Iny Lorentz: Der weiße Stern

Der weiße Stern Book Cover Der weiße Stern
Iny Lorentz
2014
Historisch Allgemein
Knaur TB
Auswanderer - Teil 2
592
3426511703

Inhaltsangabe:

Walther und Gisela haben ihre kleine Farm im Bundesstatt Tejas von Mexiko bekommen. Zwar machen sie Bekanntschaft mit den blutrünstigen Komantschen, doch Walther schafft es, Handel mit ihnen zu treiben.

Gisela bringt ihren Sohn Josef zur Welt, doch sie hat keine Milch. So sind sie auf die Indianerin Nizhoni angewiesen, die als Amme auf die Farm kommt. Obwohl Walther ihr mit großer Skepsis begegnet, kann Gisela eine tiefe und ehrliche Freundschaft zu jungen Indianerin aufbauen.

5 Jahre später: General Santa Ana herrscht in Mexiko mit harter und gnadenloser Hand. Die Verfassung von 1824 setzt er kurzerhand außer Kraft und die Aufstände in südlichen Bundesstaaten schlägt er brutal und blutig nieder. Da Tejas von immer mehr Americanos besiedelt wird, strebt dieses Bundesland zu den Vereinigten Staaten. Mehr noch, weil Santa Ana die Americanos aus dem Land vertreiben will.

Walther und Gisela werden immer wieder an ihr persönliches Waterloo erinnert und so geraten sie zwischen die Fronten. Gisela erwartet ihr zweites Kind und muss fliehen, während Walther für die Armee von Sam Houston in die Schlacht ziehen muss.

Mein Fazit:

Der zweite Teil der Auswanderer-Saga beginnt fast nahtlos an dem ersten Teil. Nur wenige Monate sind vergangen und Walther konnte inzwischen eine kleine Farm aufbauen inklusive einer kleinen Herde Rinder und Pferde. Zu den Nachbarn, die sie von der Überfahrt kennen, pflegen sie gute Beziehungen, die auf gegenseitigen Respekt und die gemeinsamen Erlebnisse auf der Loire basieren. Auch seine guten Erfahrungen mit den Indianern nötigen den Nachbarn Respekt ab.

Doch wurde mir als Leserin durchaus klar, welch‘ hartes Leben die Farmer im frühen 19.ten Jahrhundert hatten. Ein Farmer ohne eine Waffe war schutzlos der Wildnis ausgeliefert. Nur die Feuerwaffen konnten den Indianern Respekt einflößen, mehr noch, wenn eine Frau diese Waffe bedienen konnte. Auch wilde Siedler machten es den Farmen schwer. Sie mussten ihr Hab und Gut stets verteidigen. Auch die Lebensumstände der Indianer wurden gut beschrieben, ebenso der Kontrast zwischen den Farmern und Wilden. Allerdings gibt es kaum Anhaltspunkte in dem Buch, wie man die einzelnen Stämme unterscheiden kann.

Die geschichtlichen Ereignisse um Tejas sind gut recherchiert, ob dieser Eindruck auch bei einer gründlericheren Überprüfung standhalten kann, weiß ich nicht. Aber die Schlacht gegen Santa Ana am Jacinto River hat sich tatsächlich so ereignet, wie das Autoren-Paar es beschrieben hat.

Gisela hatte es als Farmer-Frau wahrlich nicht leicht. Manchmal wurde sie mir aber zu sehr engelsgleich beschrieben. Auch gab es die eine oder andere kleine Länge, die meine Geduld so ein bisschen auf die Probe stellte. Und meines Erachtens nach ging der kleine Josef ein bisschen unter in dem ganzen Geschehen. Er war schon fünf Jahre alt und wurde behandelt wie ein dreijähriges, das zumindest ist so mein Eindruck.

Ansonsten ist die Geschichte lesenswert und brachte mir die historischen Ereignisse um Texas etwas näher. Allerdings reicht es nur für vier Sterne. Ich freue mich schon auf Band drei.

Veröffentlicht am 08.01.17!

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