Maria W. Peter: Die Festung am Rhein

Lesezeit: 3 Minuten

Maria W. Peter: Die Festung am Rhein

erscheint März 2017
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 608 Seiten
ISBN-10: 3404175190
ISBN-13: 978-3404175192

Inhaltsangabe:

Coblenz 1822: Christian Berger, Sohn eines französischen Offiziers unter Napoleon und zum Militärdienst gezwungen, wird verdächtigt, geheime Baupläne von der Feste Ehrenbreitstein gestohlen zu haben. Da er sich in Schweigen hüllt, sieht seine Schwester Franziska sich gezwungen, seine Unschuld zu beweisen.

Nur widerwillig muss sie dabei die Hilfe des Leutnants Rudolph Harten in Anspruch nehmen, der in diesem Frauenzimmer anfangs sogar eine Komplizin des Verdächtigen sieht. Doch Franziska ist beharrlich und ziemlich unerschrocken, um ihrem Bruder zu helfen und geht dabei sogar erhebliche Risiken ein. Das imponiert ihm und langsam taut Rudolph auf und lässt sich auf die freiheitliche Lebensweise der Rheinländer allmählich ein.

Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und spüren schon bald eine tiefe Verbindung zueinander, trotz aller Standesunterschiede und über die verschiedenen Religionen hinweg.

Mein Fazit:

Oh, wie sehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Autorin und bei Bastei Lübbe für die Bereitstellung des eBooks, damit wir es in einer kleinen begleiteten Leserunde lesen konnten. Und es war eine äußerst spannende wie lehrreiche Lektüre.

Denn wer die Autorin Maria W. Peter kennt, weiß, dass sie zu ihren Büchern gründlich recherchiert. Das hat sie schon in „Die Küste der Freiheit“ bewiesen und auch hier mangelt es nicht geschichtlichem Hintergrundwissen. Von Anfang taucht der geneigte Leser, in diesem Falle ich, in eine sehr atmosphärisch erzählte Geschichte ein, die in einer Zeit des Umbruchs spielt. Die französische Revolution hat halb Europa auf den Kopf gestellt. Plötzlich weht der Wind von Freiheit und bürgerlichen Rechten über den Kontinent. Das Rheinland war ein Teil Frankreichs, ehe es nach dem Krieg 1815 an die Preußen fiel. Den Code Civil, also das französische bürgerliche Gesetzbuch, welches Napoleon in seinem Land eingeführt hatte und damit den Anfang von großen Veränderungen nahm, existierte auch nach der Übernahme der Preußen noch und so kam es, dass sich Franziska und Christian sich an eine durchaus unbeschwerte Kindheit erinnern, doch die Preußen wollen ihnen diese Freiheit wieder einschränken. Daher gibt große Spannungen zwischen den Rheinländern und Preußen.

Die zwei Geschwister, halb Deutsch, halb Französisch, sind durch Liebe und Vertrauen fest miteinander verbunden und in ihrer Treue unverbrüchlich. Als Christian verdächtigt wird, geheime Baupläne gestohlen und sie dem Feind mittels Kontaktmann übergeben zu haben, steht nicht nur sein Leben auf dem Spiel, sondern auch die Karriere von Leutnant Rudolph Harten. In seiner Einheit hat Christian gearbeitet und daher ist er umso mehr interessiert, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Schließlich ist er die Pflichtschuldigkeit in Person.

Zwei so grundverschiedene Menschen – Franziska und Rudolph – haben ein gemeinsames Ziel und doch ist es so viel mehr. Beide Figuren sind sympathisch, sehr authentisch gezeichnet und sehr present, denn viele Protagonisten gibt es nicht, was für mich sehr wohltuend war. Ihre Handlungen und Gedanken sind nachvollziehbar und glaubhaft. Und sie machen eine erstaunliche Entwicklung durch, sie lernen beide vom anderen.

Die Geschichte ist in fünf Teile unterteilt und zum Anfang eines jeden Teils gibt es einen Auszug aus einer Geschichte, die sich sieben Jahre zuvor bei der Schlacht von Waterloo ereignet hat. Auch wenn die Auszüge jeweils kurz sind, so sind sie doch nicht weniger bedeutsam, denn in ihnen ist ein großer Kern der Geschichte verwurzelt. Von der Autorin ist es sehr geschickt gemacht und es verleitete mich zu einigen Vermutungen, die zum Teil auch eingetroffen sind. Der Spannung hat es jedoch keinen Abbruch getan, im Gegenteil, ich fieberte immer weiter dem Ende – der Auflösung des „Falls“ – entgegen.

Am Ende des Buches gibt es sehr viele Informationen zur damaligen Zeit, ein Glossar sowie Hinweise, um die Geschichte der Feste Ehrenbreitstein genauer studieren zu können. Denn der Bau dieser Feste ist in diesem Roman ein großer Bestandteil und durchaus plastisch wie authentisch geschildert.

Für mich ist dieses Buch ein bisheriger Höhepunkt in 2017 und ich bin gespannt, welche tollen Geschichten sich die Autorin noch ausdenkt. Wer historische Romane mag, sollte sich diesen nicht entgehen lassen. History und Fiction ist wunderbar miteinander verknüpft und Kopfkino kann ich auch nach dem Ende des Buches noch längst nicht abstellen. Begeisterte und überzeugte fünf Sterne von mir!

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 28.03.17!

2 Gedanken zu „Maria W. Peter: Die Festung am Rhein“

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