Lucinda Riley: Die Sieben Schwestern

Die sieben Schwestern Book Cover Die sieben Schwestern
Lucinda Riley
2015
Belletristik
Goldmann Verlag
Die sieben Schwestern - Teil 1
544
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The Seven Sisters (2014)
Sonja Hauser

Inhaltsangabe:

Genfer See, 2007: Maia ist mit Pa Salt, ihrem Adoptivvater, und fünf weiteren Adoptiv-Geschwistern am Genfer See auf einer Insel, Atlantis, groß geworden. Nun ist Pa Salt plötzlich verstorben und hinterlässt ihr und den fünf anderen jungen Frauen ein geheimnisvolles Vermächtnis: Hinweise auf die wahre Herkunft!

Maia hält einen liebevollen Brief und eine Speckstein-Fliese in der Hand. Koordinaten führen sie zu einer Villa in Rio de Janeiro. Zusammen mit dem Autoren Floriano, dem sie sein Buch ins Französische übersetzt hat, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Herkunft und erfährt dabei nicht nur, wie die Cristo-Statue entstand, sondern auch welch‘ tragische Liebesgeschichte sich damit verbindet.

Und ehe Maia es sich versieht, muss sie über ihre eigene Vergangenheit und ihr bisheriges Leben nachdenken und kommt zu dem Schluss, das es zum alten Leben wohl kein Zurück mehr gibt …

Mein Fazit:

Ja, ich habe es endlich geschafft! So lange kurvte ich um dieses Buch, kaufte ich es doch in 2015 mit dem festen Vorsatz, es gleich zu lesen. Hätte ich es mal getan! Dann könnte ich schon die Folge-Bände dieser außergewöhnlichen Reihe lesen, dessen Bücher bis jetzt durchweg gute Kritiken bekommen haben.

Mystic ist ja nun nicht unbedingt mein Steckenpferd, die Himmelsgestirne leider auch nicht. Aber die sieben Schwestern (die siebte fehlt in diesem Band noch) sind nach den Plejaden, den sieben jungfräulichen Töchtern benannt. Maia ist die Älteste der sechs Frauen, die allesamt als Babys von Pa Salt adoptiert und dann nach „Atlantis“ gebracht worden, wo Ma (Marina, das Kindermädchen) sie mit Liebe, Güte und Umsicht großgezogen hatte. Maia ist die Einzige, die auf der Insel geblieben ist und als Dolmetscherin arbeitet.

Doch dann verstirbt Pa Salt und hinterlässt nicht nur um seinen Tod viele Geheimnisse (oder ist er etwa gar nicht verstorben?), sondern lässt allen Töchtern Umschläge mit einem Brief geben, wo ein Hinweis auf die wahre Herkunft enthalten ist. Maia, die bislang doch recht zurückgezogen auf Atlantis lebte und sich im Grunde vor der realen Welt fürchtet, weil sie ein tiefes Geheimnis in sich birgt, sieht sich nun mit der Situation konfrontiert, dass sie bislang nichts über ihre wahre Herkunft wissen wollte, aber nun doch neugierig geworden ist. Sie fliegt nach Rio de Janeiro und macht sich auf die Suche nach dem, woher sie wirklich stammt.

Ich gebe zu, die viel zu wundervolle Welt von „Atlantis“ hat mich am Anfang nicht so wirklich begeistern können. Es klang alles so perfekt, viel zu wundervoll und die Verehrung von Pa Salt wurde mir zuweilen etwas zu viel. Doch dann tritt er in den Hintergrund, denn dann reist Maia ans andere Ende der Welt und nahm mich als Leserin mit. Ich konnte mir alles gut vorstellen: die Atmosphäre und die Menschen. Als Maia Briefe erhält und in die Vergangenheit reist zur Zeit, als die Cristo-Statue geplant und modelliert wurde (1928-1930), war ich gefangen. Izabela Bonifacio, Tochter italienischer Einwanderer, verweilt für ein paar Monate in Paris und verliert ihr Herz, während in Brasilien ihr weniger attraktive Verlobte Gustavo wartet. Aus Pflichtgefühl ihren Eltern gegenüber willigt sie schließlich in eine Ehe ein, die sie nicht glücklich macht. Oh, was hat sie mir Leid getan, die Izabela. So sehr hätte ich mir gewünscht, sie würde ihrem Herzen folgen. So eine zarte wie auch tiefe Liebe zwischen Modell und Bildhauer liest man selten, die so eindringlich und atmosphärisch erzählt wird. Ich habe mit ihr gelitten und ich trauerte ebenso, als sie nach Brasilien zurückreiste.

