Am Ende des Schweigens

Am Ende des Schweigens (2006)

 

Regie: Erhard Riedlsperger
Drehbuch: Christian Schnalke
Musik: Georg Kleinebreil
Darsteller: Christine Neubauer, Gesine Cukrowski, Eva Herzig, Bernhard Schir, Martin Feifel, Felix Eitner, u.v.a.
Dauer: 100 Minuten
Romanvorlage: „Am Ende des Schweigens“ von Charlotte Link

Inhaltsangabe:

Jessica Wahlberg (Christine Neubauer) fährt zum ersten Mal mit ihrem Mann Alexander (Bernhard Schir) und seinen Freunden und dessen Frauen nach Stanbury in den Urlaub. Alexander erzählt begeistert von der gemeinsamen Internatszeit mit Leon (Felit Eitner) und Tim (Dirk Martens). Nur seine Tochter Ricarda schießt ein bisschen quer. Jessica bringt ihr Verständnis entgegen, denn sie befindet sich in der Pubertät und muss noch die Scheidung der Eltern verkraften.

Tims Frau Evelin (Gesine Cukrowski) leidet unter den Demütigungen ihres Mannes. Auch hat sie den Verlust ihres Babys noch nicht verkraftet, was Jessica dazu veranlasst, von ihrer frischen Schwangerschaft noch nichts zu berichten. Patricia (Eva Herzig) gibt sich gewohnt selbstbewusst und herrschsüchtig, auch, als sie bei der Ankunft auf Stanbury entdecken, dass ein Fremder in dem Haus genächtigt hat. Es stellt sich heraus, dass er Phillip Bowen (Martin Feifel) heißt und Anspruch auf das Haus erhebt. Patricia weist dies empört zurück.

Jessica spürt schon sehr bald eine gewisse Anspannung unter den Erwachsenen. Verschiedene Dinge lässt sie vermuten, dass die Männerfreundschaft ein sonderbares umspannt, was nicht positiv zu bewerten ist. Auf Alexanders Hilfe kann sie nicht mehr bauen, er scheint ein anderer Mensch zu sein. Auch seine Tochter Ricarda lässt er in einem entscheidenden Moment im Stich. Für Jessica ist die Situation kaum auszuhalten und sie macht lange Spaziergänge.

Als sie von einem dieser langen Spaziergänge zurückkehrt, findet sie zwei Leichen und einen Schwerverletzten vor. Tim kämpft noch um sein Leben, aber verliert ihn später im Krankenhaus. Ricarda ist verschwunden und Evelin völlig blutüberströmt und nicht bei Sinnen in einem der Badezimmer im Haus. Leon kehrt später nach Stanbury zurück und er verdächtigt gleich Phillip Bowen des Mordes. Und die Polizei tappt im Dunkeln, trotz aller Bemühungen.

Wer ist der wahre Mörder von Stanbury? Und welches Geheimnis haben die Männer mit sich rumgeschleppt und immer Stillschweigen darüber bewahrt?

Mein Fazit:

Ich habe nun kürzlich das Buch dazu gelesen und hatte ihn für sehr tiefgründig, vielschichtig und spannend gehalten. Der Film stellt nun die visuelle Version des Buches dar und natürlich gibt es den einen oder anderen Kritik-Punkt.

Obwohl der Film 2006 gedreht wurde, kam er mir viel älter vor. Die Mode, die Figuren und das Setting erschienen mir eher wie aus den 90er Jahren. Christine Neubauer hat hier die Rolle der Protagonistin Jessica Wahlberg übernommen und für mich war sie die einzige überzeugende Figur in dem ganzen Film. Sie ist neu in der Gruppe, die schon seit vielen Jahren aufeinander eingeschworen sind. So sehr, dass neue Partner im Grunde keine Chance haben, wirklich aufgenommen zu werden. Jessica wird mit Misstrauen begegnet, weil sie den Mut hat, die Dinge beim Namen zu nennen. Sie spürt sehr schnell schwelende Konflikte und versucht sie anzusprechen. Aber sie erntet häufig nur eisiges Schweigen. Obwohl ihre Stieftochter Ricarda ihr mit Hass und unverhohlener Ablehnung begegnet, nimmt sie sie in Schutz, kann ihre Haltung sogar zum Teil nachvollziehen. Dieser Teil findet sich auch im Buch wieder – bis zum Schluss!

Bis zum Massaker hält sich der Film in weiten Teilen an das Buch, aber dann wird es anders. Denn im Buch kehren Leon und Jessica nach Deutschland zurück und versuchen von dort die Geheimnisse aufzudröseln. In stark abgekürzter Form wird es jedoch im Film in England abgehandelt. Die Polizei macht auch hier keinen guten Eindruck, genauso wie im Buch, aber das ist auch mehr Nebensache. Es ist zwar in weiten Teilen glaubhaft gespielt, aber an einigen Stellen wirkte es auch hölzern. Jessica konnte ich ab da nicht immer verstehen, aber gut, das Drehbuch hat es so verlangt.

Insgesamt gesehen kann man die Änderungen vom Buch verzeihen, immerhin hat es über 600 Seiten und wesentlich mehr Personen sind involviert. Womöglich wollte man den Zuschauer damit nicht überfordern oder es war schlichtweg zu teuer. Im Vergleich zum Buch ist der Film jedoch nicht ganz so spannend, denn pfiffige Detektive hätten gleich die entsprechende Person ausgemacht. Im Buch war es weitaus schwieriger zu erahnen! Insgesamt gesehen kann ich dem Film getrost 80% geben!

Veröffentlicht am 22.10.17!

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