Argo

Argo (2012)

 

Regie: Ben Affleck
Drehbuch: Chris Terrio, Joshuah Bearman
Produktion: Ben Affleck, Graham King, Grant Heslov, u.v.a.
Musik: Alexandre Desplat
Kamera: Rodrigo Prieto
Darsteller: Ben Affleck, Bryan Cranston, John Goodman, Alan Arkin, Kyle Chandler, Titus Welliver, u.v.a.
Dauer: 120 Minuten

Inhaltsangabe:

1979: Nach der Revolution im Iran ist die Stimmung gegen die Amerikaner aufgeheizt. Die USA haben dem persischen Shah Asyl gewährt. Das iranische Volk jedoch möchte den Shah für seine Gräueltaten zur Rechenschaft ziehen. Daher stürmen iranische Studenten die amerikanische Botschaft und nehmen die Mitarbeiter als Geisel. Sechs jedoch konnten zuvor unerkannt fliehen und harren in der kanadischen Botschaft aus.

CIA-Agent und Spezialist für schwierige Missionen Tony Mendez (Ben Affleck) soll eine Strategie zur Befreiung der sechs Botschaftsmitarbeiter entwickeln und kommt auf die Idee, sich als kanadischer Filmproduzent in den Iran zu begeben, um dann die Mitarbeiter als Film-Team wieder hinaus zu schleusen. Um dies glaubhaft zu gestalten, trifft sich Tony mit seinem Freund John Chambers (John Goodmann), der wiederum den Produzenten Lester Siegel (Alan Arkin) dazu überreden kann, bei dieser heiklen Mission mitzumachen.

Sie finden das perfekte Drehbuch: „Argo“ und bauen eine Film-Produktion auf, dessen Drehorte im Iran gesucht werden sollen. Und dann muss noch der amerikanische Präsident Jimmy Carter die Aktion freigeben. Als Tony in der Luft ist, gibt es kein Zurück mehr. Entweder die Mission gelingt oder alle sind dem sicheren Tod geweiht!

Mein Fazit:

Den Film hatte ich schon lange im Visier. Nicht nur wegen Ben Affleck, den ich nach wie vor als Schauspieler toll finde. Auch das Regisseur liefert er eine tolle Arbeit ab und er wurde zu Recht für dieses Werk ausgezeichnet.

Wodurch besticht der Film? Als erstes fällt auf, dass Ben Affleck Fiktion mit historischen Bildern und Film-Ausschnitten gekonnt vermischt hat. Die meisten Szenen wurden nachgestellt, aber es gibt auch den einen oder anderen Ausschnitt, wo historische Bilder durchaus wirkungsvoll platziert wurden. Authentisch und mit einer dichten Atmosphäre besticht die Geschichte außerdem mit einer Kameraführung, die mir als Zuschauerin den Eindruck vermittelte, als würde ich direkt daneben stehen und alles atemlos verfolgen.

Ben Affleck übernimmt hier nicht nur die Regie, sondern auch die Hauptrolle. Wie der echte Tony Mendez nun ist, weiß ich nicht. Aber ich konnte der Figur durchaus seine Zwiespältigkeit zur Mission, aber den unbedingten Willen zum Erfolg abnehmen. Verschiedene Szenarien werden vorher besprochen, aber es gibt immer einen Haken. So bleibt letztlich nur die Geschichte mit dem Film-Team. Da die Stimmung gegen die Amerikaner aufgeheizt ist, müssen sie sich als Kanadier ausweisen. Was praktisch ist, da die sechs Botschafts-Mitarbeiter, die es zu retten gilt, seit Wochen schon in der kanadischen Botschaft festsitzen. Allerdings sind sie buchstäblich von der Außenwelt abgeschnitten und wissen nicht, was auf sie zukommt. Als Tony Mendez es schafft, zu ihnen durchzuringen, müssen sie innerhalb von wenigen Tagen ein komplett anderer Mensch werden. Mit einer eigenen Agenda, Sprache und Aussehen! Sie sind sowieso schon nervlich angespannt und dann müssen sie auch noch das tun! Erst recht zweifeln sie an den Erfolg der Mission, doch ihnen bleibt keine Wahl – entweder so oder sie werden früher oder später von den iranischen Revolutionsgarden gelyncht.

Und das ist das eigentlich Spannende an allem! Wie schaffen sie es, dem Druck stand zu halten? Überall sind Revolutionsgarden, überall misstrauisches iranisches Volk. Als erstes werden immer Amerikaner vermutet und entsprechend aufgeheizt ist jede Begegnung. Auch die Iraner sind ja nicht untätig, sie versuchen die Unterlagen, die vor der Erstürmung der Botschaft geschreddert wurden, wieder zusammenzusetzen. Dafür werden Kinder eingesetzt und so wird bald klar, dass sechs Menschen unter den Geiseln fehlen und nach ihnen wird gesucht!

Die Geschichte ist extrem spannend gemacht – bis zum Nägel kauen. Wie ich jedoch im Nachhinein bei Wikipedia nachlesen konnte, war es in Wirklichkeit nicht ganz so dramatisch, einiges wurde zu dramaturgischen Zwecken hinzugefügt. In der Regel verzeihe ich das, aber gerade bei einem so sensiblen Thema hätte ich etwas mehr Fingerspitzengefühl erwartet. Daher gibt es 5% Abzug. Denn bis heute werden die USA und teilweise auch ihre Verbündeten mit großem Misstrauen betrachtet. Ob zu Recht, das vermag ich hier nicht genauer beleuchten.

Es ist ein sehr spannender, authentischer und atmosphärischer Film und besticht durch teilweise realitätstreue Nachbildungen, wie am Ende des Films die Vergleichsbilder zeigen. 95% bekommt er von mir mit einer klaren Empfehlung!

Veröffentlicht am 08.10.17!

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