Die Erzählungen in der Gegenwart waren dahingegen schon etwas vorhersehbar, zumal Maia dem Autoren Floriano, der sie die ganze Zeit als Historiker begleitet hat, ein tiefes Geheimnis verrät. Ab da war einiges klar, zumindest für mich. Allerdings empfand ich es nicht als hinderlich, nur hatte es mich nicht ganz so arg sehr gefesselt wie die Abschnitte in der Vergangenheit. Die Vermischung von Fiction und historischen Ereignissen und Personen hingegen ist der Autorin sehr gut gelungen. Die Entstehung der Cristo-Statue ist belegt und die Personen, die daran beteiligt waren, kommen tatsächlich auch im Buch vor.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Und ich kann es kaum erwarten, mir die nächsten Bände zu besorgen, vielleicht sogar als Hörbuch! Von mir eine klare Lese-Empfehlung, wer dunkle Familiengeheimnisse und tragische Liebesgeschichten mag. Fünf begeisterte Sterne von mir.

Veröffentlicht am 05.02.17!

 

7 Gedanken zu „Lucinda Riley: Die Sieben Schwestern“

  1. Liebe Elke,

    auch eine schöne Rezi. ♥ Der Gegenwarts-Erzählstrang ist auch bei den beiden Folgebänden immer etwas weniger überzeugend. Das führte bei mir jeweils zu einem Punkt Abzug. Dennoch eine unterhaltsame Lektüre! Ich hoffe, du kannst bald Band 2 lesen oder hören. Ich freue mich schon mal auf Teil 4.

    Liebe Grüße von Conny 🙂

    1. Guten Morgen liebe Conny, vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Den zweiten Teil habe ich mir bei audible schon vorgemerkt, aber da muss ich 20 Stunden hören 🙂 Das ist echt eine ganz schöne lange Zeit. Eventuell nehme ich da doch lieber das Buch.
      Liebe Grüße und einen schönen Wochenstart, Elke.

  2. Ich habe schon fast alle Bücher von Lucinda Riley gelesen, auch die unter Pseudonym. Genau das fehlte mir aber die ganze Zeit noch. Letzte Woche stand es dann Schicksalhaft im offenen Buchschrank im Fitnessstudio. Demnächst werde ich es also auch lesen.

    1. Hallo Anna, für mich war es der erste Lucinda Riley-Roman. Aber ich bin mir sicher, es wird nicht der Letzte gewesen sein 🙂 Viel Vergnügen beim Lesen! Liebe Grüße, Elke.

      1. Liebe Elke,

        Das ist erst dein erster Roman von Lucinda Riley? Da hast du ja noch eine Menge vor. 🙂 Ich hab glaub ich schon alle Bücher von ihr gelesen, nicht alle waren dabei gut. Empfehlen kann ich aber z. B. die „Mitternachtsrose“.

        Liebe Grüße von Conny

          1. Liebe Elke,

            laut Wikipedia 10 Romane, und unter ihrem früheren Namen Lucinda Edmonds auch noch ein paar, die teilweise wiederveröffentlicht wurden, z.B. „Der Engelsbaum“ (nicht besonders gut). Bekannt wurde sie mit „Das Orchideenhaus“ (2010).
            Ich seh grad, dass ich „Das italienische Mädchen“ noch nicht gelesen habe, das ist aber auch so ein überarbeitetes und wiederveröffentlichtes Werk.
            Das schlechteste Buch von ihr ist aber mit Abstand „Helenas Geheimnis“ – nicht zu empfehlen!

            Liebe Grüße von Conny 🙂

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