Emily Brontë: Sturmhöhe

Emily Brontë: Sturmhöhe

Originaltitel: Wuthering Heights (1847)
übersetzt von Gisela Etzel
Verlag: Anaconda Verlag
Seitenanzahl: 398 Seiten
ISBN-10: 3866474318
ISBN-13: 978-3866474314
Hier ist der Film dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

Yorkshire, 1801: Mr. Lockwood hat sich in Trushcross Grange einquartiert und stattet seinem Vermieter, Mr. Heathcliff, einen Besuch ab. Die Atmosphäre ist kalt, herzlich und sehr gastlich. Nach einer kalten Winternacht, die er gezwungenermaßen in Wuthering Heigths verbringen musste, wird er krank und lässt sich von Mrs. Dean, der Haushälterin pflegen.

Eines Abends beginnt Mrs. Dean die Geschichte von Wutherin Heights zu erzählen, wie sie ihre Kindheit dort verbrachte, Heathcliff als Findelkind ins Haus kam und somit das Verhängnis seinen Lauf nahm. Trotz aller Prügel und Demütigungen kann Heathcliff Zuneigung zur Tochter des Hauses, Catherine, empfinden. Sie ist die einzige, die seinen zügellosen Charakter zähmen kann und sie verbringen viele gemeinsame Tage im nahegelegenen Moor.

Doch Catherine wird erwachsen und verheiratet sich mit Mr. Linton, dem Trushcross Grange gehört. Diese Schmach kann Heathcliff nicht verzeihen und beginnt einen Rachefeldzug sondergleichen. Sein Hass ist so abgründig tief, das er alle Menschen in seiner Umgebung mit in die Düsternis hinein nimmt und dabei weder Scham noch Mitleid kennt.

Mein Fazit:

Anfangs war ich begeistert von dem Buch, von der blumigen, aber auch teilweise komplizierten Erzähl-Art dieser Geschichte. Die Autorin hat die Geschichte aus der Sicht von Mrs. Dean erzählt, die Zeit ihres Lebens in Dienerschaft der Earnshaw’s, später Mr. Heathcliff stand.

Mit der Zeit jedoch wurden mir die vielen brutalen Auseinandersetzung zuviel. Wut empfand ich beim Scheusal Heathcliff, Mitleid mit den Menschen, die er in den Sumpf aus Rache und Habgier mitgezogen hat. Sein Charakter ist ziemlich klar detailliert und bringt dem Leser nur nahe, wie einsam dieser Mann war, wie sehr er mit der Welt und seinen Feinden haderte. Eine tragische Figur, die es einem allerdings schwer macht, ihn zu verstehen. Bei den Demütigungen, die er anzettelte, konnte man ihm nur den Tod an den Hals wünschen.

Als Autorin so einen Charakter zu kreieren zeugt schon von einer großen Kraft. Sie hat die Geschichte konsequent bis zum Ende erzählt. Aber die Demütigungen sind nichts für schwache Nerven, ich musste oft das Buch aus der Hand legen und kam daher nur schwer voran.

Insgesamt bekommt es 3,5 von 5 Punkten von mir.

Anmerkung: Die Rezension stammt von Juni 2010.

Veröffentlicht am 20.04.17!

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2 Gedanken zu „Emily Brontë: Sturmhöhe

  1. Hallo, ich bin gerade auf deine Besprechung zu „Sturmhöhe“ gestoßen. Ich habe das Buch auch vor ein paar Jahren gelesen; aber nur eine vage Erinnerung daran, dass ich Heathcliff auch unsympathisch fand, Tragik hin oder her. Ich nehme es in den nächsten Monaten aber noch einmal zur Hand, vielleicht bleibt dann ja ein wenig mehr hängen. Viele Grüße.

    • Hallo Jana,

      vielen Dank für Deinen Besuch und Dein Kommentar.

      Solche Charaktere sind manchmal wirklich schwer zu ertragen, ja. Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Re-Read 🙂

      Liebe Grüße, Elke.

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