Eine italienische Hochzeit

Lesezeit: 2 Minuten

Eine italienische Hochzeit (2003)
Originaltitel: Love’s Brother

Regie: Jan Sardi
Drehbuch: Jan Sardi
Produktion: Bill Godfrey, David Nichols, Jane Scott
Musik: Stephen Warbeck
Kamera: Andrew Lesnie
Darsteller: Giovanni Ribisi, Rodney Afif, Joe Petruzzi, Silvia De Santis, Adam Garcia, Amelia Warner, u.v.a.
Dauer: 103 Minuten

Inhaltsangabe:

Die Brüder Angelo (Giovanni Ribisi) und Gino (Adam Garcia) leben in Australien in einem italienischen Dorf, sind Vollwaisen und beim Onkel untergekommen. Während Gino eher ein Draufgänger ist, lebt Angelo eher nach der Kirche und ist anständig. Während Gino eine Freundin, Conni (Silvia De Santis), hat, versucht Angelo es bei den Mädchen in Italien per Brief. Doch bislang hagelte es Absagen.

Als er von Signora Carmelina (Eleanor Bron) eine weitere Kandidatin für eine Hochzeit empfohlen bekommt, versucht Angelo es erneut und legt dem Brief ein Foto bei – von Gino. Und zum Erstaunen aller sagt Rosetta (Amelia Warner) zu. Während sich das gesamte Dort für Angelo freut, schnürt es diesem immer mehr die Kehle zu, je näher der Tag rückt, an dem sie in Australien ankommt …

Mein Fazit:

Italien in Australien. Es ist Ende der 50er Jahre. Da zählt die Geselligkeit, die Einfachheit des Lebens und die katholische Kirche. Das Dorf, bislang unbenannt und irgendwo an der australischen Küste, gibt den Flair von einem italienischen Dorf wieder und die Musik, geschrieben von Stephen Warbeck, macht den Film neben der tragikkomischen Geschichte zu einem Kleinod für Cineasten. Von der ersten Minute an fühlt man sich heimisch, wohlgeborgen und mittendrin im Geschehen.

Die ungleichen Brüder sind wunderbar dargestellt. Gino ist der Hübsche, Unverwüstliche und erzählt gerne Geschichten, wenn es die Situation erfordert. Aber er liebt seinen Bruder Angelo über alles und obwohl seine Freundin Conni zur Heirat drängt, will er warten, bis sein älterer Bruder verheiratet ist.

Angelo hingegen arbeitet im Café seines Onkels, ist bodenständig, ehrlich und unglaublich schüchtern. Jede briefliche Zurückweisung hat ihn gekränkt und so hat er das Thema heiraten schon fast abgeschlossen, bis er auf Rosetta stößt. Mehrere Versuche, seine Tat irgendwie zu schildern, scheitern kläglich und alle glauben, seine innere Zerrissenheit käme von der Aufregung von der Hochzeit. Dabei quälten ihn Gewissensbisse und die Angst vor der Zusammenkunft mit seiner Angetrauten. Es ist die Geschichte zweier Brüder, die unterschiedlicher nicht sein können, die aber doch eine ungewöhnliche Treue und Loyalität verbindet. Und so kommt das Verhängnis, wie man es ahnen könnte.

Dies ist ein schöner Film um Liebe, Loyalität und Familienbande. Sanft und auch eindringlich, aber ohne Kitsch erzählt. Ich kann ihn zu 85% empfehlen und werde ihn mir irgendwann sogar noch mal ansehen.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 04.03.2010!

Veröffentlicht am 12.05.17!

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