Kimberley Wilkins: Das Haus am Leuchtturm

Kimberley Wilkins: Das Haus am Leuchtturm

Originaltitel: Lighthouse Bay (2013 unter dem Namen Kimberley Freeman)
übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg, vorgelesen von Elena Wilms
Verlag: Audible Studios
Länge: 13 Stunden und 42 Minuten (ungekürzte Ausgabe)
ASIN: B00W1XDAHE

Inhaltsangabe:

London 2011: Mark Winterborn, seines Zeichens traditionsbewusster Juwelier, verstirbt plötzlich an einem Aneurysma. Seine langjährige Geliebte Elisabeth, von allen Libby genannt, kann nur heimlich um ihn trauern. Doch zu Lebzeiten hat er ihr ein Cottage geschenkt, das Haus am Leuchtturm in ihrer australischen Heimat in Lighthouse Bay. Dorthin zieht sie sich zurück, um sich ein neues Leben aufzubauen.

Doch ihrer Ankunft wird mit Misstrauen begegnet. Ihre Schwester Juliet wittert Gefahr und der Groll gegen sie ist auch nach 20 Jahren noch nicht verebbt. In der Nähe von Lighthouse Bay ist vor 110 Jahren die Aurora gesunken und seither gibt es viele Gerüchte. Im Leuchtturm lebt ein alter Bekannter von Libby, Damian. Er ist gerade in einer Zwickmühle und hat den Leuchtturm, der inzwischen von der Regierung nicht mehr als solcher genutzt wird, heimlich besetzt. Um sich zu beschäftigen, liest er die Tagebücher der damaligen Leuchtturmwärter und stößt dabei auf ein Geheimnis.

1901: Isabella Winterborn verlor ihr Baby, als es 15 Tage alt war. Den Verlust darf sie offiziell nicht betrauern und auch ansonsten behandelt ihr Mann Arthur sie nicht gerade freundlich. Gerade, als sie einen Fluchtplan zu ihrer in New York lebenden Schwester schmiedet, gerät die Aurora in einen Sturm und sie überlebt als Einzige das Unglück. Tagelang irrt sie umher, bis sie den Leuchtturm von Lighthouse Bay sieht. Der Leuchtturmwärter Matthew nimmt sie auf, doch er will sie unter keinen Umständen kompromittieren. Es entwickelt sich eine tiefe Liebe, die jedoch geheim bleiben muss. Denn sie hat den Amtsstab dabei, den Arthur im Auftrag der Königin Victoria anfertigen ließ und nun dem neuen Parlament in Australien überbringen sollte.

Percy Winterborn, Arthurs Bruder, macht sich auf die Suche nach Überlebenden und wird tatsächlich fündig.

Mein Fazit:

Letztes Jahr habe ich schon das Buch „Der Wind der Erinnerung“ von der Autorin gelesen und war ziemlich angetan von der Art, wie sie tiefgründige und spannende Geschichten schreiben kann. Nun habe ich mich mal an ein Hörbuch gewagt und es war noch besser als lesen.

Wieder haben wir zwei Zeitebenen! 2011 und 1901! In beiden Ebenen spielt eine Frau eine wichtige Rolle, die ziemlich viel gemeinsam haben. Beide Frauen trauern, Libby um ihre große Liebe Mark Winterborn, der sie allerdings nur als Geliebte hielt. Und Isabella trauert um ihr verstorbenes Baby Daniel. Beide eint auch der Wunsch nach Veränderung und ein bisschen Ruhe im Leben. Die Wege, dies zu erlangen, könnten allerdings kaum unterschiedlicher sein. Dabei geht es bei Isabella deutlich dramatischer zu, denn sie hat den wertvollen Amtsstab dabei. In der Kiste hatte sie eigentlich etwas anderes versteckt und dieses wollte sie nicht verlieren. Daher ist die Kiste das Einzige, was sie von der Aurora nach dem Sturm retten kann. Der Amtsstab war ihr erst ein buchstäblicher Klotz am Bein, dann die Fahrkarte nach New York. Doch Percy Winterborn, ihr Schwager und leider auch ein sehr respektloser Mann, wittert sie und spürt sie über Umwege auf.

Libby trägt nicht nur Trauer, sondern auch eine tiefe Schuld in sich. Vor 20 Jahren, als sie noch in Lighthouse Bay lebte, geschah eine Tragödie, wovon sich die Familie bis in die Gegenwart nicht erholt hat. Tiefe Gräben und abgründiges Misstrauen begegnen ihr bei der Ankunft. Kann sie sich doch noch mit ihrer Schwester versöhnen? Und wird sie dem wahren Geheimnis von Lighthouse Bay auf die Spur kommen?

Die zwei Zeitebenen sind wunderbar miteinander verknüpft, die Zeitsprünge jeweils mit der Jahreszahl angekündigt. Auch wenn man schon bald eine Ahnung hat, was für eine Tragödie Libby aus Lighthouse Bay vertrieben hat, so bleibt man lange relativ ahnungslos, was aus Isabella geworden ist. Auch die Liebesgeschichte zwischen Isabella und dem Leuchtturmwächter Matthew war sehr ergreifend und wirkte an keiner Stelle kitschig oder übertrieben. Auch dort wusste ich lange nicht, ob ihre Liebe in einem gemeinsamen Leben gipfelt.

Dieses Hörbuch, ganz toll vorgelesen von Elena Wilms, hat mich von der ersten Minute an gefesselt. Mit über 13 Stunden hat es auch eine beachtliche Länge, aber ich wünschte mir oft, es möge nie aufhören. Elena Wilms hat die Dialoge toll vertont, an den richtigen Stellen energisch oder sehr sanft gesprochen und ich konnte mir beim Zuhören die Welt in Australien ausmalen, die sanften Weiten der Küste, die unterschiedlichen Figuren und der spannenden Handlung.

Wer Geschichten mit dunklen Familiengeheimnissen liebt, sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen, egal, ob Print- oder Hörbuch. Es ist fesselnd und berührend – vor der sagenhaften Kulisse der australischen Ostküste! Fünf überzeugte und begeisterte Sterne und ich habe mir schon das nächste Hörbuch vorgemerkt. Darauf freue ich mich schon!

Veröffentlicht am 21.01.18!

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2 Gedanken zu „Kimberley Wilkins: Das Haus am Leuchtturm

    • Hallo Gisela,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar!

      Dann aber hopp hopp, Buch unbedingt lesen. Mir hätte es sicher auch als Print-Ausgabe gut gefallen und ich bin sicher, Du wirst genauso versinken wie ich 🙂 Ich habe mir schon das nächste Buch von der Autorin auf meiner Audible-Merkliste vorgemerkt.

      Vielen Dank fürs Taggen, dann plane ich den Artikel mal für Dienstag ein 🙂

      Und gleich folgt noch eine Mail. Dir und Helmut einen schönen und entspannten Sonntag, liebe Grüße, Elke!

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