Patricia Cornwell: Staub

Patricia Cornwell: Staub

Originaltitel: Trace (2004)
übersetzt von Karin Dufner
Verlag: Hoffmann und Campe
Seitenanzahl: 432 Seiten
ISBN-10: 3455011004
ISBN-13: 978-3455011005
Dies ist der 13. Teil der Kay Scarpetta-Reihe.

Inhaltsangabe:

In Richmond kommt die 14jährige Gilly Paulsson zu Tode. Es gibt keine eindeutigen Spuren, wie das an Grippe erkrankte Mädchen sterben konnte. Der neue Chief Medical Examiner Dr. Marcus beachtet den Fall nicht groß, bis die Medien davon erfahren und eine große Story wittern. Der Vater, angesehener Flugarzt in Charleston, hat schließlich die Politik eingeschaltet.

Nach 14 Tagen erst wird Kay Scarpetta dazu gebeten. Sie lebt inzwischen in Süd-Florida und arbeitet als unabhängige Beraterin der Gerichtsmedizin. Dass sie ausgerechnet nach Richmond gerufen wird, gefällt ihr gar nicht, doch sie denkt an das Mädchen, dessen Todesumstände ungeklärt sind. Ihr Begleiter ist Marino, der seine Dienste inzwischen bei Lucy zur Verfügung stellt, die ebenfalls inzwischen nach Florida in die Stadt Hollywood gezogen ist.

Eigentlich wollte Kay mit Benton in Aspen gerade Urlaub machen, doch Lucy hat ihm unter dem Mantel der Verschwiegenheit ein Fall anvertraut. In Richmond angekommen erkennt Kay, das es ein Fehler war, zu ihrer ehemaligen Wirkungsstätte zurückzukehren. Dr. Marcus macht sich kaum die Hände schmutzig und die Arbeitsweise der Gerichtsmedizin haben sich nicht zum Guten verändert.

Und dann passiert plötzlich noch ein Arbeitsunfall auf dem ehemaligen Gelände der Gerichtsmedizin in Richmond, wo Spuren gefunden werden, die eindeutig mit dem verstorbenen Mädchen im Zusammenhang stehen. Kay und Marino gehen auf Spurensuche, denn die Polizei hat den Fall bislang nicht ernst genommen.

Mein Fazit:

Gerade eben las ich mir noch kurz die Leseprobe durch, die auf amazon zu diesem Buch zu finden ist. Ich muss ehrlich gestehen, dass diese Leseprobe die wahrscheinlich spannendste Stelle im ganzen Buch ist und doch leider nicht viel mit Fall zu tun hat.

Kay und Benton sind wieder zusammen, nachdem er im letzten Band „von den Toten“ auferstanden ist. So 100%ig läuft die Beziehung der Beiden nicht, zu groß ist wohl der Bruch, der durch die Täuschung verursacht wurde. Trotzdem hätte Kay gern mit ihm Urlaub in Aspen gemacht. Stattdessen nimmt sie den Fall in Richmond an, der zum Anfang ziemlich harmlos klingt. Marino begleitet sie. Auch wenn er inzwischen für Lucy und „Das Revier“ arbeitet, so hat er relativ freie Hand. Kay und Marino sind ja auch ein gut eingespieltes Team. Man höre und staune, inzwischen hat Marino sogar sein Leben umgekrempelt, mit dem Rauchen aufgehört und stark abgenommen. Nur das Trinken kann er nicht lassen und das wird ihm auch im Laufe der Geschichte einmal zum Verhängnis.

Lucy ist inzwischen ebenfalls nach Florida gezogen und hat eine Schauspielerin namens Henri Walden eingestellt. Sie hat auch in ihrem Haus gewohnt und wurde überfallen. Doch es gibt Zweifel an der Geschichte, da Henri eine notorische Lügnerin ist und narzistische Züge an den Tag legt. Wohl aus Scham, eine solche Person in ihr Leben gelassen zu haben, bittet Lucy Benton sie psychologisch zu untersuchen, um herauszufinden, ob an dem Überfall wirklich was dran ist.

Und dann gibt es da den Mörder, der dem Leser schon schnell bekannt wird, aber dessen Motive lange unklar bleiben. Während Kay und Lucy versuchen, ihre Fälle zu klären, tobt er sich in Hollywood aus und hat sich neue Opfer auserkoren. Und die politischen Intrigen in Richmond lassen Kay auch dieses Mal nicht los.

Nun, die Geschichte ist wirklich unglücklich verfasst. Es wäre wirklich spannender gewesen, wenn die Autorin an ihrem alten Stil festgehalten hätte. Es war für mich überhaupt nicht mehr so spannend zu wissen, wer der Mörder ist. Das war in den früheren Bänden eindeutig besser, da konnte ich als Leserin die Gerichtsmedizinerin begleiten und miträtseln. Ein paar Finten wurden auch eingebaut, die meiner Meinung nach über Gebühr stilisiert wurden. Für die Geschichte spielten sie eigentlich gar keine Rolle.

Das einzig positive an der Geschichte war die Vertrautheit, die Figuren, die man schon über die ganzen Fälle hinbegleitet hat und die sich weiterentwickelt haben. Doch das kann die schlechte Gestaltung der Geschichte nicht wett machen. Mit dem Stilwechsel hat die Autorin sich keinen Gefallen getan. Das ihre frühere Mitarbeiter sie vermissen und einige ihr auch nachtrauern ist für mich schon nachvollziehbar, auch wenn Kay Scarpetta als die berühmte und strahlende Gerichtsmedizinerin stilisiert wurde. Das war an der einen oder anderen Stelle schon übertrieben.

Wirklich gefallen hat mir dieser Teil nicht, daher bekommt er auch nur drei Sterne.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 09.05.17!

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