Lord of War – Händler des Todes

Lord of War – Händler des Todes (2005)
Originaltitel: Lord of War

Regie: Andrew Niccol
Drehbuch: Andrew Niccol
Produktion: Artemio Benki, Greig Buckle, Nicolas Cage
Musik: Antonio Pinto
Kamera: Amir M. Mokri
Darsteller: Nicolas Cage, Bridget Moynahan, Ethan Hawke, Jean-Pierre Nshanian, Jared Leto, Shake Tukhmanyan, u.v.a.
Dauer: 122 Minuten

Inhaltsangabe:

Yuri Orlov (Nicholas Cage) hat in New York – Little Odessa – ganz klein angefangen: Im Waffengeschäft. Und er entwickelt sich zum Besten seines Fachs. Er ist nicht amoralisch. Er mischt sich nur nicht ein. Er wickelt seine Geschäfte ab und behauptet, das es durch Zigarettenkonsum mehr Tote gibt als durch die Benutzung seiner Waffen.

So ist es nicht verwunderlich, das ihm Interpol in Form von Jack Valentine (Ethan Hawke) auf der Spur ist. Doch er kann stets Papiere aufweisen, die Gesetze für sich verbiegen und immer wieder davon kommen. Auch seine Ehefrau Ava Fontaine (Bridget Moynahan) kann er anfänglich belügen und täuschen über seine wahren Geschäfte.

Als sie schließlich dahinter kommt, stellt sie ihm ein Ultimatum und er will solide werden. Aber er hat seine treuen Kunden vergessen, die ihre Ware nur von ihm beziehen wollen. Da scheint sich alles gegen ihn verschworen zu haben und auch Jack Valentine ist ihm dicht an den Fersen …

Mein Fazit:

Dieser Film beruht auf eine wahre Begebenheit. Nicholas Cage spielt den scheinbar abgebrühten Waffenhändler Yuri Orlov, der im Grunde nur aus der Armut in Little Odessa heraus will. Er weiß, das er als russischer Emigrant nicht viel bewirken kann. So kommt ihm die glorreiche Idee mit dem Waffenhandel. Sein Bruder Vitaly Orlov (Jared Leto) steigt zunächst ins Geschäft mit ein, aber an ihm gehen die Folgen der Geschäfte nicht ganz spurlos vorbei – er flüchtet sich in Drogen, Alkohol und sexuellen Eskapaden! Und diese Sentimentalität wird ihm auch später zum Verhängnis.

Was soll zu einem solchen Film sagen? Er ist schonungslos, ehrlich und damit fast schon wieder unglaubwürdig. Aber es soll wohl tatsächlich so passiert sein. Um so mehr erschüttert es mich, das gerade die Industrie-Nationen die größten „heimlichen“ Waffenhändler sind und auf solche wie Yuri Orlov angewiesen sind, um unsichtbar bleiben zu können.
Über die im Film erwähnten Blut-Diamanten aus den afrikanischen Staaten habe ich ja schon in „Blood Diamond“ gehört und finde es noch immer erschreckend. Die grausamen Kinder-Soldaten und das ganze Elend wird auch in diesem Film einmal mehr deutlich und fragt sich, wo das noch enden soll.

Nicholas Cage spielt eine sehr verschrobene Figur und fühlt sich darin offensichtlich wohl. Die Figur ist widersprüchlich und ich habe ihn oft genug nicht verstanden. Vielleicht denke ich auch zu kompliziert? Ich weiß es nicht. Wer mir sehr gut gefallen hat, war Jared Leto, der auch in „Alexander“ schon eine sensible Rolle gespielt hat. Und auch in diesem Film braucht er sein Talent nicht zu verstecken. Der weibliche Gegenpart im Film ist Bridget Moynahan, die Ehefrau von Yuri. Sie ist der moralische Zeigefinger des Films und ließ mich innerlich applaudieren bei ihrer Stärke.

Mit sehr gemischten Gefühlen gebe ich dem Film 85% und würde ihn noch einmal sehen, um ihn vielleicht besser verstehen zu können. Wer keine starken Nerven hat, sollte sich den Film vielleicht nicht unbedingt ansehen.

Anmerkung: Die Rezension stamm vom 31.12.2009.

Veröffentlicht am 12.01.18!

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