Social Media vs. Real Life!

Hallo liebe Bücher-Freunde,

heute muss ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Denn seit einiger Zeit gärt es in mir. Warum? Nun, es geht um das allgemeine Thema Social Media.

Bevor ich den Blog hatte, war Facebook die einzige Plattform, die ich regelmäßig nutzte. Ich postete nicht pausenlos und schon gar nichts Sinnloses, aber hin und wieder hatte ich schon das Gefühl, mal etwas loszuwerden. Die App auf dem Tablet eignete sich dafür auch hervorragend, auch wenn ich mir natürlich bewußt war, dass Facebook viele Berechtigungen einforderte und mich scheinbar zum gläsernen Büger machte.

Als ich dann den Blog online stellte, war es klar, dass ich die Social Media brauchte und verwenden wollte, um ihn bekannter zu machen, um Follower zu bekommen und um Gleichgesinnte kennenzulernen. Irgendwann entdeckte ich dann auch Twitter und Google+ und so war ich dann endgültig in die Social Media-Falle getappt. Nun: dank den Apps fürs Tablet war es auch ganz einfach, sich täglich die Timelines reinzuziehen. Und ich wunderte mich immer wieder zwischendurch, wo die Zeit blieb. Den gefühlten halben Tag war ich damit beschäftigt, entsprechende Kommentare zu lesen. Gelegentlich habe ich auch zu politischen Ereignissen Diskussionen verfolgt und zack – verbrachte ich noch mehr Zeit mit Lesen. Selbstverständlich fühlte ich mich jeder Diskussion außerhalb der Social Media gewachsen und erweiterte meinen Horizont – in vielen Lebensbereichen.

Doch dann passierten folgende 2 Dinge:

  1. Ich wurde zunehmend frustrierter über mein mieses Zeit-Management! Ich fühlte mich ständig gehetzt und hatte immer das Gefühl, hinter irgendetwas herzurennen und konnte es nicht benennen. Wenn ich mein Kind morgens in den Kindergarten gebracht habe, fühlte ich mich oft, als ob ich schon zehn Stunden auf den Beinen gewesen bin, dabei habe ich vor dem Frühstück nur mal kurz gebloggt und meine Timelines gecheckt.
  2. Die Facebook-App auf meinem Tablet wurde so schlecht, dass ständig das System abstürzte. Demzufolge habe ich es deinstalliert. Was nicht funktioniert, fliegt. Gleichzeitig war es mir nicht mehr möglich, selbst auf dem PC mit einem stets aktuell gehaltenen Browser die Timeline zu lesen. Die Datenkrake ist so riesig geworden, dass selbst FireFox dabei in die Knie geht. Zufällig wurde ich von Facebook gebeten, ein Feedback abzugeben. Man muss kein Hellseher sein um zu wissen, was ich da reingeschrieben habe!

Eine Rundum-Aufräum-Aktion auf dem Tablet und dem PC haben mich befreit. Seit ca. 14 Tagen lebe ich also schon ohne Facebook, gehe nur noch ein- oder zweimal die Woche über den Browser rein, nur um dann festzustellen, dass sich nichts geändert hat (was ich auch schade finde, denn ich möchte das eine oder andere schon gerne wissen bzw. mich über die aktuellsten Neuigkeiten von Freunden und Verwandten auf dem Laufenden halten). Ansonsten sind meine Besuche auf den Social Media-Kanälen sehr sehr sparsam geworden.

