Lucy Clark: Die Bucht, die im Mondlicht versank

Lucy Clark: Die Bucht, die im Mondlicht versank

Originaltitel: Last Seen (2017)
Übersetzt von Claudia Franz
Verlag: Piper Paperback
Seitenanzahl: 416 Seiten
ISBN-10: 3492060277
ISBN-13: 978-3492060271

Inhaltsangabe:

Die Sommer verbringen sie seit Jahren auf der Sandbank: Nick, Sarah und deren gemeinsamer Sohn Jacob. Sarahs beste Freundin Isla hat die Hütte neben ihnen, obwohl sie schon längst in Chile an einer internationalen Schule arbeitet. Doch kehrt sie immer wieder an den Ort zurück, wo das Schicksal ihr übel mitgespielt hat. Vor sieben Jahren ertrank ihr 10jähriger Sohn Marley auf tragische Weise. Seither versucht sie zu verstehen, was damals passiert ist.

Jacob, Marleys bester Freund, verschwindet just am siebten Jahrestag, der auch gleichzeitig sein 17. Geburtstag ist. Saran und NIck versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen. Isla ist nach einem Streit überstürzt abgereist und kann ihr nicht beistehen. Es gibt viele Hinweise, was mit Jacob passiert sein könnte und doch tappen Sarah und Nick eine Weile im Dunkeln. Die Nachbarschaft kann nur bedingt helfen, geschah es doch in der Nacht nach seiner Geburtstagsparty.

Erst allmählich begreift Sarah, das sie einen erheblichen Anteil am Verschwinden ihres Kindes hat, stritten sie sich doch, bevor er zur Party ging. Nick war nicht da und Isla meldet sich trotz vieler Anrufe einfach nicht zurück. Warum schweigt ihre beste Freundin? Weiß Isla, was damals wirklich geschehen ist? Sarah sieht sich der Tatsache konfrontiert, dass Schweigen nicht immer Gold ist und sie erkennt, das ihr Leben nicht mehr das sein wird, was sie kannte und liebte.

Mein Fazit:

Dieses Buch ist mein Erstling von Lucy Clark. Der Plot und das schöne Cover sind sehr reizvoll. Connys Rezension hat meine Neugierde dann restlos geweckt.

Ich tauchte in eine Welt ein, die man sich malerischer nicht ausdenken könnte, es ist nahezu paradiesisch. Aber auch das schönste Paradies hat irgendwo ein kleines Schattenfleckchen und das ist in diesem Buch Marley. Marley hat zusammen mit Jacob die Sommer auf der Sandbank verbracht. Beste Freunde, die alles zusammen machten und teilten und jeder Herausforderung trotzten. Doch an Jacobs zehnten Geburtstag passiert das Unglück: Marley ertrinkt und seine Leiche wird nie geborgen. Isla hat sich von diesem Schicksalsschlag nie erholt, da sie keine Antworten auf ihre Fragen bekommt und durch die Abwesenheit der Leiche nicht wirklich abschließen kann. Sie hat nur die Sandbank zum Trauern.

Sarah als ihre beste Freundin steht ihr zur Seite, wo sie nur kann. Schließlich kennen sie sich seit der Jugend. Ihre beiden Kinder kamen im Abstand von 3 Wochen zur Welt und die gemeinsamen Sommer auf der Sandbank haben ihre Freundschaft gefestigt. Nick, der erst mit Isla zusammen war und dann später schließlich Sarah heiratete, weil sie schwanger war, fühlt sich zwischen den Frauen manchmal hin und her gerissen. Aber doch versucht er, es allen recht zu machen. Seine Firma allerdings steht kurz vor dem Konkurs, was die Situation sehr belastet.

Als Jacob schließlich verschwindet, kommen mehrere Dinge zusammen: Nick muss nach Bristol wegen eines potentiellen Auftrags. Isla reist nach Chile zurück, doch zuvor hat sie sich mit Sarah heftig gestritten. Und auch Jacob wird für kurze Zeit Zentrum von Sarahs Zorn und er verschwindet zu seinem Freund Luke, der eine Party schmeißt. Wie Sarah später herausfindet, hatte Jacob auch Streit mit seiner Freundin Caz. Und dann sind da noch der seltsame Isaac und der aufbrausende Robert (Caz‘ Vater), die sich irgendwie sonderbar benehmen! Schließlich schalten Sarah und Nick die Polizei ein, denn sie machen sich nun ernsthaft Sorgen.

Die Geschichte um die vier Hauptfiguren wird aus wechselnder Sicht von Sarah und Isla erzählt, wie sie Andeutungen machen, von ihrer Freundschaft berichten und wie die perfekte Welt allmählich Risse bekommt. Dabei gibt es immer wieder überraschende Wendungen und tiefgründige Einsichten in die Protagonisten. Die Figuren sind wie aus dem Leben geschnitten, authentisch und auf ihre Art und Weise auch liebenswürdig und sehr lebendig beschrieben. Auch wenn das Leben auf der Sandbank durchaus paradiesisch anmutet, sobald man Nachbarschaft hat, ist das Paradies Geschichte. Das wird immer wieder deutlich, je mehr Sarah und Nick auf der Suche nach Jacob sind.

Dabei zeigt sich eben, das Lügen kurze Beine haben. Wenn man aus Dingen, die eigentlich kein Geheimnis sind, solche macht, dann passieren tragische Dinge. Denn irgendwie gibt es dann doch Missverständnisse und mit der Zeit wachsenden Misstrauen. Dabei werden die menschlichen Aspekte deutlich und niemand kann auf jemanden den Finger zeigen, denn wer würde an deren Stelle anders entscheiden? Die dichte Atmosphäre und eindringliche Sprache runden das ganze ab.

Die Geschichte hat mich gefesselt und buchstäblich auf der letzten Seite gibt es die Auflösung. Einzig die manchmal schnell wechselnden Sichten und Kapitel verwirrten mich gelegentlich. Aber daran habe ich mich mit der Zeit gewöhnt. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, daher gibt es von mir fünf Sterne!

Veröffentlicht am 10.11.17!

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2 Gedanken zu „Lucy Clark: Die Bucht, die im Mondlicht versank

  1. Liebe Elke,

    schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat wie mir☺Hätte ich aber auch gar nicht anders erwartet bei Lucy Clarke. Danke für die Erwähnung:) Dann freu dich schon mal auf die weiteren Bücher der Autorin und die Leserunde.

    Liebe Grüße von Conny und viel Spaß bei der litlove🔰☺

    • Hallo Conny,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar!

      Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass der Schreibstil schon recht ungewöhnlich ist und ich Schwierigkeiten hatte, das Buch ins passende Genre zu ordnen. Es mutete schon so etwas wie ein Thriller ein, aber das war es ja doch auch nicht wirklich 🙂

      Ich freue mich schon auf die Leserunde, ich habe eben die Beiträge dazu noch vorbereitet.

      Liebe Grüße, Elke!

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