Kemper Donavan: Wir beide, vielleicht

3442484227Kemper Donavan: Wir beide, vielleicht

Originaltitel: The Decent Proposal (2016)
übersetzt von Ann-Catherine-Geuder
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 384 Seiten
ISBN-10: 3442484227
ISBN-13: 978-3442484225

Inhaltsangabe:

Elisabeth Santiago und Richard Baumbach haben nur eines gemeinsam: Sie leben in L.A. Sie hat sich als Anwältin einen Namen gemacht, während Richard als Film-Produzent eher durch Misserfolge glänzt. Und doch gibt es offenbar mehr Gemeinsamkeiten, denn ein Anwalt bittet sie zu einem privaten Treffen.

Ihnen wird ein moralisches Angebot gemacht: Sie sollen sich 52 Wochen lang für jeweils zwei Stunden treffen. Danach würden sie beide jeweils eine halbe Million Dollar ohne Abzüge erhalten. Das Misstrauen ist auf beiden Seiten groß, die Hemmschwelle ebenfalls. Und doch nehmen sie das Angebot.

Andere Menschen in ihrem Umfeld sehen diese Treffen jedoch gar nicht gern und versuchen heraus zu finden, das wirklich hinter dem Angebot steckt.

Mein Fazit:

Erst einmal möchte ich mich beim Goldmann Verlag und beim Bloggerportal für das Rezie-Exemplar bedanken. Der Plot und das Cover haben mir sehr angesprochen, so dass ich mich darum beworben habe.

Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Das liegt nicht an der Erzählkunst, die durchaus reichlich vorhanden ist. Die Autorin versteht es, Situationen zu beschreiben und diese auch mit einer gehörigen Portion Humor zu garnieren. Und das ist auch gleichzeitig der große Knackpunkt! Die langen, teilweise recht verschachtelten Sätze ließen mich oft verwirrt zurück. Am Ende des Satzes wußte ich oft nicht mehr, wie er eigentlich begann.

Außerdem hat sich die Autorin häufig in Erklärungen und Erzählungen verloren, so dass die Geschichte keine richtige Fahrt aufnehmen konnte. Mit Dialogen ist sie sehr sparsam umgegangen, so dass ich die Protagonisten nicht wirklich kennen lernen konnte. Zwar gab es die ausgleichenden Erzählungen und Beschreibungen (und die waren teilweise unnötig und in die Länge gezogen), trotzdem blieben sie mir fremd und nicht wirklich greifbar. Elisabeth fand ich unter diesem Gesichtspunkt noch sympathisch, Richard hingegen hatte offenbar keine wirklichen Manieren. Er lädt Elisabeth zweimal zu Events ein und hält es nicht für nötig, sie abzuholen. Sie stolpert zweimal unvorbereitet hinein und Richard steht daneben und hilft ihr nicht, im Gegenteil, er verliert sich im Saufgelage. Die Nebenfiguren fand ich auch nicht unbedingt immer sympathisch, ich habe mich da nicht wirklich wohl gefühlt.

Es soll eine Liebesgeschichte sein, zumindest erweckt das Cover den Eindruck. Aber es passiert einfach lange Zeit nicht wirklich viel. Kein Kuss, keine wirkliche Annäherung fand statt. Am Ende passiert dann ein bisschen was, aber da war ich dann doch schon so sehr enttäuscht, dass ich es den Figuren auch nicht mehr wirklich abnehmen konnte. Und das Ende zog sich dann auch noch hin und ich habe es fast nur noch quer gelesen, weil ich es beenden wollte.

Schade, der Plot versprach so viel. Wegen der durchaus vorzeigbaren Erzählkunst gibt es noch ein Sternchen, aber mehr wie drei Sterne kann ich dem Roman leider nicht geben.

Veröffentlicht am 28.09.16!

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Ein Gedanke zu „Kemper Donavan: Wir beide, vielleicht

  1. Huhu Elke,

    interessante Rezi. Es ist immer schade, wenn ein Buch nicht hält, was es verspricht und man sich eher durchkämpft. An deiner Stelle hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen 😉

    Liebe Grüße von Conny 🙂

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