Ich bedaure dies zum Teil schon sehr, denn ich möchte mich schon mehr einbringen. Persönliche Worte schreiben, kommentieren oder Empfehlungen aussprechen. Aber ich habe für mich entschieden, dass mir das Real Life wichtiger ist. Denn im neuen Jahr wartet eine neue interessante Aufgabe auf mich, wo ich mich schon so langsam einbringen werde. Und inzwischen mache ich auch wieder mehr Sport, trotz des Weihnachtsstresses. Das heißt, neben Familie, Haushalt und Hobby sind meine Aktivitäten außer Haus schon enorm gewachsen und das wird noch mehr werden. Es bleibt daher auch in Zukunft einfach weniger Zeit, um in die Social Media-Welt einzutauchen. Das Bloggen wird selbstverständlich nicht aufgegeben, dafür mache ich das viel zu gerne und als Hobby ist es ja völlig legitim. Dafür nehme ich mir gerne Zeit und werde immer Bücher lesen 🙂

Ich muss Facebook im Grunde zutiefst dankbar sein. Obwohl ich mich nicht zu den Menschen zähle, die ständig mit dem Handy oder Tablet durch die Gegend laufen (und ich finde es total schlimm, so etwas überall zu sehen), habe ich doch oft nachgeschaut, was es Neues gibt und mich somit immer ein bisschen aus dem Real Life rausgezogen.

Die letzten 14 Tage habe ich ein ganz anderes Leben geführt, aktiver und gelöster. Gut, es hängt auch zum Teil mit der Vorweihnachtszeit zusammen. Aber ich fühle mich nicht mehr so gehetzt, kann etwas flexibler reagieren und die Stimmung ist trotz des trüben Wetters deutlich besser. Und das gibt mir Mut, diesen Weg weiterzugehen, auch wenn die aktiven Kontakte dadurch weniger werden. Denn ich merke einfach: Das Real Life ist  interessanter und bunter und gibt mir mehr, als zwei Stunden Social Media. Zugegeben, ich lernte einige Menschen kennen, die ich inzwischen sehr schätze. Autorinnen, Blogger und auch einige Verlage sind auf den Blog aufmerksam geworden und immer wieder Anfragen für Rezie-Exemplare, wo ich auch einige tolle Bücher dabei entdeckte. Dafür bin ich heute noch immer dankbar!

Dies soll bitte nicht missverstanden werden. Ich bin noch immer per Mail erreichbar und bei Benachrichtigungen reagiere ich, sobald ich an den PC komme. Doch die Social Media-Kanäle werde ich aufs Minimum beschränken, so leid es mir tut.

Wie ist es bei Euch? Wie empfindet Ihr es, wenn Ihr Zeit in den sozialen Medien verbringt? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Liebe Grüße, Elke.

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5 Gedanken zu „Social Media vs. Real Life!“

  1. Liebe Elke

    Da sprichst du wahre Worte. Ich lese auf Facebook das Meiste schon gar nicht mehr. Auf Google und Twitter lese ich selten etwas. Warum? Ich gehe einem Job nach, lese gerne Bücher und möchte nun auch gerne wieder mehr Sport machen. Das vernachlässige ich im Moment, weil ich von der Arbeit her zur Zeit ziemlich ko bin. Ich denke, so geht es allen im Moment.
    Das reale Leben war mir schon immer wichtiger. Wie du ja bereits von mir weißt, bin ich selten auf dem Handy erreichbar. Wenn ich mit jemanden in der Stadt verabredet bin, lasse ich es zuhause.
    Auch ich sehe viele Menschen, die ihr Handy allzeit griffbereit neben sich liegen haben. Besonders schlimm finde ich es, bei Frauen in meinem Alter.
    Auch ich weiß die Vorteile von Sozial Media zu schätzen. Meinen Blog möchte ich nicht mehr missen. Auf Lovelybooks habe ich dich kennengelernt und nun einen netten Kontakt zu dir. Ich freue mich sehr, dich bald zu treffen. Auch auf Conny freue ich mich total. Das sind die Dinge, die mir im Netz gefallen.
    Auf Facebook poste ich gerne mal lustige Dinge. Mein Innerstes präsentiere ich dort jedoch nicht.
    Ich stimme dir zu, man liest schon viele interessante Dinge. Aber, ich muss nicht alles wissen. Ich war früher auch mehr im Netz. Es kann eine richtige Sucht werden.

