Teresa Simon: Die Holunderschwestern

3453419235Teresa Simon: Die Holunderschwestern

erschienen 2016
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 512 Seiten
ISBN-10: 3453419235
ISBN-13: 978-3453419230

Inhaltsangabe:

München 2015: Katharina Raith betreibt mit ihrer Freundin Isi eine kleine Restaurations-Werkstatt. Es ist ihr Lebenstraum und sie fühlt sich rundum glücklich. Mutter Christine ist mit dem Lebensentwurf ihrer Tochter nicht ganz zufrieden, doch Katharina ist beharrlich.

Eines Tages steht ein gewisser Alex Bluebird vor ihrer Tür. Neben der Tatsache, dass er ihr auf Anhieb gefällt, hat er die Tagebücher von ihrer Urgroßmutter Fanny dabei. Geheimnisvoll empfiehlt er ihr, diese zu lesen. Skeptisch, aber neugierig lässt Katharina sich auf die Geschichte von Fanny ein:

München 1918: Fanny entkommt ihrer Großfamilie und versucht ihr Glück in München. Eingeengt von ihrer Zwillingsschwester Fritzi und unglüclich über die Kälte des Vaters wagt sie den Sprung ins kalte Wasser. Sie lernt Alina, eine Jüdin in ihrem Alter und aus gutem Hause, kennen. Sie beide verbindet eine starke Freundschaft und Fanny kann in ihrem Haushalt auch eine Anstellung finden.

Doch dann taucht Fritzi eines Tages auf und stellt immer wieder die geschwisterliche Beziehung auf eine harte Probe!

Mein Fazit:

Als erstes möchte ich mich bei der Autorin ganz herzlich für das zur Verfügung gestellte Rezie-Exemplar bedanken. Nach „Die Frauen der Rosenvilla“ war ich schon sehr neugierig auf die Geschichte von Katharina, Fanny und Fritzi.

Wenn man den anderen Roman zuvor gelesen hat, wird man bei diesem schnell feststellen, dass die Grundstruktur einander ähneln. Eine junge Frau mit einem ungewöhnlichen Beruf, alleinstehend, wissend um einige Familiengeheimnisse, die dann durch auf Tagebücher oder Briefe von längst verstorbenen Verwandten stößt. Und natürlich ein attraktiver Fremder, der in irgendeiner Form in die Familiengeheimnisse verwickelt ist!

Ja, die Ähnlichkeiten haben mich dann erst einmal etwas gebremst, aber ich war dennoch neugierig, was es damit auf sich hat. Und so ließ ich mich auf eine Geschichte ein, die sowohl historisch bedeutende Elemente hat als auch persönliche Einflüsse der Autorin beinhalten. Nicht zuletzt Fanny zog mich in ihren Bann, die unbeirrt ihren Weg geht, sich ihrer Einfachheit stets bewußt ist und sich somit über alles erfreuen kann, was ihr Gutes widerfährt. Viel ist es allerdings nicht, denn ihr Leben ist voller Entbehrungen und von Vernunft getragene Entscheidungen. Entscheidungen, die bis in die Gegenwart reichen und somit Katharinas Bild von ihrer Familie gehörig auf den Kopf stellt.

Ab ungefähr der Mitte des Buches hatte ich eine Ahnung, die sich letztendlich als richtig erwies. Doch der geneigte Leser bzw. die geneigte Leserin muss fast bis zum Schluss warten, ehe die richtige Auflösung zu Tage kommt. Das Ausmaß der Konsequenzen entfaltet sich in seiner Gänze und das hat mich schon sehr berührt. Die damalige Zeit, so kurz nach dem Krieg, der politische Umbruch, der Aufstieg der Nationalsozialisten und die daraus folgenden Konsequenzen, wurden eindringlich erzählt und beschrieben, so dass ich mir ein gutes Bild der damaligen Zeit machen konnte. Gelegentlich war die Atmosphäre schon dicht beschrieben und ich fühlte mich, als wäre ich mitten drin – statt nur dabei. Die Persönlichkeiten haben ihren Platz zur freien Entfaltung bekommen und ich konnte sie mir nicht nur bildlich vorstellen, sondern habe auch mit ihnen empfunden und gelitten. Denn die meisten Figuren sind sympathisch und wirken durchaus authentisch.

Obwohl es für mich ein kleines bisschen vorhersehbar war, konnte ich mich der tragischen Geschichte um Fanny und Fritzi nicht entziehen und vergebe die verdienten 5 Sterne mit einer klaren Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 23.10.16!

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2 Gedanken zu „Teresa Simon: Die Holunderschwestern“

  1. Liebe Elke, ♥

    wieder eine sehr interessante und schön geschriebene Rezi von dir, die neugierig macht. Da die „Rosenvilla“ mir ja auch ganz gut gefallen hat, werde ich sicher „Die Holunderschwestern“ auch irgendwann lesen, wenn das Buch mir mal in der Bibo in die Hände fällt.

    Sei lieb gegrüßt von Conny 🙂

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