Der Mann, der niemals lebte

Der Mann, der niemals lebte (2008)
Originaltitel: Body of Lies

Regie: Ridley Scott
Drehbuch: William Monahan
Produktion: Donald De Line, Ridley Scott, Michael Costigan
Musik: Marc Streitenfeld
Kamera: Alexander Witt
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Golshifteh Farahani, Oscar Isaac, Ali Suliman, u.v.a.
Dauer: 128 Minuten
Romanvorlage: „Der Mann, der niemals lebte“ von David Ignatius

Inhaltsangabe:

Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) ist Nah-Ost-Experte und als CIA-Agent inkognito in den arabischen Staaten unterwegs. Seine einzige Verbindung ist die abhörsichere Handy-Leitung zum Supervisor Ed Hoffman (Russell Crowe), der während der Telefongespräche sein normales Leben weiterführt (und z. B. gerade die Kinder zur Schule bringt).

Während es in Europa immer wieder neue Terror-Anschläge gibt, versucht Ferris an den Drahzieher Al-Saleem (Alon Abutbul) heran zu kommen, was angesichts der brenzligen Lage und dem hohen Mißtrauen der Araber fast unmöglich ist. Ferris‘ seine große Hilfe ist der jordanische Geheimdienst-Chef Hani (Mark Strong), der eher auf altbewährte Methoden zurück greift, genau nach Ferris‘ Kragenweiter.

Doch Hoffman greift ins Geschehen ein und bringt so die Operation in Gefahr. Schließlich hat Ferris die Idee, eine Finte zu legen, um Al-Saleem aus dem Hinterhalt herauszulocken. Eine gefälschte Identität, falsche Spuren und schon werden die Araber hellhörig. Doch bei dieser Operation geht gehörig was schief – Ferris‘ seine neue Freundin Aisha (Golshifteh Farahani) wird entführt.

Mein Fazit:

Dies ist ein Agenten-Thriller, der an Aktualität nicht zu überbieten ist. Noch immer herrscht überall Terror-Gefahr und Ferris ist ein Agent, der auf altbewährte Art seine Arbeit verrichtet: Kontakte, Vertrauen und vor allen Dingen Zeit. Doch die Zeit gibt ihm Hoffman nicht. Der Chef am Telefon hat stets altkluge Vorschläge, die Ferris nicht umsetzen kann und will. Schließlich sind trotz der recht nahen Verbindung Welten dazwischen. Ferris sieht sich tagtäglich der Gefahr des Terrors ausgesetzt und den Verlust seiner sorgfältig aufgebauten Existenz, während Hoffman ein völlig normales Leben in einem Vorstadt-Haus mit zwei bezaubernden Kindern und einer liebevollen Ehefrau führt. Dieser krasse Gegensatz allein schon kann den Zuschauer wütend machen und so reagiert Ferris zuweilen auch. Er fühlt sich oftmals von Hoffman verraten und verkauft, dennoch macht er seine Arbeit weiter.

Ferris ist eigentlich eine gescheiterte Existenz. Er lebt in Scheidung und hat keine Heimat mehr. Er fühlt sich nirgends zu Hause und daher hat er wohl den Job angenommen. In der Krankenschwester Aisha hat er wieder Hoffnung geschöpft, trotz der kulturellen Unterschiede wirbt er sehr zaghaft um sie – mit Erfolg.

Die Filme von Ridley Scott haben mir eigentlich einen hohen Stellenwert, sind sie doch von einer hohen Qualität und auch Brisanz. Dieser Film ist da nicht anders, aber die Geschichte ist für mich teilweise schwer zu verstehen. Oft wechseln zu schnell die Bilder, die Dialoge bergen so viele Informationen, das man genau aufpassen muss, was gesagt wird. Die Folter-Szenen sind brutal und auch ziemlich glaubwürdig dargestellt, so das ich als Zuschauerin keinen Zweifel habe, das es tatsächlich so sein könnte.

Insgesamt gesehen ist der Film schon sehenswert, aber aufgrund der Thematik schwer verdauliche Kost. Leonardo DiCaprio hat mich in jeder Hinsicht überzeugt, Russel Crowe hingegen wirkte eher negativ auf mich, was wohl an seiner Rolle lag. Alles in allem sind es 85%, die ich hiermit vergebe.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 07.06.2009.

Veröffentlicht am 13.10.17!

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