    Ich bin mehr der Mensch zum Treffen und telefonieren. Ich mag die Menschen sehen und hören.
    Natürlich funktioniert das nicht bei allen Kontakten. Wer hat schon im realen Leben ein paar hundert Freunde?

    Ich lasse mich weder auf meinem Bücherblog- noch auf Facebook stressen. Manchmal mache ich auf meinem Blog mehr-, manchmal weniger. Aber immer mit Freude. Könnte ich das, wenn ich überall die gleiche Zeit verbringen würde?

    Ich finde den Weg gut, den du nun einschlägst. Fast den Gleichen habe ich bereits eingeschlagen. Und, es wird auch bei mir noch weniger Aufenthalt im Netz.

    Auf ein wunderschönes, reales Leben!

    Das ist ein toller Bericht von dir.

    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Gisela

  2. Liebe Elke,

    vielen Dank für deine ehrlichen Worte und deinen tollen Post. Mir geht es ja ähnlich, deswegen habe ich anfangs auch mit dem Blog gezögert, um nicht noch mehr Zeit am PC zu verbringen.

    Ich habe aber absichtlich meinen Blog nicht auf FB, Instagram und Twitter eingerichtet usw. Von FB war ich eh nie begeistert. Ich habe da zwar ein privates Konto, schaue da aber vielleicht einmal im Monat rein, wenn überhaupt. Mein Social Media Life läuft daher sei jeher auf Sparflamme.

    Ich lese und blogge soweit es mir Spaß macht und ich Zeit habe; Stressen lasse ich mich dabei nicht. (Obwohl ich jetzt auch schon wieder viel zu viel Zeit am PC verbringe). Und ob nun mehr oder weniger Follower, ist vielleicht auch nicht so wichtig, denn nur die wenigsten davon trifft man tatsächlich mal in echt oder hält engeren Kontakt.

    Natürlich freue ich mich, durchs Bloggen und auch durch LB z.B. dich und Gisela kennengelernt zu haben. Das sehe ich wie Gisela einen der Vorteile im Netz. Und ich freue mich schon auf unser Real-Life Trennen im März kommenden Jahres. ♥

    Ich finde es aber auch sehr schlimm, wenn alle nur noch auf ihr Handy starren und nix drumherum mehr mitkriegen (Landschaft und Leute). Wenn ich als normaler Fußgänger Handybesitzern auf dem Fußweg ausweichen muss, finde ich es schon sehr bedenklich. Ich habe zwar auch so ein Teil, nutze es aber nur wenig.

    Liebe Elke, mach einfach das, was dir Spaß macht und wann du Lust und Zeit dazu hast! Und wenn du nur noch wenige Bücher im Monat liest, macht es ja auch nichts. Es zwingt dich keiner zu irgendwas, höchstens der eigene Anspruch ;). Ich freue mich aber weiterhin über jede interessante Rezi von dir 🙂

    Liebe Grüße von Conny und einen schönen 4. Advent!

    @Gisela: Dein Statement finde ich auch toll. Auf ein wunderschönes, reales Leben – da kann ich nur mit einstimmen 🙂

    1. Hallo liebe Conny, vielen Dank für Dein Kommentar!

      Ich finde es sogar noch schlimmer, wenn Fahrrad-Fahrer aufs Handy/ Smartphone starren – wohlgemerkt, während der Fahrt. Ich finde das ist dann schon Verkehrsgefährdung und der Führerschein gehört entzogen. Das da noch nicht so viel passiert ist, ist ja schon fast ein Wunder!

      Auf unser Treffen im März freue ich mich auch und ich bin ja nicht aus der Welt, ich fahre meine ständige Erreichbarkeit einfach zurück. 🙂

      Liebe Grüße, Elke.

      1. Vor ca. vier Wochen wäre mir beinahe ein Handy-Kranker vors Fahrrad gerannt. Der hat die Straße überquert und auf seinem „UNENTBEHRLICHEN TEIL“ rumgetippt. Eine Autofahrer wenn so einen überfährt, hat dann auch noch die A-Karte gezogen.

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