Das Sacher: In bester Gesellschaft

Lesezeit: 3 Minuten

Das Sacher: In bester Gesellschaft (2016)

 

Regie: Robert Dornhelm
Drehbuch: Rodica Döhnert
Produktion: Oliver Auspitz, Oliver Berben, Andreas Kamm
Musik: Roman Kariolou
Kamera: Marcus Kanter
Darsteller: Josefine Preuß, Julia Koschitz, Florian Stetter, Laurence Rupp, Ursula Strauss, Robert Palfrader, u.v.a.
Dauer: 200 Minuten

Inhaltsangabe:

Wien, im November 1892: Anna Sacher (Ursula Strauss) pendelt zwischen dem Totenbett ihres Mannes Eduard und dem Hotel „Das Sacher“ hin und her. Da ihr Mann viel zu früh verstirbt, sieht Anna ihr Lebensinhalt und -werk in Gefahr.

In dieser Zeit quartieren sich zwei Paare im Hotel ein: Hans Georg (Laurence Rupp) und Konstanze von Traunstein (Josefine Preuß) sind gerade frisch verheiratet. Während sie ein erhebliches Erbe mitbringt, ist der Titel von Traunstein verarmt. Hans Georg von Traunstein träumt vom sozialen Engagement und startet viele Projekte, finanziert vom Geld seiner Frau.

Martha (Julia Koschitz) und Maximilian Aderhold (Florian Stetter) sind ebenfalls gerade frisch verheiratet. Während Maximilian von einer Karriere als Schriftsteller träumt, will Martha von ihrem bescheidenen Erbe einen Verlag in Berlin aufbauen und verweilen in Wien, um wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Ebenfalls in dieser einen Nacht soll das Mädchen Marie, das im Hotel gearbeitet hat, entführt werden. Doch sie wird gerettet und in den Katakomben der Wiener Oper eingesperrt. Später wird klar, dass sie eine uneheliche Tochter von Hans Georg von Traunstein ist.

Konstanze von Traunstein bringt Matha tiefe Sympathie entgegen und veröffentlicht unter einem Pseydonym erfolgreiche Romane in Marthas Verlag. Das neidet Maximilian der anonymen Person und da Martha gerade schwanger ist, reist er allein nach Wien. In Wien trifft er auf Konstanze und beginnt mit ihr eine verhängnisvolle Affäre.

In all den Jahren kann Anna Sacher das Hotel durch List und Geschick weiterführen und somit den Ruf nach einem diskreten Haus alle Ehre machen.

Mein Fazit:

Die Werbung im TV hat mich neugierig gemacht auf diesen Zwei-Teiler. Wer kennt sie nicht, die Sacher-Torte? Sie wurde in diesem Hotel kreiert von Eduard Sacher, der tatsächlich in einer November-Nacht in 1892 verstarb, während seine Frau Anna das Hotel weiteführen und sich um die Kinder kümmern musste.

Der Background der Geschichte stimmt also, wie auch das eine oder andere Detail, was meist jedoch nur in einem kurzen Dialog verdeutlicht wird. Da zuweilen, aber nicht die ganze Zeit über, mit dem Wiener Dialekt gesprochen wurde, konnte ich nicht immer alles verstehen, was ich sehr bedauere. So musste ich mir das eine oder andere zusammen reimen.

Obwohl der Titel des Fernseh-Films sich auf das Hotel bezieht, hat das Drama eher weniger mit dem Hotel zu tun, sondern viel mehr mit den Menschen, die in irgendeiner Weise damit verbunden sind. Zufällige Begegnungen, die über die Jahre schicksalhaft sind, finden hier statt. Anna Sacher als Hotelier spielt da eigentlich eher eine untergeordnete, aber nicht weniger wichtige Rolle. Ihrem wahren Ruf wird der Film jedoch nicht so ganz gerecht. Eine anschließende Doku nach dem ersten Teil verdeutlicht, dass Anna Sacher durchaus eine mächtige und einflussreiche Frau war und nicht immer mit den Konventionen konform ging.

Die Atmosphäre der damaligen Zeit wird sehr gut eingefangen. Die Kulisse, Kostüme und auch die durchaus authentischen Darstellungen haben mir als Zuschauerin sehr gut nahe bringen können, wie die Welt vor über 120 Jahren in Wien wirklich war. Und so entsponn sich eine durchaus interessante verzwickte Geschichte, die selbst am Ende noch die eine oder andere kleine Überraschung brachte.

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Gelegentlich störte der Wiener Dialekt, weil ich ihn einfach nicht verstanden habe. Trotzdem kann ich mit ruhigem Gewissen 85% dafür vergeben.

Veröffentlicht am 30.01.17!

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