Das Reich der Sonne

Das Reich der Sonne (1987)
Originaltitel: Empire of the Sun

Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Tom Stoppard, Menno Meyjes
Produktion: Frank Marshall, Kathleen Kennedy, Steven Spielberg
Musik: John Williams
Kamera: Allen Daviau
Darsteller: Christian Bale, Joe Pantolianon John Malkovich, Ben Stiller, Miranda Richardson, Nigel Havers, u.v.a.
Dauer: 153 Minuten
Romanvorlage: „Empire oft he Sun“ von J.G. Ballard

Inhaltsangabe:

Shanghai 1943: Der elfjährige Jim (Christian Bale) führt mit seinen Eltern ein betuchtes Leben im abgeschirmten britischen Viertel. Seine Arroganz hat er von seinem Vater, doch ansonsten interessieren ihn nur Flugzeuge. Innerhalb der britischen Gesellschaft wird die Lage im Krieg zwischen China und Japan kontrovers diskutiert.

Eines Tages greifen die Japaner an. Als seine Eltern die Flucht ergreifen, verlieren sie sich aus den Augen. Fortan muss sich Jim allein durchbringen und trifft dabei auf den Berufs-Ganoven Basie (John Malkovich). Er versucht ihm die wichtigsten Tricks zum Überleben beizubringen, aber es verhindert nicht, dass sie in ein Internierungslager kommen.

Jim lernt die negativen Seiten des Krieges kennen, die Gewalt und die Unterdrückung. Doch er findet seinen Weg, die Zeit zu überstehen. Es fragt sich nur, zu welchem Preis?

Mein Fazit:

Der Film stammt aus dem Jahre von 1987 und schildert die Erlebnisse, die der Autor J. G. Ballard wohl in seiner Kindheit erlebt hat. Somit hat der Film autobiografische Züge. Mit über zwei Stunden finde ich ihn allerdings etwas überzogen und an einigen Stellen langatmig.

Steven Spielberg hat hier wieder viel Liebe zum Detail bewiesen, eine Welt erschaffen, die den Zuschauer in die Kriegswirren der 40er Jahre katapultiert. Die Kulisse und Ausstattung sind dabei durchaus überzeugend. Jedoch wirkte Christian Bale als 11jähriger Jim zuweilen etwas hölzern. Er bleibt auch deshalb etwas farblos, weil er kaum Emotionen zeigt und die Dialoge nicht sehr viel über ihn erzählen.

Zwar hat der Regisseur die beengende Atmosphäre im Internierungslager durchaus überzeugend transportiert, aber alle Figuren bleiben eher oberflächlich, man erfährt nicht sehr viel über sie. Das finde ich sehr schade, denn damit bleiben sie eben nur Figuren und nicht wirklich Menschen. Einige Stellen waren durchaus spannend gestaltet und die Jims Handlung konnte ich nachvollziehen, aber die Szenen zogen sich auch gelegentlich hin. Wäre der Film mit Werbe-Unterbrechungen gezeigt worden, hätte ich ihn sicher nicht zu Ende gesehen.

Man sollte den Film dennoch einmal sehen, um zu verstehen, was damals im Krieg in Shanghai passierte. Auch wenn der eigentliche Krieg in Europa stattfand, so hatte es auf der ganzen Welt Auswirkungen. Aber es ist nicht Spielbergs beste Arbeit, das muss man leider so sagen. Daher gibt es von mir nur 65%.

Veröffentlicht am 26.11.17!

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