Dani Atkins: Die Nacht schreibt uns neu

Lesezeit: 4 Minuten

3426517698Dani Atkins: Die Nacht schreibt uns neu

Originaltitel: The Story of us (2014)
Übersetzt von Birgit Moosmüller
Verlag: Knaur TB
Seitenanzahl: 448 Seiten
ISBN-10: 3426517698
ISBN-13: 978-3426517697

Inhaltsangabe:

Emma steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Richard, als ein Moment ihr Leben für immer verändert. Mit ihren Freundinnen Caroline und Amy ist sie auf dem Rückweg nach Hause von ihrem Junggesellinnen-Abschied, als sie einen schrecklichen Unfall erleiden. Nur durch das beherzte Eingreifen von Jack kann noch Schlimmeres verhindert werden. Dennoch schafft Amy es nicht, sie verstirbt in der Unfall-Nacht. Die Hochzeit wird umgehend verschoben.

Jack ist amerikanischer Krimi-Schriftsteller, der sich für Recherche in England aufhält und in der Nähe ein Cottage am Strand bewohnt. Nur wegen ihm hat auch Emma den Unfall überlebt und sofort fühlt sie eine unbeschreibliche Nähe zu dem Fremden.

Emma ist hin- und hergerissen, doch die Ereignisse überschlagen sich und für Emma ist nichts mehr, wie es vorher war!

Mein Fazit:

Dies ist mein erstes Buch von der Autorin und ich bin durch einen anderen Blog darauf aufmerksam geworden und konnte es günstig erwerben. Mit relativ geringen Erwartungen bin ich dann in unsere Leserunde gestartet und wurde in jeder Hinsicht positiv überrascht.

Dani Atkins hat zwei sehr interessante Geschichten in diesem Buch erzählt. Zum einen ist da natürlich Emma, dessen Leben durch den Unfall und Amys Tod praktisch aus den Angeln gehoben wird. Da hat mir folgendes Zitat besonders gut gefallen (Seite 73):

Manchmal ist der Schmerz einfach zu groß, um ihn in Worte zu fassen. Dann hilft nichts anderes mehr, als sich an jemandem festzuhalten, den man liebt, bis sich der Schmerz nicht mehr anfühlt, als wollte er einem das Herz aus der Brust reißen.

Die Hochzeit, die eigentlich drei Tage nach der Beerdigung statt finden sollte, wird umgehend verschoben. Richard, ihr Verlobter, trauert ziemlich intensiv und noch andere Indizien veranlassen sie zu einer ungeheuren Vermutung, die auch noch von ihm selbst bestätigt wird.

Während dieser Ereignisse erscheint Jack, ihr Retter aus der Unfall-Nacht, immer wieder im richtigen Moment und findet die richtigen Worte. Emma glaubt, es ist das besondere Band zwischen Retter und Geretteten, was da gesponnen wurde. Jack ist mysteriös und gibt nicht viel von sich preis und doch macht er sich ernsthaft Sorgen um sie. Und Emma verwirrt es umso mehr, zu all dem, was sie gerade erschüttert.

Eine weitere Geschichte in diesem Buch ist die Demenz-Erkrankung von Emmas Mutter. Sie wird von der Autorin in allen Facetten beleuchtet, was eindringlich, einfühlsam aber auch schonungslos wirkt. Diese Erkrankung ist ziemlich grausam, Emma hat dazu einen ganz besonderen Satz verfasst (Seite 129):

Ich habe diesen Sturkopf von ihm geerbt, zumindest hat mir meine Mum das immer vorgehalten, bis ihr der Schlüssel zur Schatztruhe ihrer Lebenserinnerungen abhandenkam.

Die Mutter verliert sich hin und wieder, büxt aus und kann Emma doch in dem einen oder anderen Moment das große Geschenk von klaren Gedanken und Emotionen machen. Aber es ist auch hart, einen solchen Menschen verfallen zu sehen.

Diese beiden Geschichten kann man kaum getrennt betrachten, da sie an vielen Stellen miteinander verknüpft sind. Emma erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und der Erzähl-Stil ist sowohl flüssig als auch humorvoll. Die Protagonisten sind Menschen, die mir mehr oder weniger sofort ans Herz gewachsen sind und ich habe schon sehr mit ihnen gelitten, auch wenn sie sich nicht immer so verhalten haben, wie man es sich wünschen würde.

Es mag recht klischeebehaftet sein, ein perfekter geheimnisvoller Held und eine Heldin, die nicht immer so recht wußte, wie sie sich verhalten sollte. Aber ich finde, man kann der Autorin diese Dinge verzeihen, denn insgesamt wirkt die Geschichte doch glaubhaft und die Figuren haben Ecken und Kanten. Ich jedenfalls konnte mich gerade für Jack sehr erwärmen, da für mich in vielen Situationen Ruhe ausstrahlte, während alles andere um Emma in die Luft zu fliegen schien.

Der besondere Clou an der Geschichte: Immer wieder kommen Abschnitte vom Ende des Buches. Es liest sich wie der Beginn einer wunderbaren Hochzeit. Das tatsächliche Ende ist jedoch völlig überraschend und unerwartet – ich musste es so gar mehrmals lesen, um das alles zu verstehen, weil es nicht eindeutig und klar erzählt wird. Und ich habe natürlich ein Herz für geheimnisvolle und attraktive Fremde, so war ich natürlich Feuer und Flamme für Jack, aber es war lange nicht sicher, wie die Geschichte wirklich ausgehen könnte.

Obwohl das Ende so anders war als erwartet, kam es für mich auch ein bisschen plötzlich. Mir erschien es so, als würde die Autorin die letzten 50 Seiten auf zwei Seiten zusammen fassen. Es sollte wohl doch schnell fertig werden? Trotz des kleinen Makels am Ende vergebe ich jedoch gerne fünf Sterne. Es ist eben was fürs Herz!

Veröffentlicht am 28.07.16!

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3 Gedanken zu „Dani Atkins: Die Nacht schreibt uns neu“

  1. Liebe Elke,

    tolle Rezension von dir; die Zitatauswahl passt auch sehr gut. Mittlerweile habe ich auch den Vorgänger gelesen, der mir persönlich besser gefallen hat.

    Liebe Grüße von Conny ♥

    1. Hallo Conny, vielen lieben Dank. Deine Rezie zu dem Vorgänger-Roman habe ich auch schon gelesen – das klingt ja alles sehr sehr mysteriös. Aber lesen möchte ich ihn schon gern 🙂 Liebe Grüße, Elke.

  2. Liebe Elke, 🙂

    Ja, der Vorgänger hat tatsächlich einen leichten Mysterytouch und es gibt Fragen über Fragen…Gewisse Ähnlichkeiten vor allem im Plotaufbau zwischen beiden Bänden sind aber nicht zu leugnen, da hatte Gisela recht bei unserer Leserunde. Und natürlich wird erst auf den letzten Seiten des Rätsels Lösung enthüllt, auch überraschend, aber kein ganz so großer Paukenschlag wie hier 😉

    Liebe Grüße von Conny 🙂

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