Maria W. Peter: Der Schatz Salomos

3404163656Maria W. Peter: Der Schatz Salomos

erschienen 2010
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 398 Seiten
ISBN-10: 3404163656
ISBN-13: 978-3404163656
Dies ist der 3. Teil der Sklavin Invita-Reihe.

Inhaltsangabe:

An Divodurum an der Mosel hat die Sklavin Invita keine guten Erinnerungen. Wuchs sie doch im Haus der Cornelier auf und erfuhr dort viel Gewalt und Demütigungen. Nur der jüdische Arzt Isaac und sein Sohn Salomo behandelten sie einst menschlich und mit viel Güte.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass Invita ein merkwürdiges Gefühl überfällt, als sie mit dem Haushalt des Statthalters, als persönliche Sklavin der Tochter Marcella, nach Divodurum reist. 260 n. Chr. befindet sich das römische Reich bereits im Zerfall. Barbaren machen die Grenzen unsicher und es kommen immer mehr Flüchtlinge in die Stadt. Auch die Juden werden mit großem Argwohn betrachtet, gleichwohl sie schon lange friedlich in der Stadt leben.

Dann geschehen zwei Morde: Eine Sklavin und eine Tochter aus gutem Haus werden bestialisch um ihr Leben gebracht. Und bei beiden Frauen werden kleine Fluchtäfelchen gefunden. Schon bald werden Isaac und sein Salomo beschuldigt und verhaftet.

Invita weiß, dass sie es nicht waren. Und doch hat sie als Sklavin keine Macht, ihre Unschuld zu beweisen …

Mein Fazit:

Der dritte Teil der Reihe um die Sklavin Invita führt den Leser in die Stadt Divodurum, dem heutigen Metz. Strategisch bedeutend, da sie an zwei großen Wasserstraßen liegt, ist sie 260 n. Chr. eine sehr reiche Stadt. Doch das Römische Reich befindet sich im Zerfall, der herrschende Kaiser wird von den Persern gefangen gehalten und politische Intrigen lähmen die Führung in Rom. Barbaren machen die Grenzen unsicher und täglich kommen neue Flüchtlinge in die Stadt.

Invita, die als persönliche Sklavin der Tochter des Statthalters durchaus einen gewissen Schutz genießt, lebte die ersten Jahre ihres Lebens in Divodurum. Doch im Hause der Cornelier gibt es keinen menschlichen Umgang mit den Sklaven. Und so erscheint es auch nicht verwunderlich, dass Invita beim Anblick ihrer früheren Herrschaften durchaus Hass und Wut empfindet. Doch Marcella, ihre Herrin, ist sehr gütig und nachsichtig und behandelt ihre Sklavin menschlich und in einigen Momenten sogar liebevoll und kann so manche verbale Schelte der Cornelier abwiegeln.

Die Morde an die zwei Frauen beschäftigen Invita erst nicht nicht so wirklich. Erst, als ihr Gewahr wird, dass ihre Freunde Isaac und Salomo verdächtigt und sogar beschuldigt werden, versucht sie alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten, um ihnen zu helfen. Dabei wird dem Leser ein sehr spannendes Gerichts-Drama präsentiert, welches um die damalige Zeit dem heutigen nicht ganz so unähnlich ist. Und Invitas Ohnmacht und Kampf um Gerechtigkeit ist sowohl packend wie auch authentisch geschrieben.

Wieder taucht man in eine komplett andere Welt ein, die so fern ist, aber doch in manchen Dingen dem Heutigen ähnelt. Der Hass auf Juden und andere Religionen ist genauso vorherrschend wie das Misstrauen gegenüber Flüchtlingen und da ziehe ich durchaus Parallelen zu heute. Erschreckend: Der Mensch hat damals wie heute offenbar nicht aus den Fehlern gelernt. Wo Angst lebt, kann Hass geschürt werden, so traurig es auch ist!

Es ist eine grandios recherchierte Geschichte (Verweise, Karten und Erklärungen finden sich am Ende des Buches) mit viel Liebe zum Detail. Da letztendlich das gewisse Etwas irgendwie fehlte, bewerte ich das Buch mit vier Sternen.

Veröffentlicht am 17.10.16!

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