ihr geweckt, dass ihr gleichzeitig Angst macht und doch auch so sehr fasziniert. Und Marvin hat auch einiges erlebt, kämpft sich gerade in ein normales Leben zurück und träumt schon bald von einer gemeinsamen Zukunft mit Gina.

Doch Gina kann nicht – ohne wirklich zu wissen, weshalb sie ihren zarten Gefühlen nicht nachgeben kann, weist sie Marvin zurück und muss schließlich erkennen, dass sie dem Grund ihrer Angst auf den Grund gehen muss, um dann wirklich frei zu sein.

Mein Fazit:

Die Autorin hat mir ihr Erstlings-Werk angeboten und da ich ja gerne Liebesromane lese, habe ich kurzerhand zugesagt. Das Cover und der Klappentext haben mich dann auch letztlich dazu bewogen.

Trotz Hardcover liegt das Buch mit 240 Seiten gut in der Hand. Es macht einen soliden Eindruck und ich habe mich beim Lesen sehr wohl gefühlt. Erzählt wird die Geschichte von Gina, die ein geregeltes, aber auch ein sehr einsames Leben führt. Auf ihre kleine Eigentumswohnung in Regensburg ist sie sehr stolz und auf ihre Teilhaberschaft an der Sprachschule ebenfalls. Doch ihre Finanzen stehen auf wackeligen Füßen. Auch ihr soziales Umfeld ist nicht gerade rosig. Nähere Kontakte lässt sie seit Jahren kaum wirklich zu. Und jedes aufrichtige Interesse seitens der Männer blockt sie ab, ohne wirklich zu ahnen, woher es kommt. Auch die zufälligen Begegnungen mit Marvin machen da keine Ausnahme, doch der Zufall will es, dass sie sich immer wieder sehen und sie so einander näher kennenlernen. Der Hund Gavin spielt dabei eine zentrale Rolle.

Gina ist mir sehr sympathisch gewesen und ich habe schon sehr bald ihre Ängste und Sorgen gespürt. Aber manchmal hätte ich sie am liebsten auch geschüttelt, da ich ihre Zurückweisungen nicht immer verstanden habe. Das Verständnis dafür kommt zum Schluss und dann rundet sich das Bild auch ab. Marvin ist eigentlich eher ein Anti-Held, hat mehrere Monate auf der Straße gelebt, nachdem er alles -teils durch eigenes Verschulden- verloren hat. Aber er will da raus und sich etwas Neues aufbauen und Gina scheint ihm da eine echte Partnerin zu sein. Aber sie gibt sich ihm recht verschlossen und zugeknöpft und macht ihm das zarte Werben nicht immer leicht. Da hilft auch nicht die aufrichtige Zuneigung des Hundes.

Beide Persönlichkeiten haben auf den 240 Seiten ihren Raum zur freien Entfaltung bekommen, die Geschichte nimmt ihren Lauf, wenn auch nicht mit einem hohen Spannungsbogen, wie man es vielleicht erwarten würde. Aber kontinuierlich geht es zum Finale und schließlich wollte ich auch wissen, was hinter Ginas Angst steckt. Eine leise Vorahnung beschlich mich da schon ab etwa der Hälfte, aber das war auch mehr intuitiv. Die Autorin kann wirklich angenehm erzählen und hat mir als geneigte Leserin so ganz nebenbei noch Regensburg etwas näher gebracht. Es scheint eine Stadt zu sein, wo sich ein Besuch lohnt.

Das einzige, was ich wirklich bedaure, ist, dass der Klappentext viel zu viel vom Buch verrät. Da hätte man deutlich kürzen können. Nur die letzten 40 bis 50 Seiten waren für mich dann wirklich unklar gewesen, alles andere vorher hat der Klappentext schon verraten.

Für die ruhige Erzählweise und schwierige, aber liebenswerte Charaktere vergebe ich vier Sterne und ich wäre äußerst gespannt, welche Geschichten die Autorin noch so zu bieten hat.

Veröffentlicht am 06.11.16!

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