Alexander Hartung: Bis alle Schuld beglichen

Alexander Hartung: Bis alle Schuld beglichen

erschienen 2014
vorgelesen von Martin L. Schäfer
Länge: ca. 7 Stunden und 41 Minuten (ungekürzte Ausgabe)
ASIN: B00LSZDX46
Dies ist der 1. Teil der Jan Tommen-Reihe.

Inhaltsangabe:

Jan Tommen, Anfang Dreißig und erfolgreicher Ermittler bei der Mord-Kommission, fällt aus allen Wolken, als plötzlich eines Sonntags Morgens sein Kollege Patrick Stein vor der Tür steht und ihm erklärt. Er wird verdächtigt, den Richter Georg Holoch ermordet zu haben. Schließlich sind seine Finger-Abdrücke am Tatort und das Blut des Opfers an Jan’s Hemd.

Leider hat Jan kein Alibi für die Zeit, denn er hat einen Filmriß von über 36 Stunden, wo er mit seiner Freundin Betty wild gefeiert hat. Um nicht in Untersuchungshaft gehen zu müssen, bittet er seinen Freund Chandou, ihm aus der misslichen Lage zu befreien, was auch gelingt. Doch damit ist noch immer nicht klar, wer Georg Holoch ermordet hat.

Zusammen mit Chandou, der Gerichts-Medizinerin Zoe und dem Computer-Freak Max macht sich Jan auf die Suche und ihr Weg führt durch das Rotlicht-Milieu, windige Bau-Geschäfte und zu einem hiesigen Kinderpornoring. Doch bis dahin gibt es weitere Morde, wo ebenfalls Jans Spuren zu finden sind.

Mein Fazit:

Dieses Hörbuch war ein weiteres Geschenk für das Audible-Abo, welches ich immer noch teste (aber wohl fortführen werde). Weder vom Autor noch von der Reihe habe ich bislang gehört, so ging ich mit einer geringen Erwartungshaltung ran.

Für mich war der Sprecher etwas gewöhnungsbedürftig. Eine recht tiefe Stimme hat Martin L. Schäfer und nicht immer hat mir das Vorlesen 100%ig gefallen. Erklären kann ich es nicht wirklich, ist wohl unter der Kategorie „Geschmacksache“ abzuheften.

Die Geschichte um Jan Tommen war soweit recht spannend. Jan Tommen wird des Mordes an den Richter Georg Holoch verdächtigt. Wegen eines Blackouts kann er sich nicht erinnern, was er an diesem Wochenende, wo es geschah, gemacht hat. Er hat mit seiner Freundin Betty Freitag abend gefeiert und ist Sonntag morgen verkatert aufgewacht, als seine Kollegen vor der Tür stehen, um ihn mitzunehmen. Da er sich durchaus als gesetzestreu sieht, ist er sich sicher, dass er die Tat nicht begangen hat. Doch die gefundenen Spuren sprechen eine andere Sprache.

Jan kann fliehen und findet bei seinem Freund Chandou Unterschlupf. Chandou, ein ehemaliger Flüchtling aus Ruanda und ein halbwindiger Typ, der zwar in der Unterwelt von Berlin unterwegs ist, aber nicht wirklich straffällig geworden ist, ist ein schwarzer Riese, der auch gern „tatkräftig“ nachhilft, wenn es mal nicht so läuft. Dazu gesellen sich die gelangweilte. Kette rauchende und reiche Gerichtsmedizinerin Zoe und der durchgeknallte Computer-Freak Max.

Das Quartett kann leider weitere Morde nicht verhindern, doch sie wissen nun definitiv, dass Jan die Morde nicht begangen hat. Und so müssen sie durch einige Gesellschaftsschichten Berlins ermitteln, ehe sie dem wahren Mörder auf die Spur kommen. Die eher unkonventionellen Ermittlungs-Methoden des Teams berühren dabei viele Grenzen des Gesetzes und lange Zeit tappen sie im Dunkeln. Die Auflösung dagegen ist eine große Überraschung – auch für Jan Tommen.

Nun, der Autor hat sich einiger Klischees bedient. Ich denke, ich habe sie im Grunde schon aufgezählt. Das hat mir schon etwas den Hör-Spaß verdorben. Wirklich neue Dinge erfährt man nicht. Auch die Protagonisten sind für mich noch nicht wirklich greifbar. Nur ein einziges Mal erhielt man einen kleinen Einblick in die privaten Seelen. Für ein ganzes Buch ist es eindeutig zu wenig. Das Ende (nicht die Auflösung der Mord-Serie) fand ich dann auch ein bisschen weit hergeholt, aber gut, das fällt dann in den Bereich der künstlerischen Freiheit.

Durch die überraschende Auflösung der Mordfälle bin ich jedoch geneigt, die Serie weiter zu lesen bzw. zu hören und vielleicht lernt man dann die Protagonisten doch noch etwas näher kennen. Der erste Teil der Reihe bekommt 4 Sterne.

Veröffentlicht am 31.01.17!

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