Was vom Tage übrig blieb

Lesezeit: 2 Minuten

united_kingdomWas vom Tage übrig blieb (1993)
Originaltitel: The Remains of the Day

b00005nvn8Regie: James Ivory
Drehbuch: Ruth Prawer Jhabvala
Produktion: Ismail Merchant, Mike Nichols, John Calley
Musik: Richard Robbins
Kamera: Tony Pierce-Roberts
Darsteller: Anthony Hopkins, Emma Thompson, James Fox, Ben Chaplin, Hugh Grant, John Haycraft, u.v.a.
Dauer: 134 Minuten
Romanvorlage: „Was vom Tage übrig blieb“ von Kazuo Ishiguro

Inhaltsangabe:

England Anfang der 30-er Jahre: Auf dem herrschaftlichen Sitz von Darlington Hall lebt Lord Darlington (James Fox) mit einer Schar von Bediensteten, angeführt von Butler James Stevens (Anthony Hopkins). Lord Darlington beschäftigt sich viel mit der Politik und hat regelmäßig hochdekorierte Gäste.

James Stevens, der seinem Vater einen Posten als Butler-Gehilfen verschafft, siezt das komplette Personal und legt sehr viel wert auf Moral, Loyalität, Fleiß und Diskretion. Als die junge Hauswirtschafterin Miss Kenton (Emma Thompson) ins Haus kommt, geht nichts über die Dienstzeit und die Loyalität zum Dienstherrn.

Seine Loyalität geht sogar so weit, das er selbst seine Pflicht tut, als sein Vater gerade verstorben ist. Miss Kenton kümmert sich rührend um alle Belange. Bald schon ist klar, das sie sich in Stevens verliebt hat. Auch er scheint Gefühle zu haben, dennoch wagt er es nicht, sie auch nur andeutungsweise zu zeigen. In ihrer Zweisamkeit blüht er jedoch regelrecht auf und kann sogar lächeln.

Während Lord Darlington sich immer mehr und mehr mit der Politik in Europa beschäftigt und sich den scheinbar falschen Freunden widmet, versucht Miss Kenton die Liebe des Butlers zu gewinnen. Doch es scheint aussichtslos zu sein. Schließlich bekommt sie einen Heiratsantrag und geht weg. Obwohl Stevens sie offensichtlich liebt, ist seine Loyalität zum Dienstherrn größer als die Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse. Somit läßt er sie ziehen und begeht damit womöglich einen folgenschweren Fehler!

Mein Fazit:

Dies ist ein Film mit einem unglaublichen Format. Es wird das England der 30-er Jahre erzählt, mit der Aristokratie und seiner Hierachie zwischen Herrn und Dienstboten. Ganz klar wird geschildert, welche Klassenunterschiede geherrscht haben. Ein Thema, das sicher bis heute noch von Bedeutung ist.

Die Darstellung des steifen Butlers und der jungen, etwas temperamentvollen und hitzigen Hauswirtschafterin ist ein grandioses Schauspiel. An der einen oder anderen Stelle mußte ich schon schmunzeln, diese kleinen Gefechte und Diskussionen. Sie sind glaubhaft und echt, so scheint es mir zumindest.

Der Kamera-Mann hat unglaubliche Bilder eingefangen, von der englischen Landschaft, aber auch vom Anwesen und dem Zusammenspiel der Kulisse und Darsteller. Sie nehmen einen mit in eine andere Welt und der Zuschauer vergißt die reale Welt.

Alles in allem ist es ein sehr berührender, aber auch still wirkender Film. Leise und fast unmerklich baut sich die Spannung um die (vermeintliche?) Liebesgeschichte auf und letztlich muss man einfach wissen, ob sie doch noch nach Jahrzehnten zueinander finden.

Empfehlenswert!

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 17.09.2007.

Veröffentlicht am 25.11.16